Marketing

Für deutsche Blogger zeichnen sich immer bessere Ertragsmöglichkeiten ab: Die sechs Säulen der Blog-Vermarktung

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Searchtraffic und AdSense

Fast alle Blogger setzen Google als Universal-Tool für Werbeeinnahmen ein. Dabei versäumen es viele, eine wichtige Unterscheidung zu treffen. Google erzielt dann besonders gute Erträge, wenn die Nutzer etwas suchen. Es gilt also zu unterscheiden, ob der Besucher im Suchmodus ist und gerade über Google auf das Blog kommt (das ihn eigentlich gar nicht interessiert) oder ob er das Blog über einen Link, Feeds, Bookmarks oder eine direkte Eingabe im Browser besucht.

Diese zwei Arten von Besucherströmen muss man differenzieren. Besuchern, die sich im Suchmodus befinden und von Google kommen (Search Traffic), zeigt man prominent Google-Textanzeigen, denn hier sind die Klickraten signifikant besser als bei Besuchern, die das Blog über andere Wege erreichen. Letzteren Besucherstrom monetarisiert man hingegen besser über bezahlte Einblendungen (TKP-Banneranzeigen), da diese Besucher viel seltener auf Textanzeigen klicken. Wichtig: Die Google-Anzeigen platziert man am besten mittig, oben links und nicht rechts.

Rechenexempel Searchtraffic
In der Regel kommen circa 30 Prozent der Besucher über Suchmaschinen – in der Beispielrechnung also rund 10.000.
Geht man von einer Klickrate von 2,5 Prozent aus, sind das bei 10.000
Besuchern 250 Klicks. Setzt man einen Netto-Klickpreis von 0,1 Euro an,
landen 25 Euro in der Kasse.

Affiliate-Marketing

Für Blogs mit einer konkreten thematischen Ausrichtung kann Affiliate-Marketing sich zur besten Einnahmequelle aller Ertragskanäle entwickeln. Dies ist jedoch themenabhängig. Für ein Finanzblog kann Affiliate-Marketing der mit Abstand beste Ertragskanal sein, ein Haustierblog wird ertragsschwächer dastehen. Bis man sein Blog richtig optimiert und die richtigen Programme gefunden hat, wird es eine Weile dauern. Die Mühe lohnt sich aber, Affiliate-Marketing ist häufig eine ertragreiche Einnahmequelle. Affiliate lässt sich außerdem erfolgreich in Kombination mit AdSense im Searchtraffic platzieren. Sehr wirksam sind direkte Empfehlungen aus dem Blogpost heraus, also zum Beispiel die direkte Belegung eines Buchtitels mit dem entsprechenden Affiliatelink.

Rechenexempel Affiliate-Marketing
Je nach Thema des Blogs bieten sich mit Affiliate-Marketing sehr
unterschiedliche Ertragsmöglichkeiten. Bei einem durchschnittlichen
Warenwert von 50 Euro und fünf Prozent Provision
verbleiben 2,50 Euro Provision beim Blogger. Wenn aber von den 30.000
Besuchern auch nur ein halbes Prozent der Besucher zugreift, sind das
150 Bestellungen à 2,50 Euro Provision und damit sehr ansehnliche 375
Euro.

Feeds

Feed-Vermarktung hat bisher nur die größeren Publisher glücklich gemacht. Die meisten Erfahrungsberichte von kleineren Bloggern zeigen eher ernüchternde Zahlen für Anzeigen in Feeds, beispielsweise via „Google Adsense for Feeds“. Erfolg scheinen diejenigen zu haben, die am Ende eines Artikels einen Link oder eine Textanzeige platzieren und diesen im Rahmen eines Werbepakets in Kombination mit einem Button oder Sponsoring für einen Monat verkaufen. Unterschätzt wird immer noch, dass Feeds außerhalb der Blogosphäre kaum jemand kennt. „Feeds? Kann man das essen?“ Wer ein breiteres Publikum erreichen möchte, tut gut daran, sein Blog per E-Mail abonnieren zu lassen.

Rechenexempel Feeds/Newsletter
Auch wenn dieser Bereich häufig von Nutzern für Werbung nicht genutzt wird, kann man
insbesondere in Kombination mit Buttons und Sponsorships Pakete
schnüren, sodass man diesen Bereich immerhin durch eine Textanzeige am
Ende eines Artikels ab und an verwerten kann. Für dieses Beispiel geht
man von einem Schätzwert von 50 Euro bei zehn Artikeln aus, den man über
einen Monat hinweg mit Anzeigen erzielen kann.

Spendensysteme

Nach dem sporadisch zum Einsatz gekommenen „Spenden“-Button von PayPal erfreuen sich zwei neue Systeme erhöhter Beliebtheit: Flattr und Kachingle, wobei Flattr momentan deutlich mehr Wachstum verzeichnet.

