Karriere

Crowdsourcing im Unternehmen: So macht ihr eure Mitarbeiter zu Vordenkern

Seite 2 / 2

Von Wikis bis Crowd-Innovation: Crowdsourcing-Tools im Überblick

Im folgenden eine Auswahl gängiger Tools für das interne Unternehmens-Crowdsourcing:

Interne Crowd-Innovation

Solche meist eigenentwickelte Tools visualisieren Mitarbeiterideen – etwa zu Prozessoptimierungen, Innovationen oder
Verbesserungsvorschlägen – zentral und transparent. Die Mitarbeiter können diese dann kommentieren und zustimmen. Es gibt einen Überblick über alle Erfolge und Herausforderungen.

Liquid Feedback

Es gibt kontroverse Themen in Unternehmen, die sich kein Mitarbeiter traut anzusprechen. Das Liquid Feedback System ist eine sinnvolle Ergänzung, damit Mitarbeiter ohne Angst auch diese Themen anonymisiert einbringen können. Auch hier reguliert sich der Schwarm.

Social Intranet

Anstatt zu telefonieren, können Mitarbeiter im sozialen Intranet eine kurze Nachricht an ihren Kollegen schicken, Ideen austauschen, sich untereinander vernetzten und Wissen teilen. Die integrierten Tools – wie Yammer oder Sharepoint – können Prozesse effizienter gestalten.

Wiki

Jeder Mitarbeiter hat Zugang zu diesem internen Wissensspeicher und kann hier lesen oder Änderung vornehmen. Wikis tragen dazu bei, Wissen zugänglich zu machen, das sonst eventuell verloren ginge – Beispiele für Wiki-Tools sind Mediawiki oder Wikkawiki.

Interne Blogs

Interne Blogs stellen Mitarbeitern Informationen transparent zur Verfügung. Durch die Kommentarfunktion ist auch dort ein Diskurs möglich. Mögliche Tools sind Typepad oder WordPress.

Micro-Blogging

Eine moderne Art, Informationen zu sammeln, zu kategorisieren und anderen zur Verfügung zu stellen, ist das sogenannte Micro-Blogging, das von Twitter bekannt ist: Mitarbeiter veröffentlichen
SMS-ähnliche Textnachrichten, die sie kategorisieren, taggen und teilen können. Status.net und Communote sind die bekanntesten Micro-Blogging-Tools.

Beispiel: Sparkasse

Die interne Crowdsourcing-Plattform der Sparkasse ist ins Intranet integriert. Hier kann jeder eine Idee einbringen. Die Vorgesetzten entscheiden, was verwirklicht wird. (Screenshot: Sparkasse)

Die interne Crowdsourcing-Plattform der Sparkasse ist ins Intranet integriert. Hier kann jeder eine Idee einbringen. Die Vorgesetzten entscheiden, was verwirklicht wird. (Screenshot: Sparkasse)

Die Sparkasse entschied sich als einer der ersten Unternehmen in Deutschland dazu, seinen intelligenten Mitarbeiterschwarm zu nutzen und interne Ideen für Produkte und bessere Abläufe zu fördern. Seit einigen Monaten stellt das Sparkassen-Finanzportal seinen Instituten eine interne CrowdInnovation-Plattform zur Verfügung. Die ins Intranet integrierte Lösung ähnelt vom optischen Aufbau her einer Crowdfunding-Plattform. Mitarbeiter können hier ihre Ideen einstellen, die für ihre Kollegen dann sofort sichtbar sind. Der Prozess auf der Plattform ist in drei Phasen gegliedert:

  1. Einstellungs- und Prüfungsphase: Ein Mitarbeiter reicht eine Idee über das Formular auf der internen Plattform ein. Der jeweils Verantwortliche prüft den Vorschlag auf Plausibilität und veröffentlicht ihn dann auf der Plattform.
  2. Diskussions- und Abstimmungsphase: Sobald das Projekt live ist, können andere Mitarbeiter die Idee diskutieren, ihr folgen und darüber abstimmen. Ein Balken zeigt ähnlich wie beim Crowdfunding das Abstimmungsergebnis an – ein Indikator für die Zustimmung innerhalb der Belegschaft.
  3. Entscheidungs- und Umsetzungsphase: Die Verantwortlichen entscheiden nun über die Umsetzung der Idee und kommunizieren dies wiederum auf der Plattform.

Beispiel: IBM

Auch IBM nimmt Crowdfunding beim Wort und ermöglicht es seinen Mitarbeitern, ihre Produktvorschläge über eine Plattform im Intranet einzureichen. Darüber hinaus erhalten alle Mitarbeiter ein virtuelles (aber reales) Budget, das sie in die Projekte Ihrer Kollegen investieren und so zu dessen Erfolg beitragen können.

Auf die Plattform kann man keine losen Ideen hochladen, sondern nur ganz konkrete Projektvorschläge. Ähnlich wie beim Crowdfunding müssen sich die Projektinitiatoren genau Gedanken über die Projektkosten, Inhalte sowie Umsetzungszeiträume machen. Erst dann kann ein Projekt live gehen.

IBM nutzt außerdem das aus dem Crowdfunding bekannte Prinzip des „Alles oder nichts“: Erreicht ein Projekt nicht hundert Prozent seiner zuvor bestimmten Zielsumme innerhalb eines vom Ideengeber definierten Zeitraums, so gilt das Projekt als nicht erfolgreich und wird nicht umgesetzt. Erst wenn sich bis zum Ablauf der Finanzierungsphase genügend Kollegen finden, die gemeinsam die Mindestsumme finanzieren, ist ein Projekt erfolgreich.

Beispiel: Wikimedia

Anders als die bisherigen Plattformen ist die der Wikimedia Deutschland öffentlich einsehbar und zeigt das Prinzip einer internen Ideenplattform sehr gut: Die Community-Mitglieder können ihre Ideen einstellen und kommentieren. „Mit dem Förderprogramm FFW fördert Wikimedia Deutschland gemeinsam mit der Wikipedia-Community Ideen und Projekte zur Erstellung, Verbesserung und Verbreitung Freien Wissens. Als Schaufenster für diese Ideen und als Kooperationsplattform für Ideengeber und Unterstützerinnen setzen wir das Portal ffw.wikimedia.de ein“, so Sebastian Sooth, Projektmanager von Wikimedia Deutschland.

t3n 39 abonnieren und es gibt kostenfrei die t3n 38 und unser Digital-Pioneers-T-Shirt dazu: Jetzt zugreifen!

t3n 39 abonnieren und es gibt kostenfrei die t3n 38 und unser Digital-Pioneers-T-Shirt dazu: Jetzt zugreifen!

Fazit

Internes Crowdsourcing bringt viele Vorteile mit sich: Ideen gehen nicht mehr so leicht verloren, die Intelligenz der Belegschaft wird für alle sichtbar. Identifikation, Innovationsfähigkeit und Gemeinschaftsgefühl im Unternehmen steigen. Gemeinsame Erfolge sind sicht- und messbar. Die größte Herausforderung dabei ist jedoch eine entsprechende Veränderung der Unternehmenskultur. Dazu muss die Führungsebene geschlossen hinter dieser Entwicklung stehen und diese auch begleiten. Es braucht aber auch Zeit und Geduld. Eine neue Technik allein reicht nicht aus, um eine Unternehmenskultur zu verändern – auch wenn Tools diesen Prozess unterstützen und helfen, den Wandel zu etablieren sowie transparent und zentralisiert darzustellen.

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!