Ratgeber

Controlling für Händler: Mit diesen Tools behältst du deine Zahlen im Blick

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Controlling-as-a-Service

Externes Betriebswirtschafts-Knowhow lässt sich über Buch­haltungsdienstleister, Steuerberater oder spezialisierte Berater einkaufen. Eine Alternative zu kostspieligen Beratern von außerhalb ist das Startup Adam, das speziell jungen Unternehmen ab 39 Euro im Monat Controlling in Form von Software-Tools und Beratung anbietet. Adam kümmert sich um alle Hintergrund­prozesse für ein aussagekräftiges Controlling und liefert in regelmäßigen Abständen grafisch aufbereitete ­Berichte zu Gewinn, Verlust und Liquidität. Bei Bedarf übernimmt Adam auch das Beleg­management für 19 Euro im Monat. Der wichtigste Punkt: Quartals­weise gibt es ein Gespräch mit dem ­Controlling-Sparringspartner, in dem Wachstumschancen und Potenziale besprochen werden. Höhere Tarife bieten kürzere Zeitabstände.

Lagerbestandsanalyse-as-a-Service

Eine Lagerbestandsanalyse und -optimierung kann Netstock durchführen. Die SaaS-Lösung führt per ERP-Connector die wichtigsten Daten zusammen. Das System hilft dabei, Lagerbestände zu reduzieren und Lagerreichweiten zu ermitteln. Es macht Bestellvorschläge, die den Aufwand für den Einkauf reduzieren. Absatz- und Risikoprognosen sollen fundierte Entscheidungen ermöglichen. Netstock führt eine einmalige Lager­bestandsanalyse durch, um Probleme aufzudecken und fährt dann mit einer täglichen Lagerbestandsoptimierung fort. Es werden unterschiedliche Lager, Währungen und Regionen unterstützt und dazugehörige Wechselkurse automatisch angewendet. Die wichtigsten Bestandskennzahlen bereitet Netstock grafisch auf und präsentiert sie in Echtzeit. In die Prognosen kann der Händler manuell eingreifen, um Schwankungen abzufangen. Die Lösung ist ab 199 Euro monatlich erhältlich, jederzeit kündbar und wird ab 999 Euro einmalig in die Softwarelandschaft des Unternehmens integriert.

Business-Intelligence-Lösungen

Die Königsklasse der Controlling-Tools leistet viel bei meist ­hohen Preisen. Wunderdata etwa fasst ab 199 Euro im Monat auf einer fertig voreingestellten Dashboard-Umgebung alle Kennzahlen in Berichten und Diagrammen zusammen. Zusätzlich liefert eine „universelle Filterbox“ einen Assistenten für eigene Datenanalysen. Die Anbindung soll in nur fünf Minuten erfolgen.

Die Enterprise-Cloud-Lösung Minubo bietet einen vollständigen BI-Stack, lohnt sich aber erst ab etwa einer Million Euro Jahresumsatz. (Screenshot: Minubo)

Die Enterprise-Cloud-Lösung Minubo bietet einen vollständigen BI-Stack, lohnt sich aber erst ab etwa einer Million Euro Jahresumsatz. (Screenshot: Minubo)

Minubo ist eine Enterprise-Cloud-Lösung und liefert einen umfangreichen BI-Funktionsumfang. Basis ist ein selbstent­wickeltes E-Commerce-Datenmodell mit einer Anwendungs­suite, Tablet-Apps für stationäre Läden, einer Feed-API für Dritt­systeme und einer Web-Anwendung für Reports und Analysen. Die ­Lösung lohnt sich ab etwa einer Million Euro Jahresumsatz. Das ­Komplettpaket wird für ­Lizenzkosten von 2.000 Euro im Monat angeboten. Eine weitere Lösung ist die Infozoom-E-­Commerce-BI, die als Windows-Desktop­software oder als Webanwendung erhältlich ist. Lizenzkosten für das Self-Service-Datenanalysetool für Multichannel-Händler sind auf Anfrage erhältlich.

