Reportage

Social Web in China: Wie deutsche Unternehmen im Reich der Mitte erfolgreich sind

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„All in One“ statt Spezialisierung

Doch reine Klone sind die chinesischen Ersatz-Netzwerke nicht, wie man schön an Sina Weibo erkennen kann: Die Microblogging-Plattform folgt eher dem sehr chinesischen „All-in-One“-Gedanken. Video, Audio, Spiele, Gruppen-Chats und ähnliches sind hier ebenso implementiert wie Zeichen- und Cartoon-Tools oder QR-Code-Generatoren. Wer Facebook bereits überladen findet, dem werden bei der Funktionsfülle von Sina Weibo die Augen übergehen. Auch die Breite der Möglichkeiten für Unternehmen – etwa die optische Anpassbarkeit und vielfältige Features – ist deutlich größer als in den westlichen Social-Media-Plattformen.

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Es existieren für fast alle international gängigen Social-Media-Plattformen chinesische Entsprechungen, die dieselben Funktionen übernehmen.

Es existieren für fast alle international gängigen Social-Media-Plattformen chinesische Entsprechungen, die dieselben Funktionen übernehmen.

Über 50.000 Unternehmen sind inzwischen mit offiziellen Accounts bei Sina Weibo aktiv. Und auch deutsche Firmen tummeln sich in erstaunlicher Zahl. Ob BMW oder Audi, VW oder Daimler, Siemens, Lufthansa, DHL, Adidas und Puma oder auch Städte-Marketing-Initiativen von Berlin bis Freiburg: Das chinesische Social Web befindet sich auch aus deutscher Sicht bereits in einer heißen Erschließungsphase. Gerade die deutsche Automobilindustrie, in China derzeit erfolgreich wie nie, setzt im chinesischen Social Web auf die große Gießkanne: Allein Audi ist inzwischen in sechs unterschiedliche Netzwerken aktiv – mit 370.000 Fans bei Renren, 240.000 Followern bei Sina Weibo oder 150.000 Followern auf Tencent Weibo durchaus erfolgreich. Volkswagen setzte sich mit seinem “The People’s Car Project”, einer Design-Crowdsourcing-Kampagne, die über 90.000 Ideengeber für das Auto der Zukunft aktivieren konnte, gleich ein Denkmal als Freund des chinesischen Volkes und langjähriger Ausrüster mit Automobilen: Die Kampagne wurde bei den Media China Branding & Market Awards als „Most Valuable PR Communications Campaign 2011“ ausgezeichnet.

Die viralen Potenziale von ungewöhnlichen Aktionen im echten Leben nutzte zuletzt Adidas mit einer spannenden Kampagne: statt mit gigantischen Postern zu operieren, wie es in China noch immer zum guten Ton und Standard der Werbung gehört, versorgte der Sportartikelgigant Shanghaier U-Bahn-Stationen und Bushaltestellen mit Punching Balls. Unter dem Titel “Don’t Waste Your Wait” sorgte sich Adidas hier um die Gesundheit der gestressten chinesischen Großstädter und promotete die Kampagne massiv in den sozialen Medien. Fotos von schlagenden, tretenden und Kung Fu kämpfenden Chinesen wurden schnell zum Standard im chinesischen Social Web.

Eine Werbekampagne von Adidas in chinesischen U-Bahn-Stationen hatte in den einheimischen Social Networks einen starken viralen Effekt.

Eine Werbekampagne von Adidas in chinesischen U-Bahn-Stationen hatte in den einheimischen Social Networks einen starken viralen Effekt.

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