Bei Flattr bestimmt der Leser selbst einen monatlichen Betrag, den er für gute Inhalte zu spenden bereit ist. Diesen Betrag kann der Leser auf alle Inhaltseinheiten (Text, Audio, Video. etc) verteilen, die er zuvor durch einen Klick unterhalb des entsprechenden Beitrags „geflattrt“ hat. Diese Lösung ist charmant, da sie gute Inhalte belohnt. Allerdings setzt sie auf die altruistische Einstellung der Leser. Im Gegensatz zu allen anderen vorgestellten Ertragskanälen verteilen diese Spendensysteme Gelder von Lesern zum Verfasser um, nicht von der Werbeindustrie.

Rechenexempel Spendensystem
Bei zehn Artikeln pro Monat und im Schnitt zehn „flattrs“ pro Artikel à
0,1 Euro ergeben sich 100 flattrs zu insgesamt zehn Euro. Das zahlt nicht
die Miete, aber vielleicht landet man ja einmal einen weltverändernden
Beitrag.

Fazit

1.000 Besucher pro Tag – wie in der Beispielrechnung vorausgesetzt – muss man zwar erst einmal erreichen. Allerdings ist
es durchaus realistisch, mit diesen 1.000 Besuchern auch ein paar hundert Euro zu verdienen. Zählt man die Erträge der einzelnen Säulen aus dem Rechenexempel zusammen, ergibt sich folgendes Bild:

Rechenexempel für 60.000 PIs pro Monat
Banner 222 Euro
Buttons / Sponsorships 240 Euro
Searchtraffic 25 Euro
Affiliate-Marketing 375 Euro
Feeds / Newsletter 50 Euro
Spendensystem (hier Flattr) 10 Euro
GESAMT 922 Euro

Alle vorgestellten Ertragskanäle können das
Bloggerkonto spürbar aufbessern, wenn sie gut miteinander kombiniert werden. Ambitionierten Bloggern können sie den Weg in die Selbständigkeit weisen. Alle Kanäle werden unterschiedlich gut laufen,
manche sind saisonalen oder wirtschaftlichen Schwankungen unterworfen.
Fachblogs werden es leichter haben als Blogs, auf denen alles und nichts
zu finden ist.

Insbesondere für diejenigen, die in der Lage sind, erste Erfolge zu skalieren und mit Hilfe von Co-Autoren den Sprung von einem Artikel auf drei bis zehn pro Tag zu schaffen, kann Bloggen zum echten Geschäft werden. Die Ertragsmöglichkeiten für Blogger verbessern sich in jedem Fall immer mehr. Das Segment Onlinewerbung hat noch viel Luft nach oben und wird in naher Zukunft weiter wachsen.

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

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Dein t3n-Team

10 Kommentare
Carsten Knobloch

Lieber Vasco, ich bringe dir mal zur re:publica meine Kontoauszüge mit. Ich muss ja „rein rechnerisch“ natürlich, ein reicher Mann sein ;)

Die Realität für Blogger, auch für die gut besuchten, sieht leider völlig anders aus. Es mag Ausreißer geben, sicher – aber die sind eben nicht Usus.

Antworten
Philipp

Persönlich finde ich das gerade mittelständische Unternehmen besser an das Blog-Marketing herangeführt werden müssten. Direkte Zielgruppen lassen sich so direkt channeln und das Budget wird nicht nur für eine breite Masse verbraten. Wäre vielleicht auch eine gute Idee für einen eigenen Artikel?

Grüße, Philipp

Antworten
Heiko Stiegert
Heiko Stiegert

Kann Carsten nur zustimmen, die Rechnung im Fazit, wird wohl bei den wenigstens Bloggern die Realität sein. Auch wenn es nur ein Beispiel ist, sind die Margen in den einzelnen Bereichen (Banner, Affiliate,…) viel zu hoch gegriffen.

Antworten
Vladimir

Ich muss hier Carsten und webstandard zustimmen.

Die Realität scheint leider ein bisschen anders aus. Gute Verdienste ließen sich mit Blogs erzielen als Google noch nicht gegen die Linkverkäufe vorgegangen ist. seit dem scheint es magerer aus.

Hat man kein eng fokusierten Weblog (Finanzen, SEO, Affiliate etc.) dann wird es mit Affiliate-Marketing sehr zäh, weil neben der engen Fokussierung auch geeignete Partner-Programme fehlen und Lifetime-Modelle außerhalb dieser Bereiche sehr selten sind.

Antworten
m.o.m.

Wenn das Rechenbeispiel stimmen würde, wäre ich auch ein reicher Mann. Aber es ist wie erwähnt nur ein Beispiel. Wobei ich mit Direktvermarktung die besten Erfahrungen gemacht habe.

Schließe mich der Meinung von Carsten und Vladimir an.

Anyway: Schöne Weihnachten und guten Rutsch!

