Marketing

Rechtsfragen bei der Ausgestaltung von Pflichtenheften: Vom Kunden an die Fessel gelegt?

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Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: In dieser Phase geht es in erster Linie um eine präzise, nachvollziehbare und vollständige Beschreibung der geplanten Leistung. Technische Festlegungen über die Benennung der zu Grunde liegenden Betriebs- und Wartungsumgebung hinaus, also in die Tiefe gehende technische Spezifikationen, Ausführungen zum technischen Design insgesamt sowie die Erarbeitung von konkreten Lösungsansätzen für erwartete Implementierungsprobleme sind hier in der Regel nicht oder nur bedingt mit umfasst.

Wer schreibt …

Das Pflichtenheft informiert auf Grundlage von Informationen des zukünftigen Anwenders über die Anforderungen an ein Programm. Dementsprechend obliegt es auch diesem, das Pflichten-

heft zu erstellen. Mangels ausreichender EDV-Kenntnisse und wegen damit einhergehender fehlender Vorstellungen von technisch denkbaren Handlungsoptionen wird der Besteller aber oftmals kaum in der Lage sein, ein präzises Pflichtenheft allein auszuarbeiten. Eine Mitwirkung des Softwareherstellers als Fachinstanz ist notwendig, insbesondere dann, wenn die Vorstellungen des zukünftigen Anwenders sehr lückenhaft, laienhaft oder sonst wie unpräzise sind. Der Hersteller hat hier dafür zu sorgen, dass Unklarheiten, etwaige Widersprüche etc. aufgeklärt werden.

Versäumt er dies, kann er sich später nicht auf Fehler im Pflichtenheft berufen, sondern muss damit rechnen, dass das erstellte Werk unter Umständen als „mangelhaft im Sinne des Werkvertragsrechtes“ gilt. Das kann schwerwiegende Folgen zum Beispiel hinsichtlich der Vergütung haben. Auf der anderen Seite haftet der Hersteller aber nicht für jede Ungenauigkeit im Pflichtenheft, so etwa dann nicht, wenn der Besteller subjektive Begrifflichkeiten zur Mitteilung seiner Leistungserwartungen verwendet (Beispiel: „Wesentlich ist die schnelle Weiterleitung der Daten.“). In derartigen Fällen ist grundsätzlich ein Programm entsprechend „dem Stand der Technik bei mittlerem Ausführungsstandard“ geschuldet.

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