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t3n 31

MyDealz-Gründer im Interview: „Ich jage immer und überall Schnäppchen“

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t3n Magazin: MyDealz ist mittlerweile der größte Schnäppchenblog im deutschsprachigem Raum. Doch auch Ihr habt klein angefangen. Wann und wie hat alles begonnen?

Fabian Spielberger: Vor rund sechs Jahren am 23. April 2007 ging es los. Ich hatte vorher nur wenig Erfahrung mit Bloggen, mich allerdings immer schon für Schnäppchen interessiert. Ich bin eben selbst verrückt nach Technik und wollte immer das neueste Handy haben. Allerdings hatte ich als Student nicht so viel Geld, um mir ständig Mobiltelefone zu kaufen – deshalb suchte ich immer nach den günstigsten Angeboten. Damals war es ziemlich angesagt, 24-Montate-Handyverträge abzuschließen. Das war oftmals deutlich günstiger, als sich das gewünschte Handy ohne Vertrag zu kaufen. Ich habe quasi ständig neue Handyverträge mit einem günstigen Gerät abgeschlossen, den Vertrag kündigte ich einfach. Später dann, wenn mir das Handy nach sechs Monaten nicht mehr gefiel, verkaufte ich es oft noch mit Gewinn – und besorgte mir anschließend nach ähnlichem Muster ein neues Mobiltelefon. Das war trotz weiter laufender Verträge günstiger als sich regelmäßig Handys ohne Vertrag zu kaufen. Die Leute aus meinem Bekanntenkreis wunderten sich irgendwann und fragten mich ständig: „Hey Fabian, warum hast du schon wieder ein neues Handy? Was hast du denn dafür bezahlt?“ So reifte langsam der Gedanke, dass ich das Prozedere einfach mal aufschreiben könnte. Ich setzte ein Blog auf und MyDealz war geboren. Da ich täglich nach Schnäppchen suchte, gab es auch täglich neuen Inhalt.

Die Six Minutes media GmbH sitzt in einem Berliner Loft-Büro und beschäftigt mittlerweile 25 Personen. Der Mini-Inkubator für E-Commerce-Startups betreibt neben MyDealz unter anderem auch Urlaubspiraten.de.
Die Six Minutes media GmbH sitzt in einem Berliner Loft-Büro und beschäftigt mittlerweile 25 Personen. Der Mini-Inkubator für E-Commerce-Startups betreibt neben MyDealz unter anderem auch Urlaubspiraten.de.

t3n Magazin: Wann hast Du mit Deiner Website den ersten Meilenstein erreicht?

Fabian Spielberger: Nach ein paar Wochen bereits. Es gab damals einen wahnsinnig günstigen Handytarif, den sogenannten „Crash 5“-Tarif. Das war ein Prepaid-Tarif mit Gesprächskosten von 5 Cent je Minute – was übrigens auch heute noch günstig ist. Gewisse Kontingente dieses Tarifs wurden immer nur zu bestimmten Uhrzeiten angeboten. Allerdings hatte der Anbieter diese Uhrzeiten schon vorher in den Quellcode geschrieben. Ich habe die Uhrzeiten also veröffentlicht, beziehungsweise beschrieben, wo Interessierte die Uhrzeiten selbst finden konnten. Das sprach sich extrem schnell herum und ich hatte schon innerhalb der ersten Wochen bereits 500 Besucher am Tag auf der Website – womit ich anfangs überhaupt nicht gerechnet hatte.

t3n Magazin: Und wann hast Du gemerkt, dass MyDealz nicht nur ein nettes Hobby sein könnte, sondern ein profitables Business mit Zukunft?

Fabian Spielberger: Wirklich Klick hat es gemacht, als der Dell-Shop nach dem krassen Netbook-Angebot für einige Stunden offline war. MyDealz hatte bereits damals richtigen Einfluss, die Website änderte wirklich den Alltag vieler Menschen, indem sie ihre Wunsch-Hardware günstig kaufen, beziehungsweise sich teilweise Produkte leisten konnten, die sie sich sonst niemals hätten kaufen können. Das waren neue Spielregeln im E-Commerce.

t3n Magazin: Was waren in der Retrospektive die größten Hindernisse beim Aufbau von MyDealz?

