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Inspiration fördern: Die besten Tipps, damit Ideen wieder fließen

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Ideen skizzieren

Es gibt Leute, die bei einem neuen Projekt als erstes den Bildeditor ihrer Wahl starten, dann ewig lange auf den weißen Screen starren und sich wundern, warum ihnen nichts einfällt. Macht man dann doch die ersten Schritte, bekommt man schnell das Gefühl, dass das nichts wird. Das Problem dabei ist, dass sich beim Arbeiten am Rechner automatisch Fragen über Abmessungen, Farbwerte, Anordnung, Spaltenanzahl und ähnliche Aspekte ergeben. Sie aktivieren eher den logischen, rationalen Modus und sind an dieser Stelle völlig fehl am Platz, weil sie kreative Gedanken unterdrücken.

Ein weiteres Mittel, um hier dem R-Modus mehr Entfaltung zu gewähren, besteht daher im formlosen Umgang mit den eigenen Ideen. Wichtig dabei ist, ihnen anfangs nicht all zuviel Bedeutung zuzumessen und erst mal von der Analyse und der Bewertung (also dem L-Modus) Abstand zu nehmen. Dadurch hat der kreative R-Modus deutlich mehr Freiraum und kann mehr Brauchbares zutage fördern. Indem man die Bewertung ausschaltet, haben es auch verrückte, lächerliche oder scheinbar unbrauchbare Ideen leichter, das Licht der Welt zu erblicken und nicht gleich im Keim erstickt zu werden.

Um den ungezwungenen Charakter der ersten Ideenphase zu unterstützen, kann auch gerne das Kuvert der letzten Rechnung oder die Rückseite vom Kassenbon als Scribble-Unterlage herhalten, Hauptsache, man bringt ohne viel Nachdenken (im Sinne von Analyse und Bewertung) verschiedene Ansätze zu Papier.

Tools wie Zootool oder auch LittleSnapper und Evernote erleichtern das Ablegen der online gefundenen Inspirationsschätze.Tools wie Zootool oder auch LittleSnapper und Evernote erleichtern das Ablegen der online gefundenen Inspirationsschätze.

Inspirierende Umgebung wählen

Ein weiteres Problem ergibt sich daraus, dass man meistens vor dem Computer in der immer gleichen Büroumgebung arbeitet, die dem Gehirn nur wenige Impulse für neue Gedankengänge liefert. Besser wäre es, dem Denkorgan regelmäßig neue Anreize zu bieten: Ein Spaziergang durch den Park oder die Einkaufspassage oder ein Cappuccino im Café nebenan können das Denken in eine andere Richtung lenken.

Abwechslung und neue Eindrücke sind gutes Hirnfutter, um neue Schaltkreise zu bilden und die Neuronen auf Trab zu halten. Ein Beispiel für den Erfolg dieser Methode liefert Designer Mike Kus im Artikel über das Redesign der Carsonified Website [8].

Ein Szenenwechsel kann also die entscheidende Idee liefern. Auf diese Weise kann man auch ganz konkret neue Eindrücke sammeln. Wer zum Beispiel die Website eines Naturkostladens neu gestaltet, kann sich Inspiration direkt im nächsten Bioladen holen. Die Einrichtung, Verpackungen und Produkte selbst können Anregungen für Gestaltungselemente, Farben oder Texturen liefern.

Neue Anreize für das Gehirn kann man durchaus auch auf seine alltäglichen Gewohnheiten ausdehnen, wie zum Beispiel das Ändern der morgendlichen Bad-Routine, den Schreibtisch neu anordnen, die Deko an der Wand verändern. Anders ausgedrückt: Wer jeden Tag in einem grauen Kasten sitzt, kann keine bunten Gedanken entwickeln.

Inspiration online

Viele machen es sich einfach und steuern die Webdesign-Gallery ihrer Wahl an, wenn sie für neue Projekte auf der Suche nach Inspiration sind. Der Schritt, eigene Ideen zu entwickeln, entfällt aber hier, weil man im Prinzip vor allem Lösungsansätze anderer heranzieht, die eher zum Nachahmen verleiten, statt die eigene Vorstellungskraft und Fantasie zu beflügeln.

