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Bloggen mit Tablets: Das wichtigste Zubehör und die besten Apps

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Zwischenfazit zum Bloggen mit Tablets und kostenlosen Hilfsmitteln

Bleibt man innerhalb der WordPress-App und beherrscht einige grundlegende HTML-Kenntnisse, um beispielsweise einen Text rechtsbündig zu formatieren oder Fotos mittels des HTML-Codes an der richtigen Stelle einzufügen, sollte man keine Probleme haben, Texte auch von unterwegs zu veröffentlichen.

Ist man allerdings auf das WordPress-Backend angewiesen – unter anderem, weil man auf Einstellungen von SEO-Plugins oder Theme-Optionen vor dem Publizieren eines Artikels zugreifen muss oder man sich schlichtweg mit HTML nicht auseinandersetzen möchte – dann ist auf jeden Fall eine große Portion Geduld von Nöten.

Das klingt jetzt ein wenig so, als sollte das iPad hier als eindeutiger Gewinner dastehen. Dies ist ganz klar nicht der Fall. Es lässt sich maximal behaupten, dass man mit dem iPad ein klein wenig besser bloggen kann, da der WordPress-Editor hier ähnlich performant wie im Desktop-Browser arbeitet. Letzten Endes bleibt aber auch hier einiges an Komfort auf der Strecke, weil beispielsweise der Foto-Upload nicht direkt über das Backend funktioniert.

Ein Fazit zur WordPress-App fällt schwer. Die App ist kostenlos und entzieht sich damit umfassender Kritik. Dennoch muss man festhalten, dass mehr als das einfache Verfassen von Texten mit anschließendem Einfügen von Fotos unter oder über dem Text einfach nicht drin ist. Weiterhin fehlt die Möglichkeit, auf Optionsfelder von Plugins zuzugreifen. Fotos und Links können ohne HTML-Code-Kenntnisse nicht mit Alt- oder Title-Tags versehen werden. Die Option, Links in einem neuen Fenster zu öffnen, fehlt ebenfalls. Aber wie gesagt, die App ist kostenlos: Jammern auf hohem Niveau.

Die WordPress-App ist auch für Android-Blogger kostenlos erhältlich.

Die WordPress-App ist auch für Android-Blogger kostenlos erhältlich.

Honeycomb-User werden auf diese App aufgrund der schlechten Browser-Performance bei der Verwendung des WordPress-Backend ebenfalls nicht verzichten können. Verwaltung und Moderation des Blogs gehen im Übrigen mit der WordPress-App ebenfalls locker von der Hand. Wer ein paar Euro ausgibt, kann seinen Blogging-Workflow auf dem Tablet allerdings in bestimmten Bereichen deutlich optimieren.

Kostenpflichtige App „Blogsy“

Für Besitzer eines iPads gibt es zur WordPress-App kostenpflichtige Alternativen: Blogsy (3,99 Euro) und BlogPress (2,39 Euro). Bei BlogPress handelt es sich kurzgesagt um eine aufgebohrte Variante der WordPress-App. Fotos kann man hier an der gewünschten Stelle platzieren. Außerdem steht ein HTML-Cheat-Sheet zur Verfügung. Trotzdem ist BlogPress leider noch weit entfernt von WYSIWYG. Auch hier fehlt es an den oben erwähnten Formatierungsmöglichkeiten. BlogPress ist übrigens auch für das iPhone erhältlich.

Blogsy dürfte sich hingegen nach der ersten Benutzung für viele zur App der Wahl entwickeln. Die App verfügt nicht nur über umfangreiche Formatierungsoptionen und schließt damit die beschriebene Lücke, sondern fühlt sich auch wie eine echte Touch-App an. Das Einfügen von Fotos und Videos geht mit einem Fingerwisch. Dabei kann man auch gleich festlegen, ob ein Foto rechts-, linksbündig oder zentriert eingebunden werden soll. Zudem kann man das eingebundene Foto durch das Ausführen eines Fingertipps mit einem Link versehen, die Ausrichtung ändern und das Title-Tag befüllen.

