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App-Design für SmartTV optimieren: Das musst du beachten

Laut einer Studie der GfK steht mittlerweile in jedem fünften deutschen Haushalt ein SmartTV mit Internetanschluss. Zeit also abzuwägen, ob die Optimierung eigener Apps oder Websites für den TV-Screen in Frage kommt. Dabei gilt es, eine ganze Reihe an Besonderheiten in Sachen Gestaltung, User-Interface und Nutzungsszenario zu berücksichtigen.

Während es beim Tablet eine rege Diskussion gibt, ob sich diese Geräte nicht auch zum Erstellen von Inhalten eignen, macht diese Diskussion beim Fernseher wenig Sinn: einschalten, zurücklehnen und genießen lautet die Devise. Vor diesem Hintergrund muss sich eine erfolgreiche Smart-TV-App messen lassen. Für produktives Arbeiten sind andere Geräte besser geeignet. Die Bereiche, in denen ein Smart-TV punkten kann, sind andere: ein großer Bildschirm, vergleichsweise sehr guter Sound und Support für eine Reihe von Videocodecs.

Zielgruppe: Couch Potato

[metabox keyword="smart-tv"]Auf dem heimischen Sofa sitzt man ein paar Meter entfernt vom Fernseher und so verschwindet der Vorteil eines großen Bildschirms recht schnell. Wenn man den weiter entfernten Fernseher gar mit einem Mobiltelefon oder Tablet vergleicht, das man nahezu direkt vor den Augen hat, dann erübrigt sich der Vorteil des großen Screens bei TV-Geräten schnell wieder.

Bedienelemente müssen auf dem Fernseher aus diesen Gründen eine vergleichsweise große Fläche sowie größere Abstände zueinander einnehmen, um auf Distanz gut sichtbar und unterscheidbar zu bleiben. Statt auf einem Fernseher mehr anzuzeigen als auf einem Tablet gilt die Regel: reduzieren und das Verbleibende vergrößern.

Geteilte Freude ist doppelte Freude

In der typischen Umgebung eines Fernsehers macht nicht jedes App-Konzept Sinn. Das gilt beispielsweise für Social-Apps. Wenn man von Apps mit einer sozialen Komponente spricht, handelt es sich meist um Apps, die stark personalisiert sind. Dies funktioniert gut bei Geräten, die hauptsächlich von einer Person benutzt werden, also bei Mobiltelefonen und Tablets. Im Umfeld des TV bedeutet „social“ allerdings, dass der Fernseher von mehreren Personen benutzt wird und das meist gleichzeitig. Vor diesem Hintergrund lässt sich nicht jede App oder Website ohne Weiteres übertragen.

Ein gutes Beispiel ist Twitter. Zwar findet sich schon allein aus Prestigegründen auf jeder Smart-TV-Plattform eine Twitter-App, jedoch möchte man sein Soical Network aus Gründen der Privatsphäre nicht unbedingt auf einem großen Fernseher im Wohnzimmer nutzen. Generell ist der Umgang mit verschiedenen Zugangsdaten, Profilen und Privatbereichen auf dem TV eher unhandlich. Bevor man anfängt, seine App oder Webseite für den Fernseher anzupassen, sollte man sich also fragen, ob das Konzept überhaupt in diese Umgebung passt.

Vorbildlich: SnagFilms für Google TV. Eine simple UI, die ohne Probleme mit dem Steuerkreuz bedient werden kann.
Vorbildlich: SnagFilms für Google TV. Eine simple UI, die ohne Probleme mit dem Steuerkreuz bedient werden kann.

Die Bildfläche

Während Auflösungen bei PC, Tablet und Mobiltelefon alle möglichen Werte annehmen können, ist die Welt bei den Fernsehern noch überschaubar. Ein modernes HDTV-Gerät hat eine Auflösung von 1920x1080 Pixeln (1080i/p). Bei HD-ready ist es schon ein wenig schwieriger. Ein Fernseher mit diesem Label muss eine Auflösung von mindestens 1280x720 (720p) aufweisen.

Auch wenn Responsive Design beim Fernseher keine so große Rolle spielt wie bei anderen Geräten, kann man auch hier trotzdem nicht auf pixel-genaues Design setzen. So ist aus historischen Gründen der tatsächlich sichtbare Bereich des TV-Schirms nochmals um circa sechs Prozent kleiner. Dieser so genannte Overscan-Bereich wurde früher benutzt, um Ungenauigkeiten der Technik zu kaschieren. Da dieser Bereich je nach Fernseher unterschiedlich groß ausfallen kann, empfiehlt Google in den Guidelines für die eigene Smart-TV-Plattform Google TV einen Mindestabstand von zehn Prozent zum Bildschirmrand einzuhalten.

Im Allgemeinen ist ein Fernseher auch heute noch auf die Darstellung des üblichen Fernsehprogramms optimiert. Dadurch ergeben sich einige Unterschiede zu Computerbildschirmen und anderen Displays. Während man normalerweise beispielsweise bei Websites eher helle Hintergründe und dunkle Schriften bevorzugt, ist beim Fernseher das Gegenteil der Fall. Helle Hintergründe wirken schnell grell und blenden durch die große Fläche. Darüber hinaus begünstigt Weiß, sowie helles Rot und Orange das Entstehen von Geisterbildern (Ghosting). Diese leicht versetzten Doppelbilder lassen das Gesamtbild unscharf erscheinen.

Die technische Fokussierung auf die Darstellung von Fernsehprogrammen bekommt man leider auch bei der Rechenleistung zu spüren. Normalerweise bekommt der Fernseher über einen Breitbandanschluss fertig gerenderte Bilder geliefert, für deren Darstellung nicht mehr viel Rechenpower nötig ist. Dadurch sind Fernseher und Set-Top-Boxen eher schwachbrüstig ausgerüstet. Dies schränkt die Möglichkeit für manche Anwendung oder gar großflächige Animationen unter Umständen erheblich ein.

Eingabegeräte für den Smart TV

Zwar unterstützen Smart-TVs heutzutage eine Reihe von Eingabegeräten, darunter auch die üblichen wie Tastatur und Maus, jedoch sind diese nicht zwingend notwendig und häufig auch gar nicht vorhanden. Der kleinste gemeinsame Nenner bleibt weiterhin das von der Fernbedienung bekannte D-Pad, ein Steuerkreuz, das nur Oben, Unten, Links und Rechts kennt. Ein auf den Fernseher optimiertes UI sollte deshalb optimal mit dem Steuerkreuz bedienbar sein. Weitere Eingabemethoden, wie ein Touchpad oder Sprach- und Gestensteuerung, sollten Entwickler als optionale Erleichterung beziehungsweise Verbesserung für den Benutzer ansehen, aufgrund ihrer noch geringen Verbreitung allerdings erst in einem zweiten Schritt berücksichtigen.

Optimieren für das Steuerkreuz

Bei einer Oberfläche, die für die Bedienung mit dem Steuerkreuz ausgelegt ist, gilt: weniger ist mehr. Dem Benutzer muss auf den ersten Blick ersichtlich sein, wo er sich auf dem Bildschirm befindet und wie er sein Ziel erreicht. Dazu ist es wichtig, dass ein gut sichtbarer Indikator das gerade fokussierte Element hervorhebt. Aus der optischen Ansicht muss sich auch der Bewegungsablauf ableiten lassen: sind Bedienelemente horizontal angeordnet, müssen diese dann auch konsequenterweise mit Links- und Rechtsbewegungen erreichbar sein.

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