Software & Infrastruktur

Servervirtualisierung leicht gemacht mit eisXen: Von Null auf Xen in 10 Minuten

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Menüsteuerung für Xen-Gäste

Nun kann das erstellte System als virtuelle Maschine über den Menüpunkt „Start XEN domain“ gestartet werden. Dabei wird der Benutzer direkt mit der Konsole der domU verbunden. Um zur Konsole des Servers zurückzukehren, wird die Tastenkombination STRG+ALT+9 gedrückt (in einer VMware-Session STRG+ALTGR+9). Die weiteren Funktionen zur Steuerung der Gäste (Auflisten laufender Systeme, Starten, Stoppen usw.) sind im selben Hauptmenü untergebracht. Die Kommandos erfordern jeweils die Eingabe der ID des betreffenden Gastes.

Der neu erstellte Gast enthält noch keine Anwendungssoftware. Über das integrierte eisfair-Installationssystem können nun Pakete online geladen und eingerichtet werden, wie zum Beispiel ein Apache-Webserver oder eine MySQL-Datenbank. Hierzu muss der Gast zunächst eine Netzwerkanbindung erhalten. Das funktioniert mit folgenden Schritten:

  1. Am Gastsystem als Benutzer eis anmelden.
  2. Im Menüpunkt „System administration > Base configuration > Edit base configuration“ aufrufen.
  3. Die IP-Konfiguration eintragen. Eine Netzwerkkarte muss diesmal nicht definiert werden, da bereits die Domain 0 Zugriff auf die Netzwerkkarte hat und der Gast über eine automatisch erstellte Xen-interne Bridge am virtuellen Netzwerk angeschlossen wird.
  4. Mit F10 speichern, eisXen verlassen und Domain-Reboot durchführen.

Installationsassistent für Anwendungen

Der Gast ist nun bereit für die Installation von Anwendungssoftware über den Menüpunkt „Package administration > Install new package“. Dabei wird vom Server download.eisfair.org ein Menü der verfügbaren Pakete geladen und angezeigt. Für die Installation etwa des Apache-Webservers gibt man „2“ ein und bestätigt die Rückfrage. eisfair lädt die Software, löst dabei etwaige Abhängigkeiten auf und installiert das Paket automatisch. In dieser Weise werden alle benötigten Programme installiert und über das einheitliche Konfigurationssystem an die eigenen Bedürfnisse angepasst.

Da man unter Xen mehrere Gast-Systeme parallel laufen lassen kann, empfiehlt es sich gegebenenfalls, größere Applikationen auf einzelne Gäste aufzuteilen, zum Beispiel für einen Intranet-Server: domU-1 wird Apache-Webserver, mit PHP und MySQL-Datenbank, domU-2 wird SAMBA-Server und domU-3 ist als sichere Internet-Gateway für Router und Firewall zuständig. In Domain 0 ist aus gutem Grunde keine Installation von Paketen zugelassen – das System muss im Sinne der Modularität, Sicherheit und Wartbarkeit frei bleiben von Anwendungssoftware. Die gehört in den domUs untergebracht.

Multiplattform-System

Unter eisXen können auch andere Linux-Systeme als domU eingerichtet werden. Der einfachste Weg geht über eine Physical-to-Virtual-Konvertierung (P2V-Konvertierung) eines vorhandenen Systems, zum Beispiel SUSE oder Debian, in ein eisXen-Template. Das Vorgehen ist auf der eisXen-Website sowie im „Xen 3“-Buch [3] beschrieben. Auf der Internetseite sind auch fertig vorkonfigurierte Gast-Images zum Download vorhanden, die in der Domain 0 abgelegt werden können und für die dann lediglich noch eine Konfigurationsdatei unter „/etc/xen/xm<GASTNAME>“ zu erstellen ist.

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