Software & Infrastruktur

Rootserver im Marktüberblick: Volle Leistung und maximale Kontrolle

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Anbindung und Inklusiv-Traffic im Blick behalten

Bei der Anbindung und dem Inklusiv-Traffic gibt es auch sehr unterschiedliche Anforderungen. Wer zum Beispiel Videostreaming betreiben will und hohe Peaks erwartet, sollte eine Anbindung mit 1 Gbit/s nutzen. Bei einem Rootserver ist unbegrenzter Inklusiv-Traffic oft mit einer langsameren Leitung verbunden, da der Hoster im Rechenzentrum die Anbindung meist nach Traffic-Verbrauch bezahlt. Wer also weiß, dass der Verbrauch hoch werden könnte, sollte auf jeden Fall das persönliche Gespräch mit seinem Hoster suchen, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Einige Hoster werben auch mit Marken-Hardware. Hetzner bietet beispielsweise Server für verschiedene Einsatzgebiete und auch spezielle Dell-Hardware. So reicht der Rootserver von knapp 50 Euro im Monat bis weit über 300 Euro, da bei den Dell-Systemen standardmäßig noch keine Festplatte inkludiert ist. Generell gilt hier allerdings, dass die Hardware-Verantwortung beim Hoster liegt. Deswegen ist die Bedeutung der Hardware-Marke nicht ganz so hoch. Andernfalls könnte man immer noch zu einer Housing-Lösung greifen und die eigene Hardware im Rechenzentrum des Hosters unterbringen.

Hostnet liefert mit „Dedicated Managed Root Server“ die kreativste Bezeichnung für ein Rootserver-Angebot. Der Name beschreibt in diesem Fall jedoch auch ein sehr individuelles Produkt. (Screenshot: hostnet.de)

Hostnet liefert mit „Dedicated Managed Root Server“ die kreativste Bezeichnung für ein Rootserver-Angebot. Der Name beschreibt in diesem Fall jedoch auch ein sehr individuelles Produkt. (Screenshot: hostnet.de)

Zu guter letzt: Vertrag und Kosten

Erstaunlicherweise bieten recht viele Hoster bei Rootservern kurze Vertragslaufzeiten von ein bis zwölf Monaten. Das ist – in Anbetracht der Anschaffungskosten für die Hardware – durchaus großzügig. Allerdings sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass sich wohl kaum ein Unternehmen die Mühe macht, einen eigenen Rootserver zu konfigurieren – nur, um ihn dann nach kurzer Zeit wieder zu kündigen.

Im Normalfall laufen solche Server zwischen zwei und fünf Jahren. Hoster-Angebotsaktionen – etwa der Verzicht auf die selten besonders hohen Einrichtungsgebühren – fallen da kaum ins Gewicht. Deswegen sollten Unternehmen unbedingt die Gesamtkosten für mehrere Jahre Betriebslaufzeit berechnen.

Ein interessanter Aspekt findet sich bei ECS Webhosting: Hier gibt es zwei Qualitätsstufen von Rechenzentren für unterschiedliche Preise. In der Tat kann es hier Unterschiede geben, was beispielsweise die Zertifizierung nach ISO-Normen, Feuerschutz und Anbindung angeht. Was den Ort des Rechenzentrums betrifft, so ist meist nur interessant, ob er innerhalb Deutschlands, der EU oder außerhalb liegt.

Das kann etwa für den Datenschutz Konsequenzen haben. Das einzige nicht deutsche Rechenzentrum kommt in der Marktübersicht von Serverloft. Hier haben Sie die Wahl zwischen Europa (Straßburg) und den USA (St. Louis). Wer besondere Anforderungen hat – etwa eine besonders schnelle Anbindung in den asiatischen Raum – muss genauer nachforschen.

Fazit

Rootserver sind mit einem meist sehr guten Preis-Leistungsverhältnis und vollständiger Kontrolle die Kraftpakete unter den Hosting-Angeboten. Zwei Dinge gilt es allerdings zu beachten: Erstens sind die Leistungen und Preise zum Teil sehr unterschiedlich. Kritisches Prüfen und Nachfragen lohnt sich also. Zweitens sollte sicher sein, dass das Unternehmen die regelmäßigen Aktualisierungen wichtiger Dienste und die faktisch vollständige Verantwortung für den Betrieb des Servers tatsächlich übernehmen kann und möchte.

Anbieterübersicht Rootserver

Mit einem Klick auf den unten stehenden Ausschnitt öffnet ihr die komplette Übersichtstabelle. Es handelt sich hier um einen Artikel und eine Tabelle aus dem t3n Magazin Nr. 37. Die Daten und Zahlen können sich daher inzwischen geändert haben.

rootserver tabelle teaser

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7 Kommentare
Leser
Leser

Ihr erstellt eine Marktübersicht ohne HostEurope?! *kopfschüttel*

Wieso fehlen die denn?

max.vogl
max.vogl

Steht doch im Dokument…

Patrick

Die totale Verwirrung bezüglich Root Servern und Dedicated Root Servern kann ich gut verstehen. Man muss teilweise schon sehr genau lesen, damit man wirklich auf der sicheren Seite ist. Hosteurope hat ja auch teils virtuelle Rootserver im Angebot. ;)

Leser2
Leser2

Gibt’s einen Grund, warum Domainfactory fehlt?

Mondoshiva
Mondoshiva

Wieso fehlt da webtropia.com? Die haben eigentlich immer ein gutes Angebot in der Oberklasse?!

RRL
RRL

Meiner Meinung nach gibt es hier ein Missverständnis zu den Begrifflichkeiten:

root = voller Zugriff (Adminstration ohne Einschränkungen; oft per Konsole oder RemoteDesktop)
managed = vom Betreiber gewartet (regelmäßige Updates, Backup)
virtual = virtualisiert
dedicated = garantierte Leistungen (z.Bsp. 2 CPU-Kerne, 4 GB RAM, …)
physical = richtige Hardware

Oft wird mit „dedicated“ die reale Hardware gemeint.

Der Begriff „Root-Server“ bedeutet noch lange nicht das es sich tatsächlich um einen wie von Ihnen so schön genannten „Boliden“ handelt.

Ich habe selbst mehrere kleine „virtual root“ Server – also kleine virtualisierte Systeme mit teilweise nur 64 oder 128 MB RAM, einer „halben“ CPU (also 50% Rechenleistung eines Prozessorkerns) ;)

Ich habe im Zusammenhang mit „Rootserver“ auch noch nie direkt eine physikalische Maschine gesehen – gibt es für diese Begriffsdefinition eine Quelle?

„Dedicated Managed Root Server“ heisst also nichts anderes als reale Hardware mit garantierter Leistung (da man den Server allein nutzt); vom Anbieter gewartete Software; mit vollem Zugriff auf das Betriebssystem. Tatsächlich eine eher gegenläufige aber nicht unmögliche Kombination. Sobald man selbst Veränderungen am System vornimmt ist das kein richtiger „managed“ Server mehr.