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Cloud Computing: Mehr als nur ein Hype

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Evolutionäre Technologie – revolutionäres Modell

Die drei wesentlichen Aspekte des Cloud-Computing-Betriebsmodells sind „bedarfsbedingte Abrechnung“, „Mandantenfähigkeit“ und „serviceorientierte Architektur“. Ressourcen werden dabei in einem Selbstbedienungsmodell zur Verfügung gestellt und können bedarfsbedingt verwendet werden. Die Abrechnung findet auf der Basis dieser bedarfsbedingten Verwendung statt – man zahlt also nur für das, was man auch nutzt.

Die Architektur, in der Ressourcen beim Cloud Computing bereitgestellt werden, ist mandantenfähig (Multi-Tenant). Alle Anwender teilen sich also die zugrundeliegende Infrastruktur. Die einzelnen Dienste eines Anwenders laufen aber in einem getrennten, sicheren Adressenraum. Da sämtliche Ressourcen in einer serviceorientierten Architektur bereitgestellt werden, sind für Anwender nur Schnittstellen sichtbar, niemals Details der dahinterliegenden Implementation.

Je höher man sich im Schichtenmodell befindet, desto mehr wird man von der Verantwortung für die darunterliegenden Schichten befreit. Je tiefer man sich im Modell befindet, desto mehr Freiheit zur Gestaltung der eigenen Systemlandschaft hat man. Auf der SaaS-Ebene muss man sich als Anwender beispielsweise nicht um die Systemarchitektur kümmern, das übernimmt der Provider für einen.

Zusammengenommen ergibt sich aus diesen Aspekten ein Modell mit signifikanten geschäftlichen (kommerziellen) Vorteilen. Das bedarfsbedingte Verwendungsmodell ermöglicht Anwendern, die Kosten sehr stark an den Bedarf zu koppeln. Steigt der Bedarf, verwendet man mehr Ressourcen, geht er wieder zurück, verwendet man weniger Ressourcen – und zahlt auch für weniger.

Alles in allem ein revolutionäres Modell auf der Basis von evolutionären technologischen Verbesserungen. Für etablierte Firmen verspricht Cloud Computing deutliche Kostenersparnisse und die verlockende Möglichkeit, das Gleiche mit laufenden IT-Betriebskosten zu erreichen, was vor Jahrzehnten im Bereich der Logistik geschafft wurde: die Eliminierung von Bestandsverschwendung, der Heilige Gral von allen „Lean“-Prozessen.

Für Startups ist dieses Modell möglicherweise noch wichtiger, denn sie können Geschäftsideen ohne massive Kapital-Investments ausprobieren und dadurch mit deutlich geringerem Risiko agieren. Dies wirkt wie ein Superhelden-Mutanten-Gen und verleiht jedem Startup Superkräfte, wodurch es sich auch gegenüber großen Playern behaupten kann.

Risiken und Nebenwirkungen

Es gibt noch eine Menge offene Fragen zum Thema Cloud Computing und nicht weniger Risiken. Doch gerade die Risiken werden häufig dramatischer dargestellt, als sie tatsächlich sind. Zudem sind viele Diskussionen über das Thema Sicherheit fehlgeleitet. Bei einer Diskussion über die Datensicherheit, bei der es eigentlich eher darum gehen sollte, wie IT-Architekten und Entwickler geschickter mit unseren Daten umgehen können, bleiben tatsächlich haarsträubende Risiken nicht selten auf der Strecke. So fragen sich sicher die wenigsten, ob ihr Cloud-Provider ein tragbares Geschäftsmodell hat oder ob große Cloud-Provider wie Amazon oder Google mit diesen Geschäftszweigen Gewinne erwirtschaften.

Die Nutzung eines Cloud-Providers ist eine Sourcing-Beziehung, also eine Geschäftsbeziehung zwischen Lieferant und Abnehmer. Jede verantwortungsvolle Geschäftsleitung wird Einblick in die Zahlen des zukünftigen Geschäftspartners haben wollen, um sicherzugehen, dass die Partnerschaft eine solide Basis hat. Doch genau das ist bei Cloud-Providern in aller Regel unmöglich. Dennoch sind die geschäftlichen Vorteile so massiv – und die Vorteile, die Konkurrenten gegen einen ausnutzen könnten, so verheerend – dass viele Firmen die Risiken trotzdem eingehen werden.

In Monty Pythons Film „Die Ritter der Kokosnuss“ besiegt König Artus den Schwarzen Ritter. Doch der will davon nichts wissen – selbst nachdem Artus ihm Arme und Beine abgeschnitten hat, leugnet er seine Niederlage. Große Änderungen – und Cloud Computing ist so eine – verursachen immer Ungewissheit und Sorgen. Sie zu leugnen, hilft dabei allerdings wenig, denn dann wird man selbst zum Schwarzen Ritter und die Konkurrenz zum Artus.

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