E-Commerce

Vom Bargeld zum Smartphone: Aktuelle Payment-Trends im stationären Handel

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Apple, PayPal und Google stehen in den Startlöchern

Der Trend beim Payment geht generell zu einer Kombination vieler
unterschiedlicher Vorteile. Das hat zuletzt auch Apple mit seiner
Ankündigung von Passbook für iOS 6 noch einmal verdeutlicht – zunächst,
ohne das Payment direkt selber zu integrieren, aber dennoch: 400 Millionen iTunes-Accounts mit einer hinterlegten Kreditkarte ergeben wohl das potenziell
größte mobile Wallet der Welt. In Kombination mit einer möglichen
NFC-Integration im kommenden iPhone könnte Apple mal wieder zum
Game-Changer avancieren.

Auch von anderen globalen Playern sind in den kommenden
Monaten noch einige spannende Ankündigungen zu erwarten. PayPal mit
seiner globalen E-Payment-Expertise, seinem immensen Kundenstamm aus dem E-Commerce, der Ankündigung des Square-Klons „PayPal Here“ in den USA,
den vielen PoS-Kooperationen in den USA und dem Window-Shopping (QR-Code-Shopping) in Deutschand, ist bereits auf einem vielversprechenden Weg.

Wie es mit Google Wallet auch außerhalb der USA weitergeht, steht
noch in den Sternen. Bisher hat Google allerdings nicht nachhaltig
bewiesen, dass der Konzern nationale Besonderheiten, wie sie im
Bezahlmarkt noch bestehen, berücksichtigt und vor allem
entsprechende Lösungen umsetzt. Genau darin besteht auch die größte
Herausforderung für die neuen Anbieter am PoS in Deutschand.

Der PoS ist nur der Anfang

Zunächst funktioniert die mobile Geldbörse nur für den PoS, aber das könnte nur der Anfang sein und eine Expansion in den E-Commerce ist durchaus denkbar. Die Vorteile, die sich aus Features wie Loyalty, Deals und Rabatten für Kunden und Händler ergeben, werden das Bezahlen nachhaltig verändern. Vorgemacht hat dies neben Square auch Starbucks in den USA und England. Inzwischen verfügt Starbucks mit seiner integrierten Lösung aus mobilem Bezahlen, Loyality und Deals wohl über das größte geschlossene Mobile-Payment-System der Welt.

Aus Sicherheitsgründen hat bisher keiner der neuen Akteure für Bezahlsysteme am PoS eine Zulassung für das deutsche girocard-Verfahren erhalten.
Aus Sicherheitsgründen hat bisher keiner der neuen Akteure für Bezahlsysteme am PoS eine Zulassung für das deutsche girocard-Verfahren erhalten.

Eine Hürde für die neuen Anbieter scheinen die Kreditkartengesellschaften aufzubauen. Obwohl Visa in Square und MasterCard mehrere Millionen US-Dollar in iZettle investiert hat, fordern diese wohl von den Anbietern die Unterstützung des Chip- und in Teilen des PIN-Verfahrens auch bei der Kreditkarte. Diese vor allem in Europa relevante Forderung hätte zur Folge, dass die einfachen Kartenleser, wie Square sie beispielsweise nutzt, nicht mehr einsetzbar wären, da sie nur den Magnetstreifen auslesen. Das könnte einer der Gründe dafür sein, dass das Visa-Akzeptanz-Logo heute auf den deutsche Seiten bei Payleven fehlt und Streetpay den Umweg über eine SMS und Eingabe auf einer Website wählt.

Fazit

Die heute von der Payment-Industrie noch getrennt verwalteten Kanäle PoS und E-Commerce werden durch das Thema Mobile verbunden. So entstehen Grauzonen für Anbieter und spannende neue Lösungen für Kunden. Die Deutsche Kreditwirtschaft muss sich mit ihrer Girocard die Frage stellen lassen, ob man das mobile Payment verschlafen will oder nach neuen Wegen sucht, um den aktuellen Trend aktiv zu fördern statt ihn zu verhindern.

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