Ratgeber

Das sind die besten Finanz-Apps: Volle Kontrolle bei Geldanlage, Banking und Payment

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Geld verleihen und Privat-Kredite

Neben klassischen Payment-Apps existieren auch Anwendungen, die sich eher für den Geldtransfer unter Privatpersonen eignen. Mit Cringle lassen sich beispielsweise Beträge bis zu 100 Euro versenden. Interessant daran ist, dass der Empfänger des Betrags die App nicht mal installiert haben muss. Damit eignet sich die Anwendung auch für kleinere, in einem Restaurant oder Geschäft zu bezahlende Beträge: Hat der Nutzer nicht ausreichend Bargeld dabei, kann er die Differenz via Cringle begleichen. Der Kooperationspartner, die DKB, kümmert sich mittels Lastschrift darum, dass der Betrag zwischen zwei Girokonten beliebiger Banken transferiert wird. Der Empfänger zahlt dabei keinerlei Gebühren, lediglich für den Bezahlenden fallen 10 Cent pro Transaktion an.

Auch Lendstar ermöglicht den Transfer von Geld in Echtzeit. Der Fokus der App liegt ebenfalls auf Privatpersonen, und Nutzer finden zusätzlich Funktionen. So kann eine Gruppe von Anwendern gemeinsam Geld, zum Beispiel für ein Geburtstagsgeschenk, einsammeln, und man kann Beträge verleihen oder unter mehreren Menschen aufteilen. Die Nutzung der App aus München ist kostenlos.

Mit Cringle lassen sich Beträge bis zu 100 Euro anweisen, ohne dass der Empfänger die App installiert haben muss.

Mit Cringle lassen sich Beträge bis zu 100 Euro anweisen, ohne dass der Empfänger die App installiert haben muss.

Auch Unternehmen wie Facebook und Snapchat arbeiten an Lösungen, die es Nutzern erlauben, sich gegenseitig direkt Geld zu überweisen. Facebook hatte Anfang des Jahres für seine Messenger-App ein kostenloses Payment-Feature angekündigt, das bisher lediglich in den USA nutzbar ist. Das Feature ermöglicht Nutzern, bequem und sicher Geld zu senden und zu empfangen. Voraussetzung dafür ist das Hinterlegen einer Kreditkarte (Visa oder MasterCard). Um Geld zu senden, muss beim Chatten ein Dollar-Zeichen angeklickt und der zu zahlende Betrag eingegeben werden. Anschließend wird auf „Pay“ gedrückt. Um Geld zu empfangen, muss über „Add Card“ in einer Chat-Konversation eine Kreditkarte hinterlegt werden. Das Ganze funktioniert demnach ganz ähnlich wie das bereits etablierte PayPal oder auch die Lösung von Snapchat. Diverse vergleichbare Apps versuchen ihr Glück ebenfalls in diesem Bereich – derzeit sorgt beispielsweise das zu PayPal gehörende Venmo in den USA für Wirbel. Die App zeigt, wie man jungen Nutzern Lust auf mobiles Bezahlen macht – und gleichzeitig die Reichweite steigert: eine soziale Komponente soll es richten. Bei jedem Kauf wird ins Venmo-Netzwerk und auf Wunsch bei Facebook ein Update veröffentlicht.

Rund um das Thema „Geld verleihen“ haben sich auch diverse Plattformen für Privatkredite formiert. Kredit-Marktplätze wie smava.de und auxmoney.de vermitteln unter anderem Kredite zwischen Privatpersonen – mal mit, mal ohne zugehörige App. Da bei derartigen Angeboten keine Banken involviert sind, sollen Kredite für Nehmer günstiger sein und gleichzeitig den Gebern bessere Renditen bringen. In der Regel fällt aber mindestens eine Vermittlungsgebühr an. Crowdlending im Sinne von Plattformen wie den genannten, aber auch Lendico, Bondora und anderen, spielen hierzulande noch eine untergeordnete Rolle. In den USA ist das Phänomen bereits verbreiteter. Analysten gehen davon aus, dass der Markt bis 2025 auf 150 Milliarden US-Dollar wächst.

