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Rechtsfragen bei der Ausgestaltung von Pflichtenheften: Vom Kunden an die Fessel gelegt?

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Die Ausarbeitung des Pflichtenheftes kann aber auch vertraglich (und gegen Kostenerstattung!) dem Hersteller auferlegt werden. Dieser hat dann auf der Grundlage der derzeitigen betrieblichen Abläufe beim Anwender die zu entwickelnde Software so weit zu konkretisieren, dass sie später hieran gemessen werden kann. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass sich der Inhalt der jeweiligen Leistungspflicht nicht nur isoliert aus dem Pflichtenheft, sondern grundsätzlich auch aus anderen Umständen, insbesondere aus der Art der gestellten Aufgabe, ergeben kann. Sorgfalt bei der Erstellung ist auf jeden Fall aber zwingend angezeigt, denn aufgrund der Schriftlichkeit hat das Pflichtenheft einen wichtigen Argumentations- und Beweiswert. So ist es regelmäßig Grundlage der werkvertraglich erforderlichen Abnahmeprüfung.

In der Praxis ist es sinnvoll, dass der Besteller zunächst seine „Wünsche“ grob schriftlich darlegt und sich dann involvierte Personen des Bestellers wie Herstellers zu einem Kick-Off-Meeting zusammenfinden. Hierbei geht es dann darum, einerseits im persönlichen Austausch die Grundzüge des Softwareprojekts zu bestimmen und das Projekt in dieser Phase bereits in das rechte Fahrwasser zu bringen – und auf diesem Wege zugleich hilfreiche persönliche Kommunikationswege zu erschließen.

Wurde das Pflichtenheft letztlich maßgeblich durch den Hersteller verfasst, sollte diese Leistungsbeschreibung unbedingt noch vom Auftraggeber auf Richtigkeit und Vollständigkeit überprüft und mit seinem Zustimmungsvermerk versehen werden. Sollten nämlich später auftretende Änderungswünsche über das Fixierte hinaus geäußert werden, wird dies im Regelfall auch zu gesonderten Termin- und Preisvereinbarungen führen, ohne dass dann langwierige Diskussionen erforderlich sind.

Welchen Anforderungen zu genügen ist …


einige Gliederungsbeispiele hat Herr Prof. Dr. Klüver von der Fachhochschule Augsburg zusammengestellt [1]. Aufbau wie konkreter Inhalt des zu erstellenden Pflichtenheftes sind daher im Grundsatz frei gestaltbar, Berücksichtigung finden sollten aber Ausführungen zu

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