Startups

Kreative PR für Startups: Es darf auch mal verrückt sein

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Die Qualität des Produkts unter Beweis stellen

Wie bereits erwähnt, verwenden viele Startups – und selbst gestandene Unternehmen – zu oft inflationäre Begriffe wie „innovativ“, „schnell“ und „einfach“, um ihre Produkte zu beschreiben. Bei der Pressearbeit muss es darum gehen, sich von den vielen Mitbewerbern abzuheben und die Aufmerksamkeit von Journalisten zu wecken – denn aus Sicht der Jounalisten versprechen alle dasselbe. Dies kann zum Beispiel gelingen, wenn Startups nicht nur über ihr „großartiges Produkt“ sprechen, sondern die Qualität anschaulich unter Beweis stellen.

Am besten überzeugt man Journalisten, indem man sie mit einem zum Thema passenden Aufhänger anspricht und ihnen das Produkt nahe bringt. Je mehr das Ganze auf den Punkt gebracht wird, desto besser und überzeugender ist es. Denn: Journalisten haben wenig Zeit und Lust, sich detailreiche und produktverliebte Monologe oder Präsentationen anzuhören.

Im Falle von Jimdo, einem Online-Webseiten-Baukasten, schrieben wir (also der Autor und die jimdo-Gründer) ausgewählte Journalisten mit der Idee an, dass wir gerne zu einem kurzen Redaktionsbesuch vorbeikommen wollten – ähnlich einem Boxen-Stopp in der Formel 1. Kurz und effektiv. Die Entscheidung, ob unser Besuch zehn, zwanzig oder dreißig Minuten dauern sollte, überließen wir den Journalisten. Mehr Zeit wollten wir ihnen nicht stehlen. Unser Versprechen lautete, dass wir vor ihren Augen in fünf Minuten eine Website bauen würden, die sie behalten und weiter nutzen konnten. Den Rest der verbleibenden Zeit würden wir mit ihnen selbstgebackene Kekse essen und mitgebrachten Kaffee oder Tee trinken. Schließlich war gerade Vorweihnachtszeit, da passte das gut, so unser Argument.

Warum nicht einmal mit Backwaren in den Redaktionen vorbeischauen und das Produkt direkt vorstellen?

Tatsächlich kam diese Idee bei Journalisten gut an und wir fuhren mit Gebäck und Heißgetränken zu Fünf-Minuten-Präsentationen in verschiedene deutsche Städte. Wir hielten unser Versprechen ein und bauten in wenigen Minuten eine Website. Die meisten Besuche dauerten dann länger als zehn bis dreißig Minuten, weil viel miteinander geredet wurde. So entstanden persönliche Kontakte. Einfach, effektiv und in einem für alle Beteiligten angenehmen Rahmen. Aus finanzieller Sicht fielen lediglich Kosten für die Anreise, Heißgetränke und die Zutaten für die selbstgebackenen Kekse an.

Natürlich antworteten nicht alle angeschriebenen Redaktionen. Aber: Selbst denen, die sich nicht zurückmeldeten, bleiben wir als „die mit den fünf Minuten und den Keksen“ in Erinnerung. Wir haben diese Aktion in ähnlicher Weise, mit anderen Aufhängern und natürlich Backwaren, wiederholt. Aus bloßen Namen in unserem Verteiler wurden somit persönliche Kontakte.

Aufmerksamkeit erzeugen: Von Lobkärtchen & Strumpfbändern

Gründer können auch Aufmerksamkeit erzeugen, indem sie selbst kleine Aufmerksamkeiten an Redakteure verschicken. Dabei muss das verschickte „Goodie“ nicht besonders teuer oder groß sein. Es geht nicht darum, Journalisten mit Größe, Technik oder dem Geldwert zu beeindrucken, sondern mit der dahinterstehenden Idee. Sie soll für einen Moment Aufmerksamkeit und ein Lächeln hervorrufen.

Eine nette Geste für Journalisten, die in Erinnerung bleibt: Lobkärtchen verschicken.
Eine nette Geste für Journalisten, die in Erinnerung bleibt: Lobkärtchen verschicken.

Ein konkretes Beispiel: Um Aufmerksamkeit für den Kunden Schoene-Dinge-Shop.de zu erzeugen, entschieden wir uns dafür, ein in der Pressemitteilung vorgestelltes Produkt mitsamt einem netten Anschreiben an ausgewählte Redaktionen zu verschicken. Das Produkt bestand aus visitenkartengroßen Lobkärtchen mit Aufdrucken wie „Eins A!“, „Ganz toll!“, „Weiter so!“.

Im Anschreiben stand (ohne anbiedernd zu wirken), dass im Arbeitsalltag viel zu wenig gelobt wird und wir das ändern wollen. Eine Lob-Karte war also für den betreffenden Redakteur bestimmt, eine zweite für eine/-n Kollegen/Kollegin, der/die einfach mal eine nette Geste verdient hatte. Kurzum: Wir wollten, dass es ein wenig „menschelt“.

Die Pressemitteilung und die Lobkärtchen führten zu Veröffentlichungen in einigen Zeitschriften. Wie gesagt: Manchmal reicht bereits eine kleine Geste oder Aufmerksamkeit.

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