Reine Amazon-Controlling-Tools

Für den größten Marktplatz in Deutschland gibt es alleinstehende Lösungen, die Teilbereiche des Controllings abdecken. Sellics steuert und analysiert verschiedene Amazon-Aspekte, ­darunter auch Wettbewerbsanalyse, Marketingautomatisierung und ­einige betriebswirtschaftliche Controlling-Funktionen. Das Tool berechnet Deckungsbeiträge im sogenannten „Profit-­Dashboard“ und berücksichtigt Steuern, Einkaufskosten, ­Amazon- und FBA-­Gebühren sowie Amazon-PPC-Marketinggebühren. ­Außerdem enthält es eine Lagerbestandsoptimierung und bietet eine ­Ver­lorene-Gutschriften-Identfizierung und -Rückforderung. Die Software ist sowohl für Vendoren als auch für Seller oder ­Agenturen erhältlich. Kosten: ab 47 Euro monatlich.

Sellerboard ist eine einfache, reine Controlling-Lösung für ­Händler bis maximal 30.000 Produkte und schon ab 19 Euro im Monat erhältlich. Die Amazon-Daten können manuell um zusätzliche Zahlen ergänzt werden. Ein Live-Dashboard zeigt die wichtigsten Kennzahlen an, verschiedene konfigurierbare Diagramme ergänzen die gängigen KPI. Eine Lagerbestandsüberwachung ­liefert Bestellanalysen, und ein PPC-Dashboard zeigt die Entwicklung der ­Marketingkampagnen bei Amazon an.

Die Werkzeugkiste für das DIY-Controlling

Die unterschiedlichen Daten aufzubereiten und darzustellen, ist aufwendig und kostenintensiv; oft müssen dazu Schnitt­stellen angebunden oder gar erst entwickelt werden. Das SaaS-Tool ­Synesty verarbeitet, optimiert und erzeugt Datenfeeds. Es ermöglicht Nichtprogrammierern die Automatisierung von ­Arbeitsschritten ab 99 Euro monatlich. Daten aus verschiedenen Anwendungen können von Synesty abgefragt, auf der Plattform nach Regeln und Logiken weiterverarbeitet und schließlich mit anderen, nachgelagerten Systemen synchronisiert werden. ­Zapier ist ein bekannter Automatisierungsdienst, der verschiedene ­Systeme quasi per Plug & Play miteinander verbindet. ­Synesty ist auf E-Commerce spezialisiert, Zapier bedient sehr viele Kategorien. Solche Tools sind sozusagen die ­Werkzeugkiste für das DIY-Controlling. So lassen sich Excel, ERP, Onlineshop und Marketingkonten verbinden, um in Dashboards wie ­Geckoboard oder Tableau KPI zu visualisieren. Geckoboard beginnt bei 49 US-Dollar im Monat. Tableau, ab 70 Dollar pro Einzelplatz erhältlich, ist mehr als nur ein Visualisierungsdienst und erfüllt als Plattform auch gleich ­Analytics-Aufgaben.

Fazit

Steigen die Controlling-Bedürfnisse bei Onlinehändlern parallel zum Umsatz, dann springen Anbieter wie Adam in die Bresche und unterstützen Händler beim Wachstum. Oder Händler setzen irgendwann auf eigene Controller, die in Verbindung mit großen BI-Lösungen eingesetzt werden. Grundsätzlich sollte mit dem Controlling nicht erst begonnen werden, wenn sich das Unternehmen in einer Schief­lage befindet – dann sind die Handlungsmöglichkeiten schon eingeschränkt. In diesem Fall lohnt eventuell der zusätzliche Blick von außen durch einen externen Controller.

Wie das Beispiel von Forsthofer und seinem Unternehmen ACE Deutschland zeigt, ist auch bei wirtschaftlich guter Lage oft noch viel Verbesserungspotenzial vorhanden. 35 Prozent mehr Gewinn würde wohl kein Händler ausschlagen.

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