E-Commerce

Mobile Shopping: So verbesserst du die mobile User-Experience deines Shops

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Zusatzmodule und -dienste

Neben den Angeboten der Shopsystem-Hersteller, die die obige Tabelle zeigt, gibt es eine Reihe weiterer Zusatzangebote. Zum einen bieten unzählige freie Entwickler und Agenturen Templates für Shopsysteme. Derzeit sind diese jedoch primär für Smartphones optimiert. Je nach Leistung muss man hier mit Kosten zwischen 0 und 750 Euro rechnen. Fündig wird man in den Marktplätzen der Shopsysteme. Zum anderen gibt es einige Anbieter, die sich auf Zusatzmodule und -dienste spezialisiert haben, von denen fünf genauer beschrieben werden sollen.

MobiCart

Der britische Mobile-Commerce-Anbieter liefert mit seinen Paketen für 49 US-Dollar pro Monat Apps für iPhone, iPad und Android. Dazu kommt eine mobile Website. Der Fokus von MobiCart lag in der Vergangenheit auf nativen Apps. Bis Redaktionsschluss waren auf der Website in der Tat auch nur zwei mobile Demo-Websites zu sehen – leider nicht als Live-Shop. Shop-Module übernehmen die Kommunikation und sorgen so für den Anschluss ans Shopsystem. Allerdings wird nicht jedes Shopsystem unterstützt. Für eine Zusatzgebühr übermittelt MobiCart die Apps auch an die App Stores.

Movendor

Der deutsche Anbieter Movendor aus Hamburg bietet eine mobile Website für Smartphones und Tablets, die der Shop-Betreiber mit CSV-Daten aus seinem Shopsystem füttern muss. Somit kann man quasi jedes Shopsystem an diese Lösung anbinden. Der dynamische Datenabgleich geschieht nur über das Google Merchant Center. Der Shop-Betreiber muss ihn also zu diesem Zweck einsetzten. Die Kosten setzen sich aus einer Kombination von Setup-Gebühr (0 oder 549 Euro) und Provision (je nach Umsatzhöhe vier bis neun Prozent) zusammen. Größere Händler können auch eine Flatrate nutzen.

Shopgate

Der deutsche Hersteller bietet native Apps für Smartphones und Tablets. Dazu können Shop-Betreiber eine mobile Website für Smartphones bekommen und ihre Produkte in Shopgates Marktplatz einstellen. Die Verbindung zum Shopsystem übernehmen Shop-Module, die alle großen Plattformen unterstützen. Die Kosten für eine iPhone-, iPad- und Android-Lösung setzt sich aus 1099 Euro Setup-Gebühr, einer Monatsgebühr von 199 Euro pro Monat und einer Umsatzbeteiligung zusammen, die zwischen 1,5 und fünf Prozent liegt.

MymCart

Der britische Anbieter bindet das Shopsystem (wie Movendor) über einen CSV-Upload an. Das bedeutet, dass keine Echtzeit-Verbindung zum Onlineshop besteht. Aktuell gibt es Layouts nur für das iPhone. Über Preise machen die Briten allerdings keine genauen Angaben.

CouchCommerce

Der neuste deutsche Anbieter mobiler Shop-Lösungen wandelt Onlineshops automatisch in Web-Apps für Smartphones und Tablets um. Die Anbindung ans Shopsystem erfolgt über Shop-Module, eine Vorintegration (etwa Shopware) oder eine API. Unterstützt werden dabei immer iOS, Android und Windows. Shop-Betreiber können sich bei CouchCommerce anmelden und dann 30 Tage lang kostenlos ihre Web-App testen. Der günstigste Tarif startet mit 19 Euro im Monat plus 49 Euro Einrichtungsgebühr. Eine Umsatzbeteiligung wird nicht verlangt. Außerdem bietet CouchCommerce die erste mobile Lösung an, die von Trusted Shops vorzertifiziert ist.

Checkliste: Die richtige Lösung finden
Wer das richtige System für die mobile Optimierung seines Shops finden
will, muss zunächst die richtigen Fragen stellen. Dazu gehören:
  • Wie
    viel Individualisierung braucht mein mobiler Shop? Reicht ein solides,
    einfaches Branding? Oder muss alles exakt so wie beim PC-Shop aussehen?
  • Muss meine Tablet-Variante die gleichen Sonderfunktionen wie mein PC-Shop anbieten? Ist das sinnvoll?
  • Welche
    Vertragslaufzeit ist für mich akzeptabel? Wie schnell und einfach will ich zu einer anderen Lösung wechseln können?
  • Kann ich den mobilen Shop erst einmal ausprobieren? Oder muss ich gleich investieren?
  • Wie kompliziert ist die technische Anbindung an den PC-Shop?
  • Wie viel will ich investieren?

Die Kosten richtig einschätzen

Die Kosten spielen eine wichtige Rolle. Dabei entscheidet nicht nur die Frage, welche Lösung für wie viel zu haben ist, sondern auch, welche Kosten danach auftreten. Bei Individualentwicklungen kommen zu den relativ hohen Startkosten die laufenden Wartungs- sowie zusätzliche Entwicklungskosten. Die ergeben sich dann, wenn zum Beispiel eine individuelle Lösung an ein Update des herkömmliche Shop-Systems angepasst werden muss.

Bei Modellen mit Umsatzbeteiligung fallen neben den Anschaffungskosten Abgaben bei steigenden Umsätzen an. In der Regel sinkt diese prozentuale Abgabe bei höheren Umsätzen – aber der absolute Betrag steigt. Bei monatlichen Fixpreisen oder einmaligen Kosten hingegen weiß der Shop-Betreiber genau, welche Kosten auf ihn zukommen. Prozentual sinkt dabei der Kostenanteil bei steigendem Umsatz. Wichtige Fragen, die man sich als Shopbetreiber vor einer Entscheidung für eine Lösung immer stellen sollte, sind in jedem Fall: Wie viele Shop-Besucher kommen über Tablets und Smartphones? Und wie viele werden es in Zukunft sein?

Fazit

Wer als Shopbetreiber heute einen optimierten Shop für Tablets oder Smartphones anbieten möchte, kann auf eine der oben beschriebenen Lösungen zurückgreifen. Shop-Betreiber können dank innovativer Dienste schnell zu guten Lösungen kommen. Allerdings sollte man die Angebote sehr genau unter die Lupe nehmen, denn am Ende setzen alle Anbieter auf Lösungen, die nur einen gewissen Grad an Individualisierung zulassen. Eine individuelle Entwicklung bekommt man bei keinem der Anbieter – dafür aber einen optimierten Shop für sehr viel weniger Geld.

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2 Kommentare
andrea.anderheggen
andrea.anderheggen

Dieser Artikel ist meiner Meinung nach in einigen Teilen einfach nur verwirrend. Ich möchte auch ausdrücklich als Geschäftsführer der erwähnten Lösung, Shopgate darauf antworten:

– „Anders als bei Mobile Templates können Kunden auch offline weiter surfen und die Inhalte ihres Warenkorbs behalten.“ Das mag ja sein, aber bestellen geht dann auch offline?- Man braucht immer eine Internetverbindung für Mobile Commerce, sorry Jungs! :)

– Offline surfen: Keine gute Idee. – Wir haben das Thema „Offline-Surfen“ bei Shopgate bereits vor 2 Jahren getestet und zwar auch in den nativen Apps. Resultat: Verärgerte Händler, weil Kunden Produkt mit alten Preisen bestellen wollten oder eben auch Produkte, