Startups

1. Teil der Serie „Venture Capital & Business Angels“: Fabeltier Businessplan

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Die Integrität des dreiteiligen Zahlenwerks ist am besten gewährleistet, wenn man mit ersten Eckwerten für Ergebnis- und Bilanzplanung beginnt und darauf basierend die Cash-Flow-Rechnung ableitet. Für letztere gibt es zwei prinzipiell unterschiedliche Methoden: Die „direkte Methode“ macht es erforderlich, für jeden einzelnen Vorgang (Einnahmen und Ausgaben) Zahlungstermine zu kalkulieren. Sie ist aufwändig, fehleranfällig, nur schlecht mit Ergebnis- und Bilanzrechnung abstimmbar und für Außenstehende kaum nachzuvollziehen. Empfehlenswert ist daher die indirekte Methode [2]
[3], häufig auch als „Praktikermethode“ bezeichnet. Sie ermittelt Liquiditätswirkungen aus der Veränderung der Bestandsgrößen der Bilanz. In der nachfolgenden schematischen Darstellung erhöhen sich etwa die in der Betriebsausstattung gebundenen Mittel von 100 auf 150. Diese zusätzliche Investition ist freilich liquiditätsbelastend. Gemäß verkehrsüblicher Gliederung wird der Vorgang dem Cash-Flow II zugeordnet, dem „Cash-Flow aus Investititonstätigkeit“. Das Drücken der Forderungsbestände (-10) und die Neuaufnahme von Darlehen (+15) sind dagegen liquiditätserhöhend. Sie gehen gemäß Standardgliederung in den Cash-Flow I und den Cash-Flow III ein. Der Gesamt-Cash-Flow ergibt sich als Summe der drei Zwischensummen. Er entspricht dann wiederum der Gesamtveränderung der Mittelbestände zwischen zwei Bilanzstichtagen. Auf diese Weise gelangt man – Gewissenhaftigkeit und Vorsicht vorausgesetzt – zu realistischen Liquiditätsplänen.

Bilanz-Aktiva am 31.12.08 am 31.12.09 Veränderung geht ein in…
Betriebsausstattungen 100 150 +50 Cash-Flow II
Forderungen 50 40 -10 Cash-Flow I
Bilanz-Passiva am 31.12.08 am 31.12.09 Veränderung geht ein in…
Darlehen 80 95 +15 Cash-Flow III
Ermittlung Cash-Flow (indirekt) Liquiditätswirkung
Cash-Flow I (aus operativem Geschäft) +10
+/- Cash-Flow II (aus Investitionstätigkeit) -50
+/- Cash-Flow III (aus Finanzierungstätigkeit) +15
= Cash-Flow gesamt -25
Veränderung der Liquidität
Anfangsbestand Finanzmittel (= „Kontostand“) +60
+/- Cash-Flow gesamt -25
= Endbestand Finanzmittel (= „Kontostand“) +35

Das Schema ist den typischen DATEV-Standardausdrucken der meisten Steuerberater und der bescheidenen Planungssoftware diverser Kleinverlage haushoch überlegen. Sachkonten-Summensaldenlisten der Buchhaltung sind höchstens Zahlenquellen und nicht direkt als ernst zu nehmende Denkraster für Analyse und Planung brauchbar. Auch sogenannte Liquiditätsgrad-Kennzahlen haben alleine keine wirkliche Aussagekraft. Professionelle Werkzeuge erleichtern die Arbeit, und die beste Hilfe kommt eher von Unternehmern als von Steuerspezialisten oder Buchhaltern.

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