Cameron Moll spricht daher in seinem oben erwähnten Vortrag von geliehener Einflussnahme statt von wirklicher Inspiration. Diese gegenseitige Beeinflussung führt zu ähnlichen, wenig inspirierenden Lösungen, was auch viele andere Designer bemängeln und deshalb nicht gut auf diese so genannten „Design-Inspiration-Galleries“ zu sprechen sind, die ihrer Meinung nach ebenfalls für die vielen, sich ähnelnden und wenig inspirierenden Websites rund um den Globus verantwortlich sind [9] [10]. Die Webdesign-Galerien sind nicht grundsätzlich schlecht und können durchaus sinnvoll sein, um sich einen guten Überblick über aktuelle Trends und Techniken und Lösungen zu verschaffen – sie sind nur nicht die richtige Inspirationsquelle.

Wer online nach Inspiration sucht, sollte Websites ansteuern, die Platz für eigene Vorstellungen lassen und die Fantasie anregen. Zum Beispiel Architektur- oder Fotoblogs, Designblogs wie Burstoid [11], den Image-Bookmark-Service ffffound [12] oder die Verpackungsdesign-Website thedieline [13]. Auch Dribbble [14] ist hier zu nennen, da diese Seite meistens nur kleinere Ausschnitte aktueller Arbeiten präsentiert.

Wichtig ist, das man diese Methode nicht als Ersatz zu den oben genannten Möglichkeiten, sondern höchstens als Ergänzung ansehen sollte, denn unsere Erfahrungen in der realen Welt sind nicht durch virtuelle zu ersetzen.

Fazit

Man sieht also, Inspiration ist mit Arbeit verbunden – man muss sie sich erst verdienen. Statt bequem die nächste Website anzusurfen, sollte man den eigenen Kopf (und Körper) bemühen. Jeder muss für sich selbst herausfinden, welche Methode für ihn die beste ist. Wichtig ist, spielerisch und unverkrampft an neue Projekte heranzugehen, mal Abstand von Rechner und Arbeitsplatz zu gewinnen und mit gezielten Pausen den Kreativmodus arbeiten zu lassen.

Druck und übersteigerte Erwartungshaltung sind dabei schädlich, sie ersticken die Kreativität und lassen wenig Inspiration zu. Deshalb ist auch Geduld nicht unwichtig. Gute Ideen brauchen nun mal eine gewisse Zeit und manchmal sind zehn schlechte Anläufe nötig, bevor der elfte dann ein Volltreffer ist. Hier passt wie so oft der platte Spruch: „Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden.“ In diesem Sinne viel Erfolg beim nächsten kreativen Projekt!

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2 Reaktionen
Daniel Hüpenbecker

Gerade Plattformen wie FFFFound oder auch Sites wie GraphicExchange sind zwar eine feine Sache, bringen oftmals aber weniger Inspiration als vielmehr Gleichförmigkeit.

Das wichtigste Rezept für bleibende Kreativität und Inspiration ist ein möglichst breit gefächertes Programm an Einflüssen. Die kreativsten Ideen kommen einem oft gerade dann, wenn man in einem komplett anderen Kontext steckt. Ob das jetzt die Idee für die nächste Kampagne ist die einem beim Klo schrubben kommt, die Eingebung fürs Weblayout beim Osterbasteln mit Neffe und Nichte oder der geniale Geistesblitz für die Visitenkarten während man mit dem Bike durchs Unterholz brettert.

Der kreative Burnout ist meist ein Boreout! Also: Augen offen halten, ein vielseitig interessiertes Leben führen, Tellerränder einebnen und einfach den Kopf so offen halten, so "open minded" sein, dass kreative Geistesblitze nicht an irgendwelchen Mauern aus Engstirnigkeit scheitern.

Andreas

Hallo,
sehr gelungener Artikel!!!
Es hat mir sehr viel Spaß gemacht ihn zu lesen und ich werde so einiges davon beherzigen!

Ach so: er ist sehr inspirierend! ;-)

Danke!

Gruß, Andreas

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