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Creative Commons als Motor einer neuen Kultur der Kreativität: Manche Rechte vorbehalten

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Schutzrechte können zum Problem werden

In der Praxis wollen viele Ersteller von Inhalten nicht für jeden kreativen Schnipsel einen so starken Schutz, wie ihn das Urheberrecht erzeugt. Manche Kommunikationsformen sind sogar darauf ausgelegt, dass Texte, Bilder oder Musik gegenseitig verwendet und verändert werden dürfen. Als Beispiel sei hier nur das Remixen von Musik als eigene Kunstform genannt. Zwar sind dem Urheberrecht gewisse Grenzen gesetzt, etwa durch das Recht, fremde Werke im Rahmen einer Erörterung zu zitieren, aber Laien wissen in den seltensten Fällen, wo genau diese Grenzen verlaufen. Die durch digitale Medien technisch möglich gewordene globale Zusammenarbeit kreativer Menschen erhält nach den bisherigen Prozessen des Urheberrechts also einen dreifachen Dämpfer:

  1. Es besteht Unklarheit, in welchen Fällen die Zustimmung eines anderen rechtlich erforderlich ist. Im Zweifel muss juristischer Rat eingeholt werden.
  2. Es besteht Unklarheit, ob die Zustimmung auch erteilt wird und ob überhaupt eine gemeinsame Sprache gesprochen wird, in der man die Zustimmung kommunizieren kann.
  3. Es entsteht unter Umständen ein erheblicher zeitlicher und logistischer Aufwand, bis die entscheidenden Kontaktdaten gefunden und die Anfrage schließlich beantwortet ist.

All das steigert, technisch gesprochen, die Transaktionskosten für die Verwendung fremder Inhalte. Je nach Kontext kann die Kostensteigerung sinnvoll sein und einem legitimen Interesse professioneller Urheber oder kommerzieller Verwerter entsprechen. Ganz sicher nicht sinnvoll ist sie aber, wenn der Urheber selbst sie nicht will. Und genau in diesem Fall ermöglichen es die Creative-Commons-Lizenzen, dass ganz spezifisch, klar erkennbar und vor allem im Vorhinein bestimmte Verwendungen der Inhalte erlaubt werden. So können sie wesentlich einfacher und weitgehend unabhängig von Sprachbarrieren durch die Netze wandern.

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