How-To

Landingpage-Baukästen: 9 Tools im Überblick

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Doch die Kombilösungen haben auch einen entscheidenden Nachteil: Jede einzelne Lösung für sich ist nie so gut wie die beste Stand-alone-Lösung im Markt. Auch haben die Landingpage Builder der Kombilösungen in der Regel weniger Funktionen und werden langsamer entwickelt als Einzellösungen, die auf Landingpages fokussieren. Damit stellt sich zunächst die grundsätzliche Frage der Technologiestrategie: All-in-One oder Best-of-Breed? Wer sich für All-in-One entscheidet, kann seine bestehenden Lösungen über Bord werfen – mit all den daraus resultierenden Vorteilen und Abhängigkeiten. Doch in den meisten Fälle sind Technologien in einem Unternehmen organisch gewachsen. Wer bereits ein CRM hat und damit zufrieden ist, sollte sich auch kein neues anschaffen, nur um damit nun auch ­Landingpages erstellen zu können. Gleiches gilt für E-Mail-Tools und andere Lösungen. In solchen Fällen können daher Stand ­Alone Builder eine gute Alternative sein. Ihr Vorteil: Sie bieten meist größere Freiheiten beim Design und einen größeren Funktionsumfang.

Die Anzeige macht dem Kunden das Versprechen: Klick mich und du findest das, was ich hier beschreibe. (Screenshot: Google)

Die Anzeige macht dem Kunden das Versprechen: Klick mich und du findest das, was ich hier beschreibe. (Screenshot: Google)

Da es sich um schlanke Lösungen handelt, sind die ­Landingpage Builder vergleichsweise einfach zu bedienen. Die web­basierten Tools funktionieren nach dem Baukastenprinzip: Man wählt ein ­Template, passt das Design individuell an und fügt per Drag & Drop die gewünschten Funktionen und Inhalte hinzu. In der Regel sind Landingpages in wenigen Minuten erstellt. Das Hosting wird von vielen Anbietern gleich mit übernommen. Auf Wunsch lassen sich die Landingpages auch auf eigenen Servern hosten. Die Anzahl verfügbarer Lösungen ist übersichtlich, die meisten Anbieter sind in den USA beheimatet.

Welche Möglichkeiten die Tools bieten, verdeutlicht ­etwa ­Unbounce. Es gilt als einer der umfassendsten Builder am Markt. Die Lösung hat mehr als 100 responsive Templates in petto und lässt sich bei Hunderten Marketing- und Automatisierungstools integrieren, vom CRM-System über E-Mail bis hin zur Automatisierungslösung. Zum einen sind hier die Integrationen bereits enthalten, zum anderen können viele Dienste via Zapier ­integriert werden. Außerdem ist es möglich, Scripts über Copy & Paste ­einzufügen und Lösungen auf diese Weise miteinander zu verbinden. Bei anderen Tools funktioniert das ähnlich. Der österreichische Anbieter Dragdropr hat ein besonders unabhängiges System entwickelt. Neben klassischen Stand-­alone-Landingpages kann es in jedes beliebige CMS integriert werden, auch in das Backend der Shopsysteme Magento und Shopify. Ebenso funktioniert die Lösung als WordPress-Plugin und Browser-­Erweiterung für Google Chrome. Surft ein Nutzer beispielsweise auf eine von ihm mit Dragdropr erstellte Landingpage, kann er im Chrome Browser mit einem Klick den Builder aufrufen, sich einloggen und die Seite bei Bedarf sofort optimieren. Leadpages – ein Landing-Page-­Building-Anbieter der ersten Stunde – hat sogar eine Anleitung zur Conversion-Optimierung in seinen Baukasten integriert. Die Technologie prognostiziert die Leistung einer Seite, bevor sie veröffentlicht wird, und gibt Optimierungstipps.

