Ratgeber

Bitcoin weitergedacht: Die Ethereum-Grundlagen im Überblick

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Der Rechner, der das Rätsel löst und damit einen neuen Block generiert, erhält Ether als Belohnung. Das Ergebnis muss zuvor aber von der Mehrheit des ganzen Netzwerks validiert werden. Das ganze System, auf das im Übrigen auch andere Blockchains setzen, nennt sich Proof-of-Work. Aktuell wird allerdings daran gearbeitet, Ethereum von Proof-of-Work auf das Proof-of-­Stake-Modell umzustellen. Mit Proof-of-Stake können Nutzer auf Basis der von ihnen gehaltenen Coins neue Blöcke minen oder Transaktionen validieren. Je mehr Ether also ein Miner sein Eigen nennt, desto mehr Mining-Power hätte er dann.

Mit Proof-of-Stake müssen also für das Erschaffen ­neuer ­Blöcke keine kryptografischen Rätsel mehr gelöst werden. Ein ­Miner muss also nicht mehr mittels möglichst viel Rechen­leistung und Energie unter Beweis stellen, wie schnell er einen Hash errechnen kann, sondern neue Blöcke werden mittels des Nach­weises, wieviel Ether er besitzt, generiert. Dafür muss der Miner einen sogenannten Master Node im Netzwerk betreiben und einen Teil seines Ethers quasi für den zu erbringenden Nachweis einfrieren. Es gibt einige Vorteile von Proof-of-Stake gegenüber dem aktuell zum Einsatz kommenden Proof-of-Work-Modell. Dazu gehören eine bessere Skalierbarkeit, höhere ­Geschwindigkeit des Netzwerks, mehr Sicherheit vor Angriffen und eine dramatisch verbesserte Energie-Effizienz, darüber ­hinaus wird das im Umlauf befindliche Ether durch die von Minern eingefrorenen Coins verringert, was sich in einer Wertsteigerung auswirken könnte.

Das Proof-of-Stake-Modell wird bereits von anderen Blockchains erfolgreich eingesetzt. PIVX und Bitshares etwa sind Vertreter dieses Modells, während die ebenfalls geläufige digitale Währung Dash auf eine Mischung aus Proof-of-Work und Proof- of-Stake – jeweils zur Hälfte – setzt. Auch wenn Proof-of-Work bei Ethereum im Vergleich zu anderen Blockchains mit diesem Modell relativ schnell ist, wird es in Sachen Geschwindigkeit von Vertretern des Proof-of-Stake-Lagers locker abgehängt. Aus diesem Grund spricht viel dafür, dass die Entwickler-Community das Ziel verfolgt, Ethereum auf die schnellere Lösung umzustellen.

Wie sieht die Zukunft von Ethereum aus?

Generell arbeitet die Community von Ethereum an vielen technischen Neuerungen. Bereits 2015 wurde eine vierphasige ­Roadmap vorgestellt, von der die ersten beiden Phasen bereits umgesetzt wurden. Dabei handelt es sich um ein bedeutendes Upgrade von Ethereum. Es soll die Blockchain noch sicherer ­machen, sich besser skalieren lassen und auch für nicht versierte Nutzer ein­facher in der Handhabung sein. Der Rollout findet in zwei Schritten statt: Ein erstes Teilupdate, das seit Mitte September getestet wird, verdoppelt unter anderem die Block-Zeit und ermöglicht komplett anonyme Transaktionen zwischen zwei Parteien, die theoretisch so sicher sind, dass sie noch nicht mal mit Quantencomputern gehackt werden können. Das zweite Teil­update ist für Anfang 2018 geplant. Der Umstieg auf Proof-of-Stake soll dann mit einem darauffolgenden Update – der vierten Phase der 2015 vorgestellten Roadmap – umgesetzt werden.

Die kontinuierliche Verbesserung der Ethereum-Blockchain ist sicher mitverantwortlich für die Beliebtheit sowohl bei Entwicklern als auch Organisationen, Nationalbanken, Regierungen und Unternehmen. Schon jetzt fällt es dem Netzwerk schwer, der Nachfrage gerecht zu werden. Das Upgrade dürfte eine wichtige Rolle dabei spielen, Ethereum robuster zu machen und ­besser skalieren zu lassen. Ob das dann allerdings ausreicht, damit ­Ethereum seinen Status als Platzhirsch bei Blockchain-Technologie und -Verbreitung verteidigen kann, lässt sich noch nicht ­absehen. Projekte wie EOS, Cosmos Hub, Steem oder das in Deutschland beliebte IOTA stehen in den Startlöchern und werden von manchen Beobachtern in einer Welt, in der Bitcoin ein Vertreter der Blockchain 1.0 und Ethereum als Vertreter der Blockchain 2.0 gehandelt werden, als die Zukunft in Form der Blockchain 3.0 gehandelt.

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