E-Commerce

Vom Bargeld zum Smartphone: Aktuelle Payment-Trends im stationären Handel

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Neue Anbieter in Deutschland

Auch in Deutschland kommt langsam Bewegung in das Thema Payment am PoS. Zu den neuen Anbietern zählen unter anderem Streetpay [1], Payleven [2] und SumUp [3]. Auch weitere deutsche Unternehmen arbeiten an Lösungen und internationale Player zieht es ebenfalls auf den deutschen Markt. Die neuen Anbieter eint, dass sie alle nicht aus der klassischen Point-of-Sale-Welt kommen. Vielmehr liegt ihr Kerngeschäft im E-Commerce.

Square Register fungiert als vollwertiger Ersatz der Ladenkasse und ist mit dem iPad kompatibel.
Square Register fungiert als vollwertiger Ersatz der Ladenkasse und ist mit dem iPad kompatibel.

Hinter Streetpay aus München steckt beispielsweise das Team des Payment-Service-Providers Masterpayment. Das Unternehmen bietet im E-Commerce schon lange alle Bezahlfunktionen aus einer Hand. Streetpay kann auf diese Erfahrungen zurückgreifen.

Payleven aus Berlin ist hingegen der neueste Spross von Rocket Internet. Die von den Samwer-Brüdern (Alando, Jamba, Zalando etc.) gestartete Beteiligungsgesellschaft ist bekannt für ihre schnelle und intensive Expansion erfolgreicher Business-Ideen in die ganze Welt. Wahrscheinlich bleibt auch Payleven keine reine deutsche Nummer. Dafür spricht unter anderem, dass Payleven gerade eine zweistellige Millionenfinanzierung bekannt geben konnte. Zudem hat der Anbieter die Domain „Payleven“ in vielen Ländern der Welt registriert (unter anderem in Singapur, Malaysia, Indonesien, Vietnam, Philippinen und Hong Kong).

Am ruhigsten ist es bisher um SumUp. Das auch in Berlin beheimatete Startup hat mit Daniel Klein einen Gründer des E-Commerce-Wallets Moneybookers im Team.

Geringe Kreditkartenverbreitung als Problem

In Deutschland haben mehr als 90 Prozent aller Menschen eine Girocard
ihrer Bank, aber nur etwas mehr als 30 Prozent eine Kreditkarte. Daher
ist das bargeldlose Bezahlen in Deutschland stark geprägt von der
Girocard (früher EC-Karte) und nicht wie in anderen Ländern von
Kreditkarten.

Einer der Gründe für die starke Verbreitung des Girocard-Verfahrens
am deutschen PoS liegt in der gegenüber der Kreditkarten deutlich
günstigeren Gebührenstruktur für Händler. Statt der rund drei Prozent
für Kreditkartenzahlungen, verlangt die Deutsche Kreditwirtschaft nur
0,3 Prozent Disagio vom Handel.

Da das Girocard-Verfahren ein System der Deutschen Kreditwirtschaft
(DK) ist, entscheidet diese auch über alle Partner und alle
Bezahl-Terminals/Kartenleser, die Zahlungen in das geschlossene System
Girocard einbringen dürfen. Als Vorgabe der DK gilt, dass alle Zahlungen
über das Girocard-System mit CHIP (Kartenchip) und PIN autorisiert
werden. Dabei muss der Kunde die PIN zudem in ein für die DK als sicher
geltendes Gerät eingeben.

Dies hat zur Folge, dass bisher aus Sicherheitsgründen noch keiner
der neuen Anbieter am PoS eine Zulassung für das deutsche
Girocard-Verfahren erhalten hat. Die bisherigen Kartenleser werten
entweder nur den Magnetstreifen oder nur den Chip des Kunden aus und nutzen
als Autorisierung die Unterschrift auf dem mobilen Gerät des Händlers.
Dabei verfahren die neuen Anbieter im Grunde genommen wie ein Händler im E-Commerce.

Unter Sicherheitsaspekten wäre eine Lösung denkbar, bei der ein
Kartenleser für das mobile Gerät zusätzlich zum Chipleser mit einem
eigenen PIN-Pad zur sicheren PIN-Eingabe ausgestattet wäre. Man darf
bezweifeln, dass diese Lösung den Kalkulationen der neuen Anbieter stand
hält, da die Kartenleser deutlich teurer sein werden.

Als Alternative nutzen Anbieter das in Deutschland auch sehr bequeme
und weitverbreitete ELV-Verfahren. Die notwendigen Daten für die
Lastschrift lassen sich wie bei Kreditkartendaten von der Girocard
auslesen, um nach der Unterschrift des Kunden eine Lastschrift vom
Kundenkonto abzubuchen. Dieses Vorgehen birgt allerdings das Risiko
für den Händler, dass Kunden ihre Lastschriften zurückziehen können und
sich dieses Risiko auch in Zukunft mit der so genannten
SEPA-Lastschrift, einem einheitlichen europäischen Lastschriftverfahren,
nicht reduzieren wird.

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