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Warum Apple auf das Startup dieses 24-Jährigen abfährt

Mapify-Gründer Patrick Häde. (Foto: © Michael Hübner)

Mapify will Urlaubsfotos auf Smartphones nutzen, um eine neuartige Reisesuchmaschine zu entwickeln. Apple zeigt sich bereits als großer Fan der Idee. Doch im Kampf um die Weltenbummler liegt das Berliner Startup zurück.

Patrick Häde ist gerade bei den ­Eltern auf Weihnachtsbesuch, als ihn sein vibrierendes iPhone aus dem Schlaf reißt. Beim Blick auf das leuchtende Display traut der 24-Jährige seinen müden Augen nicht. Über Nacht hat ihn der Server seines Startups Mapify per SMS mit unzähligen Ausfallwarnungen ­bombardiert. Was war passiert? Ein Blitzeinschlag im Rechenzentrum? Vielleicht ein ­Hackerangriff?

Ein hastiger Blick in die Logfiles liefert dem Jungunternehmer die Erklärung: Die Spur führt nach Cupertino, ­Kalifornien. „Da wurde mir klar, dass Apple uns als App des Tages im Store beworben hat“, erinnert sich Häde. Die Folge war ein riesiger Besucheransturm. In wenigen Stunden hatten Tausende die App von Mapify auf ihr iPhone geladen – und so den Server der Firma in die Knie gezwungen.

Mapify will das Instagram für Reisen werden

Dass Mapify ausgerechnet an Weihnachten viral ging, war aber nicht allein Apple geschuldet. Denn das Startup, das neben Patrick Häde auch von seinem 20-jährigen Bruder Sebastian Häde sowie ihren ehemaligen Schulfreunden Magnus Langanke (23) und David Pflugpeil (20) mitgegründet wurde, nimmt sich eines Problems an, das viele Menschen zum Jahreswechsel umtreibt: die Planung der nächsten Urlaubsreise.

Klingt eigentlich easy, doch die Vorstellungen von einem ­Traumurlaub haben sich vor allem unter jungen Leuten in den vergangenen Jahren radikal verändert. Statt Pauschalurlaub auf Mallorca sind ­zu­nehmend individualisierte Rundreisen gefragt. Möglichst untouristisch sollte es sein, ein Rucksack auf dem Rücken idealerweise genügen. Besonders Fernreiseziele sind bei den 16- bis 35-Jährigen beliebt. Außerdem sind sie digital und hauptsächlich mobil mit ihrem Smartphone unterwegs.

Mapify will die Reiseplanung vereinfachen. (Screenshot: © Mapify)
Mapify will die Reiseplanung vereinfachen. (Screenshot: © Mapify)

Kiloschwere Reisekataloge als Inspira­tionsquelle? Das war gestern. Das Gebot der Stunde lautet Instagram. In den Feeds des sozialen Netzwerks gibt es unzählige, mit schönen Filtern überzogene, Urlaubsfotos zu bestaunen – ­von malerischen Stränden in Thailand, kristallklaren Seen in den Alpen bis hin zu geheimnisvollen Höhlen auf Island. Auch Patrick Häde packte bei solchen Anblicken regelmäßig das Fernweh.

Doch der Bilderschatz hatte in den Augen des ehemaligen Jurastudenten einen großen Makel: „Außer einem Foto gab es kaum nützliche Reisedaten etwa zu passenden ­Flügen oder Unterkünften vor Ort“, sagt Häde, der vor zwei Jahren während eines Auslandssemesters in San Francisco selbst an der Planung eines Road­trips mit einer Freundin verzweifelte. Denn, es blieben Fragen: Welche Reiseroute ist empfehlenswert? Was für ­Sehenswürdigkeiten gibt es unterwegs? Welche Unterkünfte stehen vor Ort zur Verfügung? „Diese Infos musste ich mir erst in stundenlanger Arbeit über Google zusammensuchen und in einer Excel-Tabelle für meine Freundin festhalten“, sagt Häde. So kam ihm die Idee zu ­Mapify: Ein Reisenetzwerk, das die Coolness von ­Instagram mit den Vorteilen einer Suchmaschine ­verbindet.

Auf Mapify können Nutzer ihre Urlaubsschnappschüsse hochladen und mit Zusatzangaben anreichern. Zum Beispiel mit Informationen zu Routen und Sehenswürdigkeiten, die sie unterwegs gewählt oder ­besucht haben. Die Daten werden anschließend von einem Algorithmus ausgewertet, der daraus konkrete Empfehlungen für andere Nutzer auf der Suche nach Reiseinspiration ableitet.

Die Besonderheit: Durch Schnittstellen zu Online-Portalen wie Skyscanner oder Airbnb weiß ­Mapify automatisch, wo es noch günstige Flüge gibt oder welche Unterkunft am besten zum gewünschten Spot passt. Eine Checkliste in der App informiert Nutzer über die Modalitäten beim Visumantrag und sogar darüber, ob im Zielland ein Steck­dosenadapter oder eine spezielle Schutzimpfung nötig sind. 35.000 ­Spots in 160 Ländern wurden, so Patrick Häde, seit dem Start von Mapify im vergangenen November bereits im Reisenetzwerk geteilt.

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