Entwicklung & Design

Teil 1: Offshore Development und internationale Partnerschaften: Open-Source-Geschäftsmodelle im Wandel

Seit Dekaden profitieren große Unternehmen der IT-Branche von der internationalen Arbeitsteilung. Aber längst greift die Globalisierung auch in die Geschäftsmechanik kleinerer und mittlerer Softwareunternehmen ein. Auch Kleinstunternehmen nutzen inzwischen immer häufiger die Vorteile der Internationalisierung: Europäische TYPO3-Agenturen und größere Endanwender kooperieren erfolgreich mit indischen Developer-Teams. Mit entsprechender Vorbereitung sind die Erfahrungen positiv.

Indien ist mit 44 Prozent Weltmarktanteil schon lange die „Entwicklungsabteilung“ der Welt, vor allem bei großen Software- und IT-Konzernen. Texas Instruments zum Beispiel hat schon vor zwanzig Jahren massiv in Indien investiert. Heute sind alle Marktführer dort vertreten. Sogar CapGemini hat jüngst entschieden, dass künftig rund 40 Prozent der 70.000 Mitarbeiter weltweit in Indien arbeiten werden.

Längst ist überfällig, dass sich nach den „Elefanten“ auch kleine Unternehmen der IT-Branche entsprechende Vorteile sichern. Speziell die Open-Source-Szene könnte schließlich überproportional profitieren aufgrund der meist höheren Zeit- und Personalintensität von Open Source gegenüber proprietärer Software. Denn je höher der Zeiteinsatz für die Entwicklung ist, desto höher ist schließlich auch der Kostenvorteil beim Offshore Development. Hinzu kommt, dass Endkunden hierzulande immer mehr wünschen für immer kleinere Budgets. Das Wachstum des Binnen-IT-Markts liegt insgesamt bei nur 2 bis 3 Prozent und Anwendungen, wie beispielsweise Content Management Systeme, sind mittlerweile sehr viel selbstverständlicher, auch bei Endanwendern, als das noch vor 3 Jahren der Fall war. Der Preisbonus des Innovativen ist schon entfallen. Die Charakteristik des Markts verändert sich.

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) meldete zu Beginn des Jahres 2007 rund 20.000 offene Informatikerstellen und befürchtet bei sinkenden Absolventenzahlen an den Hochschulen eine weitere Verschärfung der Personalengpässe mit entsprechend steigenden Personalkosten. Vielfach bedürfen also die Geschäftsmodelle der IT-Dienstleister der Anpassung, denn im Regelfall ist es nicht die bloße Softwareentwicklung, die zum Erfolg auf dem Markt führt. Konzeption, integrierte Services, umfassende Problemlösungen und attraktive Konditionen sind die Erfolgsfaktoren für die Kundengewinnung und -bindung.

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