Budgetierung und Haushaltsbuch 2.0

Will man Geld anlegen, muss man zuerst etwas zur Seite legen. Beim Sparen hilft im Bereich der persönlichen Finanzen seit jeher ein Haushaltsbuch. Diverse Apps zur Budgetierung verschaffen Überblick bezüglich Einnahmen und Ausgaben. Der Vorteil digitaler Lösungen erschließt sich schnell: Bei einem analogen Haushaltsbuch müssen alle Belege aufgehoben werden, um die entsprechenden Beträge dann daheim in ein Notizbuch zu übertragen. Dann gilt es, alle Ausgaben händisch zu kategorisieren und auszuwerten. Mobile Apps nehmen dem Nutzer viel Arbeit ab. Direkt an der Kasse im Supermarkt die Ausgabe im Smartphone verbuchen und vertaggen – fertig. Die Auswertung erfolgt automatisch. Einige Apps synchronisieren sich sogar mit dem Konto, was das Führen eines Haushaltsbuchs nochmals vereinfacht – allerdings auch das Sicherheitsrisiko erhöht. Generell sollte man darauf achten, dass die Apps gesetzlichen Datenschutzbestimmungen Rechnung tragen, Daten nicht an Dritte weitergeben und einen Passwortschutz mitbringen.

YNAB vereinfacht die Haushaltsführung per mobiler Applikationen und bereitet die eingehenden und ausgehenden Finanzflüsse übersichtlich in Grafiken auf.

YNAB vereinfacht die Haushaltsführung per mobiler Applikationen und bereitet die eingehenden und ausgehenden Finanzflüsse übersichtlich in Grafiken auf.

Das Angebot an Budget-Apps ist riesig, aber einige Anwendungen stechen aus der Masse heraus – so zum Beispiel YNAB (You Need a Budget). Die App bietet einen erfrischenden Ansatz und ist optimal für die Nutzung auf dem Smartphone ausgerüstet. Zu den Features gehört unter anderem Geo-Tagging, das häufig frequentierte Geschäfte speichert und so die Eingabe von Ausgaben beschleunigt. Für die Nutzung am iPhone wird zusätzlich die Desktop-Version benötigt. Wer es besonders simpel mag, sollte sich dagegen Budgt oder Xero ansehen. Weitere empfehlenswerte Apps sind Money von Jumsoft, Meine Ausgaben, Mein Geld, VSB Haushaltsplaner, Money Tab und Meine Finanzen. Einige Apps wie MoneyControl bieten detaillierte Auswertungen. Mit Balken- und Tortendiagrammen erkennt der Anwender auf einen Blick, wo sein Geld geblieben ist und wo er noch sparen kann.

Mobile Finanzen auf dem Vormarsch

Unterwegs Aktien kaufen, mit dem Smartphone bezahlen, den aktuellen Kontostand stets dabei, Überweisungen von egal wo tätigen, das eigene Finanzwissen erweitern, unterschiedliche Anlage-Klassen miteinander vergleichen oder die Ausgaben notieren – Finanz-Apps decken mittlerweile fast das gesamte Spektrum ab. Viele Trading-Portale bieten nicht nur mobile Apps, sondern auch die Möglichkeit, Social-Investments zu tätigen, bei denen Kleinanleger den Anlage-Strategien professioneller Händler folgen können. Fest steht: traditionelle Banken und Finanzberater müssen sich anpassen, denn der Wettbewerb steigt. Wer da nicht modern denkt, gerät schnell ins Hintertreffen.

Allein im vergangenen Jahr wurden rund zwölf Milliarden US-Dollar in Fintechs gesteckt, und einzelne Startups aus diesem Sektor sind mittlerweile milliardenschwer. Allerdings ist auch davon auszugehen, dass sich nicht jede Entwicklung rund ums Geld auch wirklich halten wird. Fintechs beweisen aktuell ein besseres Händchen beim User-Interface-Design als etablierte Finanzinstitutionen. Die entsprechenden Apps sind in der Regel leicht verständlich und simpel zu bedienen – ohne Zweifel ein Plus in einem Bereich, der sonst vielen Anwendern zu komplex erscheint. Allerdings gilt es beim Banking, Payment, Trading und der Buchhaltung auf mobilen Geräten besondere Vorsicht walten zu lassen. Aspekte wie Datenschutz und Sicherheit sollte jeder Anwender stets zur obersten Maxime machen.

Mehr zum Thema? Die besten Haushaltsbuch-Apps findet ihr hier!

 

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8 Kommentare
christian.nitsche
christian.nitsche

Danke für die tolle Übersicht!

Zur Budgetierung, Erfassung der Ausgaben und der persönlichen Finanzplanung kann ich auf jeden Fall YNAB (You Don’t Need A Budget) empfehlen, welches Ihr ja auch beschrieben habt.