Geschwindigkeiten testen

Einige Hersteller bieten neben dem Bau von Landingpages ­zusätzliche Funktionen an. So lassen sich mit Goolux24 ­komplette Sales-­Funnel erstellen, entsprechend sind CRM-Funktionalitäten und ein Auto-Responder bereits enthalten. Bei Wishpond sind Tools für ­Social-Media-Contests und automatisierte E-Mail-­Kampagnen bereits in der Starterversion an Bord. Bei allen Anbietern sind die Layouts responsiv und somit auf allen Bildschirmgrößen gleichermaßen gut darstellbar. In der Regel lassen sich für die automatisch generierten Geräteansichten bei Bedarf händisch noch Anpassungen vornehmen. Convertri geht hier einen Schritt weiter und bietet besonders viel Kontrolle. Hier können die Elemente der automatisch generierten Mobil-Seite nicht nur neu angeordnet werden, man kann sie auch entfernen oder andere Elemente hinzufügen.

Mit einem Klick auf die Abbildung erhaltet ihr eine Auflistung von Landingpage-Buildern. (Screenshot: t3n)

Für WordPress bietet der Markt spezielle Landingpage- ­Builder, die als Plugin angeboten werden. Doch der Nachteil liegt auf der Hand: Der Nutzer ist auf WordPress beschränkt, außerdem kann unter vielen WordPress-Plugins die Geschwindigkeit leiden – ein wichtiges Kriterium für Marketer. Wer den Nutzer über die Anzeige auf seine Landingpage geholt hat, muss dort schnell die passenden Inhalte präsentieren. Baut eine Site zu langsam auf, besteht die Gefahr, dass Nutzer abspringen. Die Anbieter der Stand-alone-Lösungen proklamieren unisono für sich, dass ihre Seiten sehr schnell laden. Dazu versucht man zum ­Beispiel, möglichst wenig JavaScript einzusetzen und das CSS optimal bereitzustellen. Oft werden auch Bildgrößen automatisch heruntergerechnet, um auf allen Geräten ein opti­males ­Verhältnis aus Qualität und Auflösung zu erreichen. Eigene ­Content Delivery Networks (CDN) sollen für die schnelle Bereitstellung der Inhalte sorgen. Instapage bietet für mobile Seiten sogar das AMP-­Framework an, mit dem die Ladegeschwindigkeit mobiler Websites erhöht wird. Wie schnell eine Seite im jeweiligen ­Anwendungsfall wirklich lädt, lässt sich aber nur selbst herausfinden, beispielsweise mit Google Page Speed Insights. Nahezu alle Anbieter bieten Testphasen für ihre Lösungen. Keine ­Kompromisse darf es bei der Erfüllung der DSGVO-­Anforderungen geben. Auf Anfrage von t3n bestätigten alle Anbieter in der Übersicht, dass ihre Lösungen entsprechend rechtskonform arbeiten.

Durchgehendes Tracking ist wichtig

Eine erfolgreich erstellte Seite sollte mit einer Webanalyse verknüpft werden, um eine Grundlage für Optimierungen zu erhalten. In der Regel lassen sich die Landingpages problemlos mit einer Analytics-­Lösung verbinden. Dabei ist darauf zu achten, dass bereits die Anzeigen mit einem spezifischen Tracking-Code versehen werden. Durch ihn kann die Kampagne von der ­Anzeige über die Landingpage bis zur Conversion durchgehend getrackt werden, um Schwachstellen im Funnel zu entdecken. Der Landingpage-Baukasten sollte auch ein A/B-Testing inte­griert haben, wie es bei den Lösungen von ­Convertri, ­Instapage, ­Landingi, Leadpages, Unbounce und Wishpond der Fall ist. Mit­hilfe dieses Features können unterschiedlich modifizierte Landing­pages gegeneinander antreten, und die Wirkung von Optimierungen getestet werden. Konsequente Investition in die Qualität der ­Landingpages zahlt sich aus – und wird künftig die Euphorie über einen Kampagnenerfolg anhalten lassen.

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