Antworten
Imre
Imre

Ich will jetzt wirklich nicht angeben oder ähnliches, aber ich komme mit meinen Blogs auf ca. dieselbe Zahl. Zwar ist die Verteilung der Einnahmequellen anders, aber die etwa 900 Euro pro 30.000 Besucher stimmt.

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Oliver Springer

Die TKP-Werte bei den Bannern scheinen mir auch etwas zu hoch angesetzt zu sein. So traurig das für uns ist.

Beim Search-Traffic können aber deutlich höhere Einnahmen möglich sein. Das hängt natürlich sehr vom Thema und den Klick-Preisen für die entsprechenden Keywords ab. Bei 1.000 Besuchern am Tag sollte man die 100-Euro-Schwelle aber erreichen können.

Antworten
Sascha Pallenberg

Sehr schoener Artikel Vasco und erstmal ein dickes Danke dafuer, denn die deutsche Blogszene brauch mehr davon.

Zu weiten Teilen gebe ich dir absolut recht und nein, du hast bei den TKPs sicherlich nicht zu hoch gegriffen. Generell liegen Kampagnen, die mein US-Vermarkter bei uns schaltet so zwischen $6 und $10. Meisstens haben die dann ein bestimmtes Budget fuer den gesamten Monat und verteilen es ordentlich.

Habe ich auf der re:publica noch davon gesprochen, nicht mehr an Vermarktern interessiert zu sein, so ist dies im Grunde genommen meine 3. Saeule bei der Blogvermarktung geworden und damit komme ich auch zum einzigen Kritikpunk. Wo ist die allerwichtigste Saeule? Direktvermarktung! Hier kann ein spezialisiertes Blog richtig Knaster machen, nur reicht es da halt nicht einfach irgendeinen Adcode einzufuegen. Ab ans Telefon und relevante und potentielle Sponsoren kontaktiert. Kalt-Aquise vom Feinsten und glaubt es mir, es funktioniert.

Somit ergibt sich fuer meine beiden Netbooknews-Blogs zur Zeit folgendes Monetarisierungs-Modell:

1. Direktvermarktung
2. Affiliate
3. Vermarkter

Es gibt aber fuer uns noch einen 4. Bereich, der eigentlich keine Saeule mehr ist, sondern das Fundament und das is Youtube. Seit April haben wir die Einnahmen dort um ca. 2000% (in Worten zweitausend)gesteigert und in Verbindung mit Direktvermarktung liegen wir da monatlich immer im 5stelligen Bereich, wobei alleine Adsense und die Youtube Preroll-Ads ca. 60% ausmacht.

Warum das in Deutschland kaum einer richtig angeht, ist mir ein Raetsel (mal abgesehen von diesen Leuten wie Herr Tutorial, die diverse US-Channels kopieren und das eigentlich auch sehr gut machen, plus sich dabei ’ne goldene Nase verdienen).

Jeder, der meint er koennte sein Blog nicht richtig monetarisieren, hat sich leider zu wenig Gedanken darueber gemachrt bzw. noch nicht alle Moeglichkeiten ausgeschoepft. Sollte es dann immer noch nicht klappen, dann kann es nur am Content liegen.

Antworten
Vasco

Hi Leute,

vielen Dank für die Beiträge!

Ich denke, dass dieser Kommentarstrang ein sehr gutes Bild zum aktuellen Thema in Sachen Blogvermarktung abgibt: die überwiegende Mehrheit ist skeptisch, 1-2 Stimmen haben das Potential bereits umgesetzt oder sogar noch neue Ertragskanäle identifiziert.

@Sascha großartiger Input in Sachen Video, danke! Das Thema hatten wir – so wie Du es verwendest – bisher noch nicht umgesetzt, wir arbeiten gerade in Sachen Video an einem anderen Thema.
Direktvermatktung: ganz klar, sollte jeder Blogger, wenn er Zeit & Lust dazu hat, machen.

Wir haben uns auf der re:publica (zum 3. Mal) für das Thema Blogvermarktung angemeldet, um unsere Erfahrungen mit euch zu teilen, wenn wir wieder abgelehnt werden, machen wir ne guerilla-blogvermarktungsveranstaltung :))

Ausblick & Meinung:
Leute, Blogs sind sogar besser vermarktbar als herkömmliche Websites. Einfach deswegen, weil die Autoren flexibler sind und die Eyeballs auf den Blogs sind. Das wird sich bald mehrheitlich im Markt zeigen. Wir als Vermarkter haben bisher erst nur einen (!) Kanal (Bannervermarktung) am Markt platziert (und da liegt noch sehr viel Arbeit vor uns). Da kommen noch mehr als eine ganze Handvoll von uns und das wird sich im Geldbeutel der Blogger in Europa zeigen. Darauf freue ich mich.

Schießt euch nur nicht mit Linkverkauf und Grauzonenaufträgen ins eigene Bein.

Antworten
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I not to mention my friends were digesting the great thoughts on your web page while the sudden developed a horrible suspicion I had not thanked the blog owner for those secrets.

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