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Creative Commons als Motor einer neuen Kultur der Kreativität: Manche Rechte vorbehalten

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Der sehr starke Urheberrechtsschutz moderner Zeiten kann darum gar nicht anders, als je nach Kontext auch zu einer Bremse für die Kreativität zu werden. Ob seine fördernde oder seine hindernde Wirkung stärker hervortritt, ist im täglichen Leben oft eine Frage äußerer Umstände, nicht aber der Entscheidungen der jeweils beteiligten Menschen. Die Antwort auf diese Situation kann nicht die Schwächung des Urheberrechts sein. Der Urheber muss vielmehr in die Lage versetzt werden, nach eigenem Wunsch über Ausnahmen von seinem Urheberrecht entscheiden zu können. Und genau das möchte Creative Commons bieten.

Inspiriert von den Erfolgen und Effekten der Open-Source-Softwareentwicklung wurden im Jahre 2001 an der Law School der Universität Stanford unter Leitung von Prof. Lawrence Lessig sechs abgestufte Lizenzmusterverträge entwickelt, die es einem Urheber ermöglichen sollen, seinen Werken nach eigenen Wünschen bestimmte Freiheiten mit auf den Weg durch die weltweiten Netze zu geben. Da die GNU General Public License und andere alternative Lizenzen vornehmlich auf Software zugeschnitten sind, sah man in Stanford die Notwendigkeit für ein Lizenzmodell, das auch auf andere Inhalte passt. Damit war die Idee zu Creative Commons geboren und sie wurde in den folgenden Jahren durch die Mitarbeit vieler Freiwilliger in mittlerweile 36 Rechtsordnungen außerhalb der USA portiert und stetig weiterentwickelt. Die Inhalte der Lizenzverträge liegen inzwischen in Version 3.0 vor. In den USA ist Creative Commons als Non-Profit-Organisation institutionalisiert, die Lizenzportierung in die verschiedenen Rechtsordnungen wird vor Ort von Länderprojekten vorgenommen, die weitgehend eigenständig arbeiten. Diese internationalen Aktivitäten koordiniert das Büro von Creative Commons International (CCi) in Berlin. Für den deutschen Rechtsraum hat seit Februar 2007 die Europäische EDV-Akademie des Rechts (EEAR) mit Sitz in Merzig/Saar die Leitung des Länderprojekts übernommen. Ihre Aufgabe ist, Vorschläge für die Aktualisierung der an das deutsche Urheberrecht angepassten CC-Lizenzen auf die Version 3.0 vorzulegen und Diskussionen und weitere Aktivitäten zu betreuen sowie Ansprechpartner für alle Interessierten zu sein. Unterstützt wird die EEAR dabei vom Institut für Rechtsinformatik der Universität des Saarlandes in Saarbrücken.

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