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Überzeugen in 60 Sekunden: So geht Video-Marketing auf Instagram

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Aufmerksamkeit generieren und halten

Selbst mit dem optimalen Format und der perfekten Kurzbeschreibung haben es Videos auf Instagram immer noch deutlich schwerer als Fotos. Nutzer müssen sich aktiv dafür entscheiden, sie zu starten und auch wirklich bis zum Ende anzuschauen. Ein Hebel für Aufmerksamkeit liegt im Vorschaubild, das Neugier wecken und zum Klick auf den „Play“-Button animieren sollte. Mit gängigen Schnittprogrammen können Unternehmen das gewünschte Standbild ganz an den Anfang bringen und, wenn passend, mit auffallenden Titeln versehen. Noch wichtiger sind allerdings die ersten Sekunden: Von besonderen Locations über ungewöhnliche Requisiten bis hin zu provokativen Thesen ist hier alles erlaubt. Wichtig ist, dass der Videoanfang zumindest Überraschung, im Idealfall aber ein Lächeln auslöst. Selbst ein Stirnrunzeln ist besser als nichts: Der Clip hat nur wenige Sekunden, um den Betrachter zu fesseln.

Gerade weil Instagram-Videos im Newsfeed per Autoplay, aber ohne Ton abgespielt werden, gehen immer mehr Unternehmen dazu über, ihre Videos komplett mit Untertiteln zu versehen. So können User ein paar Sekunden im Newsfeed verweilen und die ersten Sekunden auf sich wirken lassen, bevor sie entweder weiterscrollen oder das Video per Klick in der Einzelansicht öffnen. Manche Clips werden auch komplett im Newsfeed angeschaut. Große Captions, die auch in der Miniaturansicht lesbar sind, sind hier besonders hilfreich.

Und auch, wenn Videos bis zu 60 Sekunden lang sein dürfen, ist es nicht unbedingt empfehlenswert, diese Möglichkeit komplett auszureizen. Erfahrungsgemäß liegt die Aufmerksamkeitsspanne der Nutzer von mobilen Endgeräten bei rund 15 ­Sekunden. Vor allem, wenn das Video Sprache enthält, steigen viele Zuschauer nach kurzer Zeit aus. Wer Fakten und Informationen vermitteln will, beschränkt sich also am besten auf die wichtigsten Aussagen. Bewegungen und schnelle Schnitte helfen zusätzlich dabei, die Zuschauer bei der Stange zu halten.

Elektronikhändler Conrad teasert ­einen längeren Youtube-Video­beitrag inklusive Gewinnspiel auf ­Instagram an. Wer das Video ohne Ton sieht, kann dennoch über Videobeschreibung und Untertitel trotzdem ­Informationen erfassen. Das Engagement des Bloggers Technikfaultier sorgt für zusätzliche Reichweiten. (Screenshot: Instagram)

Mit seinem Clip zur „Zeitreise in die 90er Jahre“ teasert etwa Elektronikhändler Conrad einen längeren Videobeitrag inklusive Gewinnspiel an, der bei Youtube zu finden ist. Der Instagram-Clip selbst verrät lediglich, dass es um alte Handyklassiker gehen wird und verweist dann mit dem Aufruf „starte deine eigene Zeitreise“ direkt auf das bei Youtube in voller Länge zu findende Video. Sowohl die Untertitel als auch die Videobeschreibung und die Hashtags versorgen die Zuschauer mit allen notwendigen Infos.

Interaktion und Reichweite steigern

Am Beispiel von Conrad lassen sich verschiedene Ansätze auf­zeigen, mit denen Unternehmen ihre Videos auf Instagram ­erfolgreich machen können. Mit einer Videoserie lässt sich das Inte­resse der Follower über einen längeren Zeitraum hinweg aufrecht erhalten, das Thema Zeitreise animiert die Community zudem, eigene Erinnerungen an vergangene Zeiten in den Kommentaren auszutauschen. Conrad hat außerdem mit dem populären Technikblogger Kay Olhoeft alias Technikfaultier ein prominentes Testi­monial für seine Videostrategie gewinnen können. Das Mitwirken von Influencern ist ein effektives Mittel, um die Reichweite der eigenen Beiträge zu steigern.

Die Interaktionsrate können Unternehmen, genau wie in anderen Netzwerken auch, durch konkrete Fragen oder etwa die Bitte um Feedback steigern. Der richtige Ort hierfür ist die Kurzbeschreibung des Videos. Wer besonders clever ist, beantwortet einzelne (Rück-)Fragen aus der Community wiederum im Video-Format: Follower, die sehen, dass ein Unternehmen gerne mit ihnen in Kontakt tritt, werden auch selbst aktiver. Und je mehr Interaktion, desto größer die Reichweite.

Ortsangaben und populäre Hashtags – #contest oder ­#gewinnspiel sind nur zwei Beispiele – helfen ebenfalls dabei, die Reichweite eines Postings zu steigern. Gewinnspiele zielen vor allem auf kurzfristige, hohe Reichweiten ab, allerdings sollten Unternehmen diese Möglichkeit maßvoll nutzen, denn durch Gewinnspiele und Giveaways allein lassen sich echte Follower nicht langfristig binden.

Schließlich sollten Unternehmen auch überlegen, Ads für ihre Videos zu schalten. Facebook hat die Anzeigenschaltung nach der Übernahme von Instagram eingeführt und stellt diese über den Facebook-Werbeanzeigen-Manager bereit. Da Videos schneller viral gehen als Bilder, ist diese Investition durchaus eine Überlegung wert.

Fazit

Für viele Marketer bedeuten Videos in erster Linie lästigen Mehraufwand. Wer sie stattdessen als Chance begreift, findet auf ­Instagram nicht nur ein riesiges Publikum, sondern auch ausgereifte technische Rahmenbedingungen vor, um seinen Bewegtbild-Content optimal in Szene zu setzen. Dabei gilt auch für Instagram: Authentizität, Sympathie und eine konsistente Strategie tragen am Allermeisten dazu bei, die eigene Zielgruppe zu überzeugen.

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Eine Reaktion
Oliver-K

Hallo,

das ist ein klasse Beitrag. Ich sehe Instagram auch deutlich weiter vorne als Facebook, Twitter oder auch Snapchat. Vor allem der Aspekt, dass die Reichweite und die Interaktionsrate bei Instagram so hoch ist, finde ich sehr attraktiv und vor allem für B2C-Unternehmen interessant. Ich kenne aber auch B2B-Unternehmen, die Instagram-Marketing erfolgreich einsetzen. Durch einfache Umfragen kann man auch sehr schnell Feedback zum Content und auch zu Produkten, Dienstleistungen und weiteres bekommen.

Ich sehe Instagram auch als Social Media Marketing Liebling - wie es so schön formuliert wird.

Vielen Dank

Oliver von Firmenpartnerschaft

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