Auch der Upload-Vorgang in Blogsy zeigt, dass die Entwickler an die Bedürfnisse der Blogger gedacht haben. Man kann beispielsweise ein oder mehrere Fotos gleichzeitig hochladen. Als Zielort stehen einem der eigene Webspace des Blogs, Flickr und Picasa zur Auswahl. Während man die Fotos hochlädt, kann man bequem am Text weiterarbeiten. Dann wirds richtig touchig: Wo die Fotos auch gelandet sein mögen, man fasst sie einfach in einer Foto-Übersichts-Leiste an und zieht sie in den Text hinein. Gleiches gilt im übrigen auch für Videos, die sich auf YouTube befinden.

Ein weiteres Highlight ist der in Blogsy integrierte Browser. Mit diesem kann man schnell etwas recherchieren, ohne die App verlassen zu müssen. Ganz fein gemacht: Links kann man direkt aus der Adresszeile auf ein Wort ziehen, um dieses mit einer Verlinkung zu unterlegen. Die Formatierungsmöglichkeiten des Textes lassen keine Wünsche offen. Textausrichtung, Überschriftenformat, Zitate und so weiter erledigt man mit einem Fingerzeig.

Die App selbst besteht, ähnlich dem WordPress-Editor, aus zwei Ebenen: einer HTML-Ansicht, in der man zunächst den Text verfassten sollte, und einem WYSIWYG-Editor, in dem man dann Formatierungen, Verlinkungen und dergleichen vornehmen kann. Markiert man beispielsweise eine Textpassage als Zitat, wird dieses entsprechend eingerückt. Fett markierter Text und Überschriften werden ebenfalls entsprechend dargestellt.

Mit Blogsy kann man wirklich effizient bloggen. Formatierungen gehen leicht von der Hand und man kann mit den gleichen Stilmitteln wie im WordPress-Editor arbeiten. Blogsy kann übrigens bei den Diensten Blogger und Posterous verwendet werden. Ein Haar in der Bloggersuppe: Kommentare moderieren oder verwalten kann Blogsy leider nicht. Dazu muss man wieder auf die kostenlos WordPress-App zugreifen, die man also immer parallel installiert haben sollte.

Fazit

Die Kombination aus iPad, der kostenpflichtigen App Blogsy, der kostenlosen WordPress-App und einer Hardware-Tastatur könnte für viele Blogger eine interessante Möglichkeit sein, ausschließlich mit dem Tablet zu bloggen und das Notebook oder Netbook endlich zu Hause lassen.

Für Nutzer von Android-Tablets ist es allerdings noch nicht ganz so weit. Blogsy gibt es für Android nicht, eine zufriedenstellende Alternative ist zudem nicht erkennbar. Aber fürs erste kommt man ja mit der WordPress-App auch ganz gut zurecht.

(Foto: ozgurdonmaz / iStock)

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3 Kommentare
chris

was ich auf jeden fall unterschreiben kann, ist das ich seit dem ich mein tablet habe, mein reader schneller auf „0 unread“ gelesen habe, als mit meinem laptop. es lässt sich wesentlich geschmeidiger den content konsumieren und entsprechend zu selektieren.

die wordpress app nutz ich weitestgehend um auf kommentare zu reagieren. artikel schreiben ist etwas frimmelig.

Antworten
Jan Käseberg
Jan Käseberg

Ich würde mein Mac Book Air jedem Tablet vor ziehen gerade wenn es ums schreiben geht. ich kann mir kaum vorstellen das jemand längere Texte auf dem zb iPad schreiben will? Ich blogge aber auch nicht sonderlich viel…

Antworten
Daniel W.

Alles, was Textverarbeitung betrifft, ist auf dem Tablet-PC derzeit ohne externe Tastatur kaum nutzbar, wenn mehr als ein Dreizeiler geschrieben werden soll. Ich halte Tablet- PCs ohne Stift und Schrifterkennung generell eher für ein Spielzeug zum Konsumieren von Inhalten und weniger für ein Werkzeug zum Erstellen von Inhalten. Und genau das ist der Grund, warum mir mein Samsung NC10 immer noch am liebsten ist, wenn ich unterwegs arbeiten oder bloggen will.

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