How-To

Überzeugen in 60 Sekunden: So geht Video-Marketing auf Instagram

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Von dem Hochglanz-Clip sollten sich kleinere Unternehmen nicht abschrecken lassen. Amazon ist ein millionenschweres Unternehmen, die Qualität des Clips lässt ein mehrköpfiges Produktionsteam erahnen. Kleineren Firmen oder Selbstständigen stehen auch weniger professionell inszenierte Inhalte durchaus gut zu Gesicht. Ein Hardware-Startup kann beispielsweise Produktionsprozesse aufnehmen, eine Agentur eine Fahrt durchs Büro unternehmen oder witzige Momente auf der Firmenparty einfangen. Denn auch mit Smartphone-Kamera und gängigen Schnittprogrammen lassen sich optisch ansprechende Videos kreieren. Die Coworking-Community ­Wework zeigte im Sommer einen Post von vier Mitarbeitern, die von einem Steg in einen See springen, und setzte auf diese Weise ihr jährliches Sommercamp in Szene. Der sympathische Kurzclip vermittelt mit einfachen Mitteln die Botschaft, dass die Arbeit bei Wework Spaß macht – ein Effekt, den der häufig von Wework genutzte Hashtag #tgim – Thank God it’s Monday – in der Videobeschreibung noch unterstreicht. Das Video gehört mit mehr als 10.000 Views zu den erfolgreichsten Postings von Wework auf Instagram.

Wenig Aufwand, große Wirkung: Mit dem charmanten Kurzclip aus dem Sommercamp zeigt Wework, dass Mitarbeiter hier viel Spaß haben. (Screenshot: Instagram)

Wer sich zunächst ausprobieren und nicht direkt in teures Equipment investieren will, sollte sich Instagram Stories anschauen. Das spezielle Videoformat ist durch das Snapchat-­Prinzip inspiriert – Videos sind hier nur 24 Stunden sichtbar. ­Instagram Stories müssen sich nicht unbedingt in die Strategie einer Marke einpassen, gerade ungeschliffene Inhalte sorgen hier für ein Gefühl von Nähe und Unmittelbarkeit. Das macht das Format spannend sowohl für erste Video-Marketing-Schritte als auch für Storytelling-Experimente bei den Fortgeschrittenen.

Formate, Kurzbeschreibungen und ­Hashtags

Wer seine Videos bei Instagram optimal in Szene setzen will, ­sollte mit den technischen Rahmenbedingungen vertraut sein. Seit 2016 können bis zu 60 Sekunden lange Videos gezeigt werden, zuvor waren Nutzer auf 15 Sekunden beschränkt. Die Plattform rechnet die Videos beim Upload selbst herunter, sodass sie den Server-Platz nicht sprengen und problemlos abspielen.

In der klassischen Newsfeed-Ansicht starten Videos im Auto­play, allerdings ohne Ton. Auf einzelnen Timelines dagegen müssen Nutzer das Video aktiv starten – der Klick auf „Play“ aktiviert dann automatisch auch den Ton. In der Grid-Ansicht in Newsfeed und Timeline werden Videos immer als Quadrat angezeigt. Beim Abspielen gibt es dann verschiedene Formate, die sich an der hochgeladenen Aufnahme orientieren. Das gängigste Format ist 1:1, also ebenso wie das der Vorschaubilder quadratisch. Videos lassen sich zwar auch im Querformat (16:9) aufnehmen, Instagram zeigt sie dann aber sehr viel kleiner. Eine weitere ­Alternative ist das Display-füllende Hochformat (8:10). Auch hier gilt: Die Vorschau bleibt in jedem Fall quadratisch.

Gerade bei Videos sollten Unternehmen Beschreibung und Zusatzinformationen nicht vernachlässigen. Denn selten erschließt sich die Aussage eines längeren Clips allein durch das Vorschaubild. Beschreibungen können bis zu 2.200 Zeichen lang sein, allerdings sind im Feed nur die ersten drei Zeilen zu sehen: Alle wichtigen Informationen sollten also möglichst am Anfang stehen. Gut ist es, wenn Unternehmen Verlinkungen in ihren Beschreibungen platzieren. Einerseits hilft dies, die Infos so kurz wie möglich zu halten. Andererseits können sie so mehr Nutzer auf andere Kanäle oder die Firmen-Website locken.

Auch über Hashtags lassen sich Inhalte kommunizieren. Zusätzlich sorgen sie dafür, dass Videos auch über die Such- und Filterfunktion gefunden werden. Zu viele Hashtags wirken allerdings beliebig  – daher gilt hier: Weniger ist mehr. Pro Upload sollten Unternehmen nicht mehr als fünf Hashtags verwenden, auch wenn man oft das Gegenteil sieht. Außerdem müssen die Hashtags unbedingt zum Inhalt passen. Marken sollten sich überlegen, über einzelne Fotos und Videos hinaus einen Haupt-Hashtag für ihren Kanal zu wählen. Je berühmter der Kanal wird, desto mehr profitieren sie: Follower filmen dann eigene Videos und veröffentlichen sie mit dem Haupt-Hashtag auf Instagram. Das stärkt die Marke und beschert Inhalte, die das Team nicht selbst produzieren muss.

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Ein Kommentar
Oliver-K

Hallo,

das ist ein klasse Beitrag. Ich sehe Instagram auch deutlich weiter vorne als Facebook, Twitter oder auch Snapchat. Vor allem der Aspekt, dass die Reichweite und die Interaktionsrate bei Instagram so hoch ist, finde ich sehr attraktiv und vor allem für B2C-Unternehmen interessant. Ich kenne aber auch B2B-Unternehmen, die Instagram-Marketing erfolgreich einsetzen. Durch einfache Umfragen kann man auch sehr schnell Feedback zum Content und auch zu Produkten, Dienstleistungen und weiteres bekommen.

Ich sehe Instagram auch als Social Media Marketing Liebling – wie es so schön formuliert wird.

Vielen Dank

Oliver von Firmenpartnerschaft