Entwicklung & Design

Frameworks und Gratis-Tools, die Webentwicklern das Leben erleichtern

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Web-Apps

Als zunehmend populäre Lösung dieses Problems haben sich Web-Apps herauskristallisiert. Die Idee hinter solchen Anwendungen sind RIAs, die sich dynamisch der Display-Größe und -Ausrichtung von Smartphones und Tablets anpassen, vom Betriebssystem gewohnte Symbole einsetzen und somit auf verschiedenen Systemen das Gefühl geben, beinahe native Applikationen zu sein. Entsprechende Frameworks bieten neben den passenden Bildern und Effekten die Möglichkeit, Hardware-abhängige Dienste wie die geografische Ortung online zu umgehen. Denn auf GPS-Sensoren, Kameras und die Neigungswinkel der Geräte haben nur native Anwendungen Zugriff.

Ein weiterer Unterschied zu solchen iOS-, Android- oder Windows-Phone-7-Applikationen liegt in der Vermarktung: Web-Apps sind nicht in den jeweiligen App-Shops zu finden und bringen darüber kein Geld. Einen ausführlicheren Blick auf Web-Apps und deren Frameworks wirft außerdem der Artikel ab Seite 142.

Multi-OS-Apps

Wer Geld durch den Verkauf von Apps verdienen möchte, ist gut beraten, seine Anwendung in den jeweiligen Shops unterzubringen. Allein Apple, Google und Microsoft verlangen dafür aber bereits drei unterschiedliche Apps; von RIM (Blackberry), Samsung (Bada) und Nokia (Symbian) ist dabei noch gar nicht die Rede. Frameworks für Multi-OS-Apps dienen sich deshalb an, aus einer Code-Basis mehrere native Applikationen zu generieren.

„Rhodes“ setzt dafür auf die zentrale Sprache Ruby und konvertiert die Anwendung anschließend für Android, Blackberry, iOS, Windows Mobile und Windows Phone 7. Noch mehr Ziel-Systeme verspricht „PhoneGap“: Das Framework übersetzt herkömmliche Web-Apps mit passender Syntax für Android, Bada, Blackberry, iOS, Symbian, WebOS und Windows Phone 7. Dass solche Frameworks dennoch nicht auf sämtliche Feinheiten eines jeden Systems Rücksicht nehmen können, liegt auf der Hand.

Nativ-Apps

Um diesen kleinen aber feinen Unterschied auszuräumen, kommt man um eine native Applikation nicht herum. Doch auch Entwickler reiner Android-Apps kommen in den Genuss diverser Tools, die bei der Programmierung helfen. Schließlich ist das System – im Gegensatz zur Konkurrenz – Open Source und die Entwicklungsumgebung damit nicht vorgegeben.

„DroidDraw“ macht sich diese Eigenschaft zunutze und ermöglicht es, grafische Oberflächen von künftigen Android-Anwendungen im Browser zu gestalten. Der Entwickler ordnet dafür lediglich die gewünschten Bedienelemente in einem WYSIWYG-Editor an, das System antwortet mit dem entsprechenden Java-Code.

Einen Schritt weiter geht der „App Inventor“: Sein Editor erlaubt neben der Benutzeroberfläche auch das Definieren von Abhängigkeiten, Schleifen und Anweisungen. Ergebnis dieses WYSIWYG-Editors für ganze Apps ist wiederum purer Java-Code.

DroidDraw erlaubt es, grafische Android-Anwendungen im Browser zu gestalten und den passenden Java-Code im Anschluss herunterzuladen.

DroidDraw erlaubt es, grafische Android-Anwendungen im Browser zu gestalten und den passenden Java-Code im Anschluss herunterzuladen.

PHP

Mit gänzlich anderen Problemen haben PHP-Entwickler zu kämpfen. Denn weder gibt es auf Server-Seite Browser-Unstimmigkeiten, noch müssen diverse Betriebssysteme bedient werden. Stattdessen gilt es, manuell den Code sauber und ordentlich zu halten. Denn mit PHP ist es durchaus möglich, die Logik, das Aussehen und die Strukturen einer Software in einer Datei unterzubringen, was spätestens bei Programmier-Teams zu Chaos führt.

Hier springen Anbieter diverser PHP-Frameworks in die Bresche und leisten mit strikt objektorientierten und dem MVC-Ansatz folgenden Bibliotheken Schützenhilfe. „Lithium“ etwa, das aus „CakePHP“ hervor entstand, bietet neben den Grundklassen für das MVC-Konzept auch Abstraktionsklassen für Datenbanken, sowie Handler, die sich um sprechende URLs kümmern.

Andere Frameworks bieten zudem fertige AJAX-Handler, Caching-Module, Logging-Mechanismen oder berücksichtigen von Haus aus mehrsprachige Systeme. Darüber hinaus lassen sich manche Frameworks wie „FLOW3“ unter Unix-Systemen von der Kommandozeile aus bedienen und erlauben so das simultane Erstellen von Model, View und Controller. Garantiert ohne Tippfehler.

Templates

In alle großen PHP-Frameworks sind auch Template-Handler eingebaut, die sich um die passende Kodierung der generierten HTML-Dateien kümmern und mit Abhängigkeiten umgehen können. Letzteres ist vor allem bei Auflistungen sinnvoll, die bei vorhandenen Daten entsprechend dargestellt werden, bei fehlenden Einträgen allerdings eine Fehlermeldung ausspucken sollen. Wer auf ein PHP-Framework verzichtet, findet also möglicherweise mit „Smarty“, „Dwoo“ oder „Twig“ sein Glück.

Doch auch abseits von PHP können Programmierer auf Template-Frameworks zurückgreifen. „Haml“ richtet sich an Rails-Entwickler und kommt mit einer eigenen Syntax daher, die anhand von Einrückungen und an CSS-Selektoren angelehnte Auszeichnungen validen XHTML-Code erzeugt. Ein Ansatz, den auch „jade“ für das JavaScript-Server-Projekt „node.js“ verfolgt.

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