Gadgets & Lifestyle

Perfekte Unterhaltung dank cleverer Home-IT

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Gateway to Heaven

Heimautomation ist und bleibt ein Minderheitenprogramm. Im „Kleinen“, also bei der vergleichsweise harmlosen Unterhaltungselektronik, haben dagegen die wenigsten Hemmungen. Ganz im Gegenteil: Viele kommen erst durch die Möglichkeiten, die ein Smartphone mit sich bringt, auf diese Idee. Die Fernbedienungen der Zukunft können ihr volles Potenzial aber nur dann ausspielen, wenn die Geräte, die sie steuern können, auch tatsächlich auf Höhe der technischen Zeit sind. Eine alte Stereoanlage wird man auch mit einem iPhone nicht bedienen können, wenn sie nicht netzwerktauglich ist, sondern sich nur per Infrarot fernsteuern lässt.

Nutzer, die Multimedia-Inhalte vom Internet auf den Fernseher streamen wollen und ein Faible für iTunes haben, finden in Apple TV einen verlässlichen Begleiter.

Nutzer, die Multimedia-Inhalte vom Internet auf den Fernseher streamen wollen und ein Faible für iTunes haben, finden in Apple TV einen verlässlichen Begleiter.

Eine interessante Möglichkeit, sie dennoch zu vernetzen, kommt aus Deutschland: Das von Telefunken und Tecnovum entwickelte Mediola-System. Herzstück der Anordnung ist das so genannte „a.i.o. Gateway“, das wie ein WLAN-Router aussieht. Mit netzwerktauglichen Geräten verbindet es sich via DLNA/UPnP, für IR-Hardware steht ein interner Sender/Empfänger zur Verfügung. Infrarotkomponenten, die in anderen Räumen stehen, können mittels Blaster – dem „IR Multiroom Extender“ – an das System gehängt werden.

Den Trend zu Smartphone-Steuerung geht Mediola konsequent mit: Eine echte Fernbedienung bietet das Unternehmen erst gar nicht an, stattdessen erhält man ein Softwarepaket, das (frei konfigurierbare) Anwendungen für den Browser oder iOS-Geräte bietet. Eine entsprechende Android-App ist in Vorbereitung beziehungsweise in der Testphase (Alpha). So praktisch das Mediola-System auch sein mag, auch hier stellt der Preis eine gewisse Hürde dar. Rund 500 Euro werden für das Basispaket bestehend aus Gateway und Software fällig.

Man boxt sich durch

Der Großteil der User möchte Multimedia-Inhalte – also vor allem Audio und Video – bequem vom Rechner (beziehungsweise dem Internet) auf den Wohnzimmerfernseher bekommen. Die ersten Nachrufe auf physikalische Datenträger sind ja längst geschrieben und tatsächlich kann man sich nur schwer vorstellen, dass einem Medium wie Blu-ray eine glorreiche Zukunft bevorsteht.

Das wissen natürlich auch die Hardware-Hersteller und haben in den vergangenen Jahren massenhaft diverse Multimedia- und Streaming-Boxen auf den Markt geworfen. Die (kabellose) Übertragung von Offline-Inhalten klappt dabei zwar meist ganz gut, gar grausig sind aber oft Bedienung, Menüführung und Implementierung von Webdiensten. Um sich „internettauglich“ auf die Verpackung schreiben zu können, wird häufig eine lieblos zusammengepfuschte YouTube-Funktion eingebaut. Nutzen und Bedienkomfort gehen dabei meist gegen Null.

Dienste wie das vergangenen Herbst in den USA gestartete Google TV setzen dagegen vollkommen auf Internet-Inhalte. Live-Streaming und On-Demand-Angebote können theoretisch schon jetzt alle anderen Übertragungswege für Fernsehen überflüssig machen. Doch Google hat die Rechnung vorerst ohne den Wirt gemacht. So vielversprechend die Plattform auch sein mag, wenn die Content-Anbieter nicht mitmachen wollen, dann nützt auch der cleverste Vertriebskanal nichts. Dementsprechend haben auch alle großen vier US-Networks Google TV von ihren Seiten und somit Streams ausgesperrt, ebenso die neue Großmacht hulu.com.

In Deutschland sind die Erfolgsaussichten für Google TV wohl noch geringer, da das Dickicht aus nationalen und internationalen Ausstrahlungsrechten noch weniger durchdringbar ist. Anders gesagt: Was nicht mal in den USA richtig klappt, kann man in Deutschland getrost vergessen.

Weitaus sinnvoller erscheint da schon eine Hybridlösung, also eine Box, die sowohl auf Internet-Inhalte zugreift als auch vom lokalen Rechner streamt. Die Shootingstars in dieser Kategorie heißen eindeutig Apple TV und Boxee Box von D-Link, die beide auf eine eingebaute Festplatte verzichten.

Die zweite Version des Apple-Geräts (für 119 Euro) ist vor allem für jene interessant, die den iTunes Store intensiv nutzen. Die Boxee Box (229 Euro), die im Gegensatz zur Apple-Konkurrenz auch in 1080p überträgt, erlaubt deutlich mehr Freiheiten bei Anwendungen sowie Formaten und unterstützt beispielsweise einen Container wie .mkv.

Mit Mac mini als Mediacenter und einem USB-TV-Tuner von Elgato kann man sogar unterwegs auf dem iPad fernsehen.

Wer sich noch mehr Freiheit wünscht, kann einen Mac mini zum Mediacenter umwandeln. Neben vorinstallierter Software wie FrontRow bieten sich vor allem die Open-Source-Mediacenter-Lösungen von Boxee und Plex an, die nicht nur lokale Medieninhalte verarbeiten, sondern dank zahlreicher freier Apps auch Fotos, Videos und Musik aus dem Netz auf den Bildschirm holen. Fernsehfreunde können ihren Mac mini zudem mit einem USB-TV-Tuner von Elgato zum Videorekorder machen, inklusive iOS-App zum Programmieren und Fernsehen unterwegs.

Und führe mich nicht in Versuchung

Die umfangreiche Vernetzung unserer unmittelbaren Umgebung ist also längst im Gange. Der Trend geht eindeutig in die Richtung der Steuerung per Smartphones und Tablets. Und vielleicht überdenkt die (nur noch) zweitreichste Familie der Welt auch ihr Mac-Verbot. Immerhin hat Melinda Gates schon mal zugegeben, dass sie eigentlich nichts dagegen hätte: „Von Zeit zu Zeit sehe ich mir meine Freunde an und denke: Oh, es würde mich gar nicht stören, so ein iPhone zu haben.“

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Ein Kommentar
Gunther Bohnert
Gunther Bohnert

Leute, Leute. Ich muss Euch leider sagen: Einen so lieblos zusammengeschusterten nichtssagenden aber trotzdem vier Seiten füllenden Artikel habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Oder wurde er nur lieblos zusammengekürzt? Sich zum Thema „Clevere IT für zu Hause“ zu 95% mit Unterhaltungselektronik, Streamingboxen und dem iPhone als Fernbedienung (wieder für die Unterhaltungselektronik) auseinanderzusetzen und die eigentlichen Themen mit sinnleeren Allgemeinplätzen abzutun ist sträflich, langweilig, Schade um die vertane Chance und unter der Würde dieser Zeitschrift. Hoffentlich wird das nicht richtungsweisend.