Fabian Spielberger: So wirklich große Hindernisse hatten wir eigentlich nicht. Dadurch, dass ich MyDealz noch während des Studiums gestartet hatte, entstand ein Jahr lang überhaupt kein Druck auch nur einen Cent verdienen zu müssen. Ich habe in dieser Zeit alle MyDealz-Einnahmen gespart und konnte deshalb nach dem Studium relativ ruhigen Gewissens den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Und genau das habe ich dann gemeinsam mit einem Studienkollegen getan: unseren Traum leben und etwas im Internet machen.

t3n Magazin: Welche Tipps würdest Du Gründern mit auf den Weg geben, wenn sie Dich nach Rat fragen? Was waren für Dich die wichtigsten Dinge, die zum Erfolg führten?

Fabian Spielberger: Wirklich wichtig war es, sich auf seine eigene Sache zu fokussieren und nicht zu viel nach rechts und links zu schauen, um nachzusehen, was die Konkurrenz treibt. Wer von seiner Sache überzeugt ist, darf sich nicht vom Weg abbringen lassen. Der zweite wichtige Punkt: nicht den Kontakt zur Basis verlieren. Bei uns sind die „Hardcore-User“ immer noch extrem wichtig. Wir haben den Geschäftsbetrieb nicht an „Casual User“ angepasst – ich werde jetzt nicht damit anfangen, Begriffe wie SSD zu erklären. Dieses Wissen setzen wir bei den Usern einfach voraus. Also genau diese zwei Aspekte würde ich jedem Gründer mit auf dem Weg geben: Kontakt zur Basis halten und Fokus auf die eigene Sache.

t3n Magazin: Du bis ja quasi der „Oberaufseher“ aller MyDealz-Schnäppchen: Wie sieht ein „normaler Arbeitstag“ bei Dir denn aus?

Fabian Spielberger: Im Vergleich zu einem klassischen Arbeitnehmer fange ich extrem spät an. Aber ich bin auch abends sehr lange noch wach. Ich starte meinen Arbeitstag ungefähr um 10 Uhr. Das bedeutet, dass ich um 9:30 Uhr aufstehe und meist sofort meinen Laptop neben dem Bett aufklappe. Dann prüfe ich vorab, ob irgendwas wichtiges anliegt. Abends gehe ich dann selten vor 21 Uhr nach Hause, meistens sogar noch etwas später – um dann zu Hause noch ein wenig weiterzuarbeiten. Ich bin also ein ziemlicher Workaholic.

t3n Magazin: Schnäppchensuche ist ein 24/7-Job. Wie schaltest Du ab und entspannst Dich?

Fabian Spielberger: Das geht am besten mit meiner Freundin. Meistens ganz klassisch, also entweder vor dem Fernseher einen Film oder eine Serie schauen; aber auch gerne einfach nur spazieren gehen. Mein Hund hat mir damals ganz viel dabei geholfen, ein bisschen mehr Freizeit zu haben, schließlich muss man mit dem Vierbeiner drei mal täglich Gassi gehen. Und auf dem Smartphone lässt sich eben nicht wahnsinnig viel machen außer E-Mails lesen.

t3n Magazin: Welche Produkte kaufst Du denn selbst am liebsten? Hast Du ein bevorzugte Produktkategorie?

Fabian Spielberger: Ich bin inzwischen schon ein bisschen der Apple-Sucht zum Opfer gefallen. Kürzlich konnte ich bei einem iPad-Mini-Angebot (270 statt 330 Euro) nicht wiederstehen. Und ansonsten ist es tatsächlich Technik. Ich bin einfach technikbegeistert: Smartphones, Tablets, Laptops, Fernseher. Diese Gerätekategorien tausche ich in der Regel im Jahresrhythmus aus. Ich lebe quasi das MyDealz-Prinzip. Bei guten Schnäppchen-Angeboten überlege auch ich oftmals, ob ich zuschlage. Es gibt auch tatsächlich oft Situationen bei uns im Büro, bei denen sich die Kollegen gegenseitig anstacheln, Produkte zu kaufen. Wir sind alle technikverrückt und leben mehr oder weniger das, wofür MyDealz steht: Die besten Schnäppchen zu finden.

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2 Reaktionen
Ringo

Großartige insights. Vor allem motivierend. Weiter so Fabian!

nockuno

Guter Mann und gutes Interview. Danke dafür.

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