Was YNAB so besonders macht ist die Methode, die die Software versucht zu vermitteln. Vier klare Regeln, die dafür sorgen, Struktur und Kontrolle in den eigenen Finanzhaushalt zu bekommen und sich somit mehr finanzielle Flexibilität, Übersicht und schlussendlich auch ein Stück Freiheit zu schaffen. Das ganze wird über die App hinaus in Video-Tutorials, Workshops und in einer Online-Community vermittelt und verfestigt. Ich finde, es funktioniert super!

In der kürzlich veröffentlichten Version 5 von YNAB, benötigt man auch keine Desktop Version mehr, sondern kann sich direkt online per Web-Oberfläche einloggen und seine Budgets verwalten. Ich persönlich benutze noch YNAB 4, welches mal bis vor kurzem noch für einen einmaligen Betrag erwerben konnte. Jetzt basiert YNAB auf einem Subscription-Modell für $5 im Monat.

YNAB bietet auch die Verbindung von Bank- und Kreditkartenkonten – leider aber nicht mit Konten aus Deutschland, mein größter Schwachpunkt.

Für die Verwaltung von Konten auf dem iPhone kann ich persönlich iOutbank empfehlen. Sehr mächtig und zuverlässig, ein Klassiker eben.

Ich persönlich wünsche mir einen Dienst, der ähnlich wie das amerikanische Vorbild Mint.com ermöglicht, meine ganzen Bankdaten zu synchronisieren und in einem äußerst schicken und benutzerfreundlichen User Interface zu steuern.
Das Ganze gepaart mit YNAB, einem Web Interface und einer vernünftigen wäre traumhaft! Leider habe ich noch nichts vergleichbares für den deutschen Markt finden können…

Viele Grüße

Christian

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Malte
Malte

Hey Sébastien,

super Übersicht, danke!
Nur als kleine Anmerkung zu Cringle: Seit dem 20.08. sind bei Cringle auch keine Transaktionsgebühren mehr vorhanden und somit komplett kostenlos!
http://blog.cringle.net/post/127139211149/news-cringle-jetzt-kostenlos

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Matthias

Hallo Malte,

wie genau finanziert sich Cringle denn dann, wenn es keine Gebühren gibt?

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Dominic

Mobile TAN-Verfahren sind auch mit 2 Apps unsicher, schaut euch folgendes Video vom 32c3 vor 2 Wochen an https://www.youtube.com/watch?v=SCMJmbuTQCM

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Gute Fahrt

YDNAB ist ziemlich gut, gibt es sogar auf steam ;)

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Tilo Hammer
Tilo Hammer

Super Übersicht und zeigt ganz klar – FinTech auf dem Vormarsch. Hier noch eine kleine Ergänzung für alle unter Euch die auch Ihre bestehenden Kredit-, Geldanlage- und Versicherungsverträge verwalten wollen.

Mit unserer feelix Finanz App bieten wir hier eine passende Lösung. http://www.myfeelix.de/

Ich bin gespannt was sich 2016 noch alles tut.

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littlehoopoe
littlehoopoe

Bei mir sind Seite 1 und 2 genau das gleiche, hab ich die Übersicht übersehen?

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Smartinvestor
Smartinvestor

Was mir noch total fehlt ist eine Software zur Vermögensverwaltung, die alle Transaktionen (z.B. Wertpapieren(ver)Käufe, Ausschüttungen) automatisch von der Depotbanken herunterladen kann. Es ist doch echt steinzeitlich, dass man sich seit nunmehr über 20 Jahren regelmäßig hinsetzen muss, um alle total standardisierten Transaktionenabrechnungen mühsam aus dem Postfach zu holen, vollständig von Hand im Verwaltungstool einzugeben, zweimal auf Übertragungsfehler zu überprüfen und dann ab und an trotzdem stundenlangang nach Übeftragungsfehlern suchen muss, die man trotz sorgfältigster Übertragungsarbeit nicht vermeiden könnte. Wirklich Alles im üblichen Banking und Broking ist heutzutage hoch standardisiert und automatisiert und läuft in Sekundenschnelle ab. Nur der letzte Schritt der privaten Erfassung ebenso hoch standardisierter Wertpapiertransaktionen muss seit zig Jahren immer noch von Hand erfolgen. Das ist m.E. steinzeitlich ätzend! Bin daher von der Innovation speed der Fintech nicht wirklich angetan. oder habe ich da was übersehen?

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