Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

t3n 31

Die perfekte Produktion: Einführung in Equipment und Technik für Webvideos

Die Ansprüche an die Qualität von Webvideos steigen. Zugleich ist das Equipment für eine professionelle Produktion erschwinglich geworden. Wir zeigen, wie ihr mit schon kleinen Mitteln ein Profi-Studio mit sauberem Ton, guten Bildern und optimaler Beleuchtung realisieren könnt.

Im vergangenen Jahr hat sich Bewegtbild im Netz dramatisch gewandelt. Was Anfang 2012 noch „Webvideo“ hieß, ist inzwischen zu „Internet-TV“ geworden – und zu einem Massenmedium. Millionen, vor allem junge Zuschauer haben Webvideos zur einer Hauptquelle ihres Medienkonsums gemacht. Und sie wollen, wie jeder Zuschauer, vor allem eines: gut unterhalten werden. War es vor einem Jahr noch State of the Art, seinen Videos einen möglichst selbst gemachten Look zu geben, hat sich das Blatt heute um 180 Grad gewendet. Unscharfe Bilder, schlechte Beleuchtung oder ein halliger Ton sind nicht mehr zeitgemäß. Vielmehr hängt gute Unterhaltung heute vor allem auch von handwerklicher Qualität ab. Da muss die Beleuchtung stimmen, der Ton darf nicht rauschen, das Licht muss professionell gesetzt sein. Eine unsaubere Stanze wird mit Dislikes quittiert. „Productionvalue“, also die Produktionsqualität, ist heute entscheidend für den Erfolg eines Videos. Doch das ist schon lange nicht mehr so schwierig wie noch vor ein paar Jahren. Gutes Equipment, mit dem Videos sich in Fernsehqualität (und besser) produzieren lassen, kostet heute keine fünfstelligen Beträge mehr.

Der gute Ton bei Webvideos

Bestimmte Mindestanforderungen sollten vor allem dann erfüllt sein, wenn es um einen guten Ton geht. Oft unterschätzt, ist er fast das Wichtigste an einem professionellen Video. Ist der Ton schlecht, sind die Erfolgschancen eines Webvideos deutlich geringer. Das liegt unter anderem daran, dass unser Gehirn nicht so gut in der Lage ist, fehlende Informationen im Ton zu ergänzen. Das lässt sich zum Beispiel beim Musik hören feststellen: Manchmal braucht man als Hörer fast eine halbe Minute, um einen bekannten Song im Radio zu erkennen, wenn der Empfang schlecht ist. Bei Bildern oder Videos ist das anders: Manchmal reicht es bei ganz schlechter Qualität sogar, die Augen etwas zusammen zu kneifen, und schon kann das Gehirn aus ein paar quadratischen Würfeln ein Bild formen. Dem Ton sollte man daher also große Aufmerksamkeit schenken. Hauptproblem sind Umgebungsgeräusche und Hall in geschlossenen Räumen. Dann klingt der Ton oft billig oder ist sogar nicht zu verstehen. Das interne Mikrofon einer Kamera ist deshalb immer nur eine Notlösung. Ein externes Mikrofon sollte Pflicht sein.

Richtmikrofon

Viele Videomacher nutzen für Webvideo kleine, aufgesetzte Richtmikrofone. Sie haben eine stark auf die Schallquelle ausgerichtete Richtcharakteristik. Schall, der von der Seite kommt, blenden sie weitestgehend aus. Sie werden vor allem dort eingesetzt, wo es auf guten Ton ankommt, aber das Mikrofon nicht im Bild zu sehen sein soll. Ist die Schallquelle allerdings nicht direkt vor der Kamera, sondern beispielsweise eher seitlich, muss man ein Richtmikrofon an einer so genannten Tonangel befestigen. Ein Assistent muss diese dann so über die Szene halten, dass das Mikrofon genau auf die Schallquelle – zum Beispiel auf den Mund des Hauptdarstellers – zielt. So entsteht eine perfekte Tonaufnahme, ohne dass ein Mikrofon im Bild zu sehen ist. Ab rund 200 Euro gibt es schon brauchbare Richtmikrofone.

Handmikrofon

Das gebräuchlichste Mikrofon bei Reportern ist das Handmikrofon, denn es lässt sich – etwa bei Interviews – immer von Hand in die Richtung der Tonquelle richten. Hierbei gibt es zwei Richtcharakteristiken: die Kugel- und die Nierencharakteristik. Ein Mikrofon mit Kugelcharakteristik erfasst den Schall aus allen Richtungen gleich gut. Dadurch nimmt es viel Atmosphäre – also auch viele Umgebungsgeräusche – auf. Da das aber auch stören kann und die Verständlichkeit darunter leiden kann, gibt es Handmikrofone mit Nierencharakteristik. Diese sind nach vorne empfindlicher und reduzieren so deutlich die Umgebungsgeräusche. Für ein gutes Handmikrofon müssen Webvideo-Macher mit mindestens 100 Euro einkalkulieren.

Ansteckmikrofone

Kleine Ansteckmikrofone werden an Revers oder Kragen befestigt und befinden sich so ganz nah an der Schallquelle, dem Mund. Es gibt sie als Funk- oder auch Kabel-gebundene Mikrofone. Kabel-gebundene Mikrofone kosten zwischen 100 und 200 Euro. Teuer sind hingegen die Funkmikrofone. Hier gibt es zwar auch schon Angebote um die 100 Euro. Diese sind aber meistens von schlechter Qualität. Um Ansteckmikrofone an videofähige Spiegelreflexkameras anzuschließen, hilft ein ausgeklügelter Adapter von Beachtek. Damit lassen sich Mikrofone mit dem professionellen XLR-Anschluss verwenden. Die Adapter haben einen Kopfhörerausgang und selbst Kameras mit automatischer Aussteuerung können damit manuell ausgesteuert werden.

Die Tonqualität steuern

Die Tonqualität sollten man unbedingt während der Aufnahme kontrollieren. Das geht im Prinzip selbst mit einem Minikopfhörer. Sicher ist man allerdings nur mit einem geschlossenen Kopfhörer, der die Umgebungsgeräusche weitestgehend abhält. Wichtig für eine gute Tonqualität ist die richtige Einstellung. Viele nutzen die automatische Aufnahme – sie ist allerdings nicht nur die meist genutzte, sondern auch die Schlechteste. Oft zieht die Elektronik den Ton dann nämlich an leisen Stellen hoch, sodass Umgebungsgeräusche, wie Papierrascheln oder Straßenverkehr, lauter zu hören sind. Wenn es geht, ist manuelles Aussteuern deutlich besser. Die Automatik sollte nur in Notfällen zum Einsatz kommen.

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Eine Reaktion
Jenny

Ein paar gute (und vllt. auch negative) Beispiele wären noch ganz hübsch gewesen.
Wir machen die Filme momentan noch mit einem professionellen Kameramann, der sein Equipment mitbringt. Da haben wir die Regie gleich noch mit dabei.

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Finde einen Job, den du liebst