How-To

Das Ende der Shop-Ära: So führt ihr Marken in Ökosystemen zum Erfolg

Seite 2 / 4

Digitale Skaleneffekte

Es gibt Händler, die sich auf einen einzigen Kanal konzentrieren, und sich hier mit geschicktem Performance-Marketing an die Spit- ze der Suchergebnislisten arbeiten. Hinter dieser Strategie steht die These, dass Marketing auf vielen Kanäle zu einer schlechteren Per- formance führt. Dennoch können Händler ab einer gewissen Größe das Performance-Marketing auch in mehreren Kanäle betreiben, wie später das Beispiel Chal-Tec zeigt. Der Aufwand multipliziert sich dann jedoch auch. Die wichtigste Rolle beim Performance-Marketing auf Amazon spielt der Traffic auf der Produktdetailseite, die Anzahl der verkauften Artikel und die daraus resultierende Conversion-Rate.

Bei hohem Traffic und guter Conversion-Rate rankt Amazon einen Artikel besser und er steigt in der Suchergebnissliste weiter nach oben. Jeder Verkauf führt deshalb automatisch zu einem gewissen Prozentsatz zu weiteren Umsätzen. Diese Absatzsteigerung geschieht von selbst und ohne Einwirkung des Händlers. Es handelt sich dabei vielmehr um eine Art digitalen Skaleneffekt – also einen Vorteil, den ein Unternehmen aufgrund seiner Größe quasi automatisch hat.
KW-Commerce ist ein Paradebeispiel für diese Strategie. Das Unternehmen verkauft hauptsächlich auf Amazon, der Ausbau weiterer Marktplatzkanäle läuft aber bereits. Mit zwei Eigenmarken produziert das Unternehmen mit 170 Mitarbeitern Handy-Zubehör und liefert an rund vier Millionen Kunden 334.000 Bestellungen im Monat aus. In Kürze leitet das Unternehmen seine Onlineshops komplett auf Amazon weiter und schiebt auch sonst allen Traffic auf seine Amazon-Produktseiten.

Der Grund für diese Strategie: Kauft ein KW-Commerce-Kunde im Onlineshop, ergibt das einen einmaligen Umsatz mit etwas mehr Ertrag. Kauft der Kunde das gleiche Produkt jedoch über Amazon, ist die Marge für KW-Commerce zwar kleiner, doch durch die digitalen Skaleneffekte steigt der Umsatz bei Amazon generell. Die Amazon-Provision spielt keine Rolle: „Die ist völlig egal, für uns bleibt unter dem Strich mehr hängen“, meint KW-Commerce-Gründer Jens Wasel. KW-Commerce ist ein Paradebeispiel für diese Strategie. Das Unternehmen verkauft hauptsächlich auf Amazon, der Ausbau weiterer Marktplatzkanäle läuft aber bereits. Mit zwei Eigenmarken produziert das Unternehmen mit 170 Mitarbeitern Handy-Zubehör und liefert an rund vier Millionen Kunden 334.000 Bestellungen im Monat aus. In Kürze leitet das Unternehmen seine Onlineshops komplett auf Amazon weiter und schiebt auch sonst allen Traffic auf seine Amazon-Produktseiten.

Kundenrezensionen als Dreh und Angelpunkt des Marketings: Der Anbieter von Lederhüllen und -taschen für Tablets und Smartpones Kavaj zeigt, wie Kundenbindung via Amazon geht. Das Unternehmen schaut sich alle Rezensionen genau an und nimmt Kontakt zu enttäuschten Kunden auf. Laut Kavaj ist das das erfolgreichste Marketing, das sie bislang gemacht haben.

Kundenservice ist Marketing

Alle hier genannten Marken zeichnen sich dadurch aus, dass sie Kunden-Feedback sehr schnell aufnehmen, beantworten und verarbeiten. Wer dies konsequent und ohne Rücksicht auf Aufwand und Kosten durchführt, kann sogar den Kundendienst von Amazon übertrumpfen – offensichtlich eine gute Grundlage für die Kundenbindung in Ökosystemen, wie das Beispiel Kavaj zeigt. Die Marke verkauft Lederzubehör für Consumer-Electronics, wie Lederhüllen und -taschen für Tablets oder Smartphones. Damit hat Kavaj 2015 vier Millionen Euro Umsatz gemacht – und zwar ausschließlich über Amazon.

„Das ist das beste Marketing, das wir seit unserer Gründung machen“

Dazu trägt sicherlich auch die Kundenkommunikation und der Kundenservice bei, wie zwei Beispiele zeigen: Nachdem Nutzer ein Kavaj-Produkt mit fünf Sternen bewerteten, gab es eine im wesentlichen unberechtigte Ein-Sterne-Bewertung. Die Folge: Der Absatz rutschte von einem Tag auf den anderen in den Keller. Doch anstatt sauer zu reagieren, setzte sich das Unternehmen mit dem Kunden auseinander und konnte mit ihm gemeinsam das Problem beseitigen. Seitdem sieht sich Kavaj jedes Feedback genau an und beantwortet alle negativen Bewertung und Kundenfragen. „Das ist das beste Marketing, das wir seit unserer Gründung machen“, so Geschäftsführer und Mitgründer Jörg Kundrath.

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Ein Kommentar
Denis
Denis

Da kann wohl jemand mit Copy & Paste nicht umgehen :D Naja, KW-Commerce macht nichts anderes als China Produkte in ihre KW-Commerce Plastiktütten zu packen, das ist für mich kein Privatlabel, das ist umverpacken und kunden verarschen!

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung