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Crowdfunding: So findest du die richtige Strategie für dein Startup

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Allerdings gaben sich die Gründer damit nicht zufrieden und verbreiteten die Nachricht auch via Pressemitteilung. Das Ergebnis: Zahlreiche Print- und Online-Magazine berichteten über das Projekt und verhalfen ihm zu einem anhaltenden Höhenflug, der nach knapp 45 Tagen mit einer Summe von mehr als 470.000 Euro, 2.100 Käufern und 3.200 Vorbestellungen seinen Abschluss fand.

„Während die Kampagne live war, haben wir zwischen 15 und 30 Anfragen täglich erhalten.“


Die Fundingsumme wird nun in die Serienfertigung des Hängezelts fließen. Das ist auch dringend notwendig, denn die Interessenten stehen bereits Schlange. So hatte die Kampagne auch einen riesigen Werbewert, der auch für Anfragen von Händlern sorgte, sagt Teammitglied David Dietrich. „Während die Kampagne live war, haben wir zwischen 15 und 30 Anfragen täglich erhalten, insgesamt kamen Händler aus über 15 Ländern auf uns zu.“

Crowdfunding als Marketing-Motor

Am Beispiel von „Flying Tent“ wird sichtbar, welches enorme Potenzial in Crowdfunding steckt – besonders für das Marketing und den Vertrieb. Startups, die ihre Innovationen im Rahmen von Crowdfunding-Kampagnen professionell kommunizieren, haben gute Chancen, sich später auch am Markt zu behaupten. Denn mittlerweile werden Plattformen wie Kickstarter, Indiegogo, Startnext oder Wemakeit nicht mehr nur von einer Handvoll Unterstützern aus dem direkten Umfeld der Projektinhaber besucht, immer häufiger tummeln sich dort auch Journalisten, Portalbetreiber und andere Beobachter.

Amazon hat im Frühjahr einen neuen Service namens „Amazon Launchpad“ vorgestellt. Das Portal ist eine Unterseite des Muttershops und als „Sprungbrett für Innovationen“ gedacht. Dort finden sich zahlreiche Produkte von jungen Unternehmen, die ihr erstes Geld auf diversen Crowdfunding-Plattformen eingesammelt haben, darunter die Abo-Rasierer von Morning Glory (251.725 Euro via Companisto), die nachhaltigen Kondome von Einhorn (104.345 Euro via Startnext) oder die smarten In-Ear-Kopfhörer des Münchener Startups Bragi.

Die In-Ear-Kopfhörer The Dash von Bragi waren nicht nur beim Crowdfunding erfolgreich, sondern finden jetzt auch auf Amazons Launchpad Käufer für ihr Produkt. (Screenshot: Amazon)

Anfang 2014 hatten knapp 16.000 Menschen die Kopfhörer „The Dash“ von Bragi per Kickstarter vorbestellt und dem Unternehmen so fast 3,4 Millionen Dollar beschert. Nun verkauft das Team seine In-Ear-Stöpsel auch via Amazon. Diesen Erfolg verdanken die Münchner großteils der Crowd – Fans und Kunden, die frühzeitig an Produkt und Team geglaubt haben. Denn die Supporter sind auch als Markenbotschafter aktiv, bestätigt Bragi in einem Interview mit Netzwirtschaft: „Gerade wenn man es schafft, schnell und transparent zu antworten, werden die Unterstützer auch zu Botschaftern des Produkts. Die nicht nur Geld geben, sondern auch über das Projekt kommunizieren, entweder privat oder in professionellem Rahmen.“ Deshalb sei es auch so wichtig, viel Zeit in die Interaktion zu stecken“, so das Startup.
Ähnliche Erfahrungen hat auch das österreichische Unternehmen nuapua gemacht. Über einen reinen Online-Vertrieb verkauft das Team ein Trinksystem, das Trinkwasser mit Geschmacksrichtungen aus der Natur veredelt. Das Produkt wurde nach mehrjähriger Entwicklung via Crowdfunding eingeführt. Innerhalb von 50 Tagen kamen 47.445 Euro zusammen und 1.000 Trinksysteme wurden verkauft – mehr als doppelt so viele wie angestrebt.

Auf diese Weise schaffte das Unternehmen nicht nur den Markteintritt, sondern sammelte auch Feedback von den Erstbestellern, um das Produkt und die Prozesse noch weiter zu verbessern. „Bereits nach sechs Monaten hatten wir unsere mittelfristig geplanten Marktdurchdringungsziele in Oberösterreich und Tirol erreicht. Mit dieser Erfahrung wollen wir mit der neuen Investmentrunde unsere Marktpräsenz hierzulande weiter ausbauen und auch nach Deutschland gehen“, erklärt Gesellschafter Michael Schmied in einem Interview.

Über die Plattform Green Rocket wandte sich das Team etwas mehr als ein Jahr und 4.000 verkauften Trinksystemen später erneut an die Crowd. Dieses Mal machte sich Schmied mit seinen Mitarbeitern allerdings auf die Suche nach waschechten Crowdinvestoren, die auch prompt zur Stelle waren. Insgesamt 105 Menschen investierten in das aufstrebende Unternehmen über ein partiarisches Nachrangdarlehen 127.900 Euro. Das Geld fließt nun in den Vertrieb außerhalb des Heimatmarkts Österreich – Crowdinvestment als Wachstumsmotor sozusagen.

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