Marketing

Webanalyse: Die wichigsten Anbieter im Überblick

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IBM

Nachdem IBM unica und coremetrics übernommen hat und fast ein Jahr vergangen ist, positioniert IBM mit seiner ganzen Marketingkraft nun seine Vision. Wie bei Adobe geht es nicht um Big Data, sondern um eine Marketingplattform, die dem Enterprise-CMO einen Gesamtüberblick liefert. Das IBM Marketing Center ist dabei eine Cloud-basierte Lösung, mit der man Zielgruppen analysieren und in Echtzeit die Marketing-Maßnahmen verfolgen kann. Das Tool analysiert Kunden, steuert Kampagnen nach Zielgruppen aus und optimiert diese mittels A/B-Testing. Der Clou der Lösung liegt unter anderem in einem Site Builder, in dem man E-Mails, Landing-Pages oder Kampagnenseiten konfigurieren kann. Das Website-Optimierungs-Tool Maximiser bietet im Testing eine ähnliche Lösung an, aber ohne die Webanalyse.

Mindlab

Das in Esslingen bei Stuttgart beheimatete Unternehmen bietet
sein Tool Netmind vor allem als Inhouse-Lösung an. Die Oberfläche erinnert in der
Menüführung und bei den Reports stark an Piwik. Es gibt keine
Standardlösung, jeder Kunden erhält ein individuelles Analyse-Tool. Ein
Schwerpunkt des Unternehmens ist das Tracken mobiler Apps. Dem
Kunden wird ein 19-Zoll-Rack, das bereits vorkonfiguriert ist, in den
Server geschoben und an die relevanten Systeme angebunden. Der Kunde
kann dann über einen Browser die Analysen des App-Trackings auswerten.

Odoscope

Am Kölner Anbieter Emediate
hat sich vor einem Jahr der norwegische CMS-Hersteller eZ Systems mehrheitlich
beteiligt. Dessen Tool Odoscope, das in der Visualisierung von
Benutzerpfaden
Vorreiter war, hat sein System stark verändert. Während früher die
Daten auf dem Rechner des Users gespeichert wurden, sodass Analysen in
atemberaubender Geschwindigkeit möglich waren,
liegen diese nun beim Anbieter, wie bei allen SaaS-Systemen. Die
Darstellung von Auswertungen ist weiterhin sehr einfallsreich. So kann
man sie in einer Zeitleiste sehr übersichtlich nach Stunden,
Tagen, Wochen oder Monaten anzeigen lassen.

Webtrekk

Mit Hauptsitz in Berlin, Niederlassungen in Wiesbaden,
Mailand und bald auch in China betreut der Anbieter viele große deutsche
Online-Portale. Neben dem Webanalyse-Tool Q3 gibt es das Modul „Quick
Insights
“, das Daten schnell und übersichtlich bereitstellt. Damit richtet es sich an Anwender, die
das Wesentliche im Blick behalten wollen. Diesem Vorzug folgt jedoch eine geringere Datentiefe. Wer tiefer in die
Datenflut tauchen will, wechselt einfach zu Q3. Zudem hat Webtrekk einen Tag-Manager
namens „Safe Tag“, mit dem man Tags anderer Anbieter einfach in
das JavaScript des JavaCookies integriert.

Webtrends

Mit Analytics 10 veröffentlichte der US-Anbieter Webtrends im letzten Jahr eine Lösung, die man nahezu vollständig inhouse oder als ASP-Lösung nutzten kann. Die Dashboards sind sehr übersichtlich. Zudem gibt es eine Schnittstelle zu Excel, sodass man Datentabellen direkt erstellen kann. Webtrends hat zuletzt vor allem am Mobile-Tracking und an der Facebook- sowie Twitter-Schnittstelle gearbeitet und im Bereich Social Media Radian6 integriert. Schnittstellen sollen die Tools verbinden, um Traffic-Ströme messen zu können. Mittels einer kostenlosen App kann man zudem Facebook-, Twitter- und YouTube-Konten eingeben und sich eine iPad-optimierte, elegante und konsolidierte Ansicht der Kanäle zeigen lassen. Per iPad-App kann man zudem Kennzahlen und Analysen über digitale Kanäle hinweg vergleichen (Online-, Mobile- und Social-Media-Kanäle).

Kostenlos, aber nicht umsonst

Das mit Abstand meistgenutzte kostenlose Tool ist Google Analytics. Der Datenschutz ist dabei aber immer noch eine Herausforderung: Die Daten-Auswertung läuft noch auf Googles Servern. Mittlerweile gibt es aber eine Reihe von Open-Source-Tools. In Deutschland ist Piwik sicher das bekannteste.

eAnalytics

eAnalytics legt den Schwerpunkt auf eine offene Plattform, die sich gut mit Business-Intelligence-Systemen verknüpfen lässt. Die Linux-basierte Plattform ist die bislang einzige deutsche Open-Source-Entwicklung. In diesem Jahr wurde an allen Ecken optimiert. So ist die Installation einfacher geworden, die Komponenten konfigurieren sich automatisch. Neue Widgets – wie Live View, Real Time KPI oder Summary (eine Übersicht über den Verlauf ausgewählter Kennzahlen) – ergänzen die Dashboard-Elemente-Bibliothek. Eine ebenfalls neue Berichts-App misst zudem die Keyword-Perfomance von Display-Advertising-Kampagnen, die über Google Adwords geschaltet wurden.

Google Analytics

Trotz Datenschutz-Diskussion ist Google Analytics der
uneingeschränkte Spitzenreiter in der Verbreitung. Google verbessert
sein Tool ständig. So ist es immer mehr auch für größere Unternehmen
interessant. Ab einem Traffic von zehn Millionen Page-Views im Monat ist
allerdings das Limit erreicht und Google Analytics Premium kommt ins
Spiel. Hier gibt es eine verbesserte Datenerhebung und -sammlung, mehr
benutzerdefinierte Variablen (Custom Variables) und exportierbare, nicht
gesampelte Berichte. Außerdem finden Traffic-starke Kunden hier weitere
Analysen, Kundensupport und Service-Level-Agreements.

Open Web Analytics

Das Tool Open Web Analytics (kurz OWA) gilt in Deutschland als ein Geheimtipp für E-Commerce-Anbieter. Auf der Website des Tools gibt es nur eine schlecht gepflegte Demo, sodass der Leistungsumfang nur zu erahnen ist. Mouse- und Click-Tracking mit Heatmap gehören dazu. Die Lösung basiert auf PHP und MySQL, verfügt über ein WordPress-Plugin, eine Segmentierung auf alle Filter und gruppierte Funktionen, Live View auf das Report Dashboard sowie neue Metriken und Dimensions.

Die Heatmap von Open Webanalytics (OWA) zeigt, was Nutzer anzieht.
Die Heatmap von Open Webanalytics (OWA) zeigt, was Nutzer anzieht.

Piwik

Piwik ist der Nachfolger des Analytics-Systems phpmyvisites des
französischen Entwicklers Matthieu Aubry. Piwik ist ein
Open-Source-Projekt und erfreut sich wegen seiner übersichtlichen
Gestaltung und der offenen Architektur wachsender Beliebtheit. Das Tools
wurde bereits in mehr als vierzig Sprachen übersetzt. Piwik gibt es
auch als Mobile App für Android und iOS. Die rege Communitiy sorgt zudem
für reichlich Plugins.

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Dein t3n-Team

8 Kommentare
Stefan W.
Stefan W.

Die Autoren sind offenbar nicht ganz auf dem aktuellen Stand oder alles andere als anbieterneutral. Als Webtrekk Consultants versuchen sie hier anscheinden andere Tools, die Webtrekk die Kunden wegnehmen, schlechter darstehn zu lassen. Echte Spezifika der Tools werden bewußt verschwiegen.

Beispiel econda: Der Ad Performance Monitor ist gerade für Agenturen ein super Werkzeug für mandantenfähige Kampagnensteuerung. Übersichtlich und ein echtes Highlight. Wird leider nicht mal erwähnt.

Beispiel etracker: Das die Suites Werkzeuge wie Mousetracking = Blickverlaufsanalyse, Zufriedenheitsbefragungen und eine high-end Kampagneanalyse enthalten, die keiner der Konkurrenten bietet, wird verschwiegen. Grotesk es als Einsteigertool zu bezeichnen, da es von allen Tools gerade große Datenmengen am schnellsten verarbeitet und insbesondere große Kunden, wie Air Berlin oder OTTO auf das System setzen.

Beispiel: Odoscope. Greade durch die hohe Interation in das CMS bietet Odoscope einzigartige Features und eine genial einfache Bedienung, die bei generischen Systemen fehlen.

Beispiel: Mindlab. Insbesondere für große Anwender bietet nur mindlab eine vollständige individuelle Anpassung an das (komplexe) eigene Geschäftsmodell. Damit sind individuelle Auswertungen und Kombinationen mit unternehmensinternen Datenquellen möglich, die kaum ein anderes Standardtool bietet. Das Ganze hat natürlich fast den Preis einer Individualentwicklung – die passt dann aber wie die Faust aufs Auge.

Sogar das Dickschiff Adobe wird nur kurz erwähnt obwohl es wie kein anderes Tool Kreation, Publikation, Analyse und Testing verbindet. Das absolute Top-Tool wirkt gerade neben der Webtrekk Bescheibung eher klein und bescheiden.

Schade das t3n solche gefärbten PR Artikel publiziert und keine seriösen Überblick anbietet. Ich bin schwer enttäuscht.

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Mark W.
Mark W.

Mir hilft der Artikel bzw. die Übersicht ganz gut beim evaluieren. Da ich mich nicht sonderlich gut auskenne würde ich mich über aktuele tiefgehendere Vergleichsartikel die 5-10 Webanalyse Tools vorstellen sehr freuen.
@stefan: welche meinst du da bzw. wo gibt es solche (möglichst deutsch)?

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e2marketing.de
e2marketing.de

Hallo zusammen,

ich habe 2 Jahre mit etracker gearbeitet…das Kampagnenmanagement war zwar sehr gut, jedoch haben sehr wichtige Features gefehlt. Ist aber auch schon 3 Jahre her…so waren keine eigenen Metriken möglich. Auch die Ersellung von angepassten Reports oder Import externen Daten nicht.

Bin jetzt seit 3 Wochen mit Adobe unterwegs und bis jetzt wirklich begeistert!

Hier findet ihr übrigens einen Artikel von mir: 10 Web Analytics Tipps vom Web Analyse Experten

http://www.e2marketing.de/web-analytics/10-web-analyse-tipps-vom-experten

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Marcus_IdealObserver
Marcus_IdealObserver

@stefan w.
die Unterstellungen von Stefan W. sind falsch. Wir arbeiten beide nicht für Webtrekk, sondern entsprechend den Angaben zu den Autoren im Text für verschiedene Unternehmen. Aber ja – und das ist ja wohl selbstverständlich – haben wir Erfahrungen in der direkten Arbeit mit Systemen wie u.a. Adobe, Coremetrics, Google Analytics, Etracker, Webtrends, econda und auch Webtrekk.

IdealObserver war und ist einzige Quelle, die umfassend Systeme vergleicht, ohne dass die Betreiber der Unternehmen über Werbeschaltungen oä. Einfluss auf die Beschreibung und Wertung nehmen können.

Wir haben uns sehr genau überlegt, was wir über die Anbieter schreiben. Im Vorfeld haben wir mit Anbietern und Nutzern der Web Analytics Tools gesprochen, um möglichst die Punkte in den Artikel einfließen zu lassen, die für die Leser der t3n relevant sein könnten.

Sicher gibt es noch viele andere Features, die für den einen oder anderen relevant sein könnten. Doch das Wesentliche ist hier erwähnt und zwar nicht aus den Marketingmaterial der einzelnen Anbieter zitiert, sondern auf Basis unserer Erhebungen und Prüfungen der einzelnen Tools.

Die von Stefan W. gemachten Aussagen zu den Systemen sind in einigen Punkten richtig, haben aber aus Platzgründen nicht den Weg in den Artikel finden können, sind in anderen Punkten aber grob falsch. Dass etwa etracker ‚von allen Tools gerade große Datenmengen am schnellsten verarbeitet‘ wird wohl nicht mal etracker selbst behaupten und dass ’nur mindlab eine vollständige individuelle Anpassung an das (komplexe) eigene Geschäftsmodell [bietet]‘ muss ein Gerücht sein, jedenfalls kennen wir sehr viele Unternehmen, die für die genannte Anpassung ganz gut ohne Mindlab auskommen. Und auf welcher Website von Otto ist eigentlich etracker Im Einsatz? Jedenfalls nicht auf otto.de, wie jeder leicht im Quelltext dort sehen kann.

Marcus Nowak-Trytko & Frank Reese

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Rene Meissner

@stefan w: Deine möglicherweise berechtigte Kritik wird leider durch Deine Anonymität untergraben. Offensichtlich kennst Du den Markt und insbesondere etracker gut. D.h. damit bist Du möglicherweise selbst Berater und damit ein direkter Konkurrent der beiden Autoren oder Du bist mit einem der Anbieter verbundelt (mit welchem wohl?). Transparenz über Deinen Background wäre hilfreich gewesen, denn Kritik ist in diesem Markt durchaus angebracht und damit auch an einem Artikel der eine Marktübersicht geben will.

Die Spannweite der verfügbaren Tools ist nach meiner Meinung zu groß als dass sie sich vergleichen ließen. Mit dem einen kann man bereits nach 10 Minuten erste Ergebnisse sehen und mit dem zweiten erst nach 3 Monaten Entwicklungsarbeit. Die Unterschiede sind beim Preis sogar noch größer. Es wäre als würde man bei einem Autovergleich noch Fahrräder und Flugzeuge mit einbeziehen.

(Die Kritik an dem Artikel soll übrigens nicht die Glauwürdigkeit der Autoren in Frage stellen. Ich kenne einen von ihnen und halte die Arbeit des IdealObserver für wertvoll. So kommt ein wenig Transparenz in einen von Verkäufern bestimmten Markt. Wer die Vergleiche länger verfolgt merkt, dass der Wettbewerb dadurch erheblich belebt wurde.)

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Karsten.Peters
Karsten.Peters

Hallo Zusammen!

Ich würde OWA gern mal verwenden. Gibt es Infos darüber, ob und wenn ja wie das Tool datenschutzkonform (so wie mittlerweile „Piwik“) eingesetzt werden kann?

Danke im Voraus!

Antworten
mwld
mwld

Auf die Möglichkeiten von Mouse-Tracking als Ergänzung wird in dem Artikel leider nicht Eingegangen. Mehr zum Thema: http://blog.yunit.org/2015/01/was-ist-mouse-tracking

Antworten
Marcus_IdealObserver
Marcus_IdealObserver

Hallo Martin Möhnwald,

der Artikel handelt von Web Analytics Tools und nicht von Usability Tools.

Auf Deiner Website steht „YUNIT, die deutsche datenschutzkonforme Alternative zu ClickTale, CrazyEgg, M-Pathy und Etracker“.
Heißt das M-Pathy und Etracker nicht datenschutzkonform sind ?

Grüße.
Marcus

P.S. generiert man Backlinks auf den eigenen Blog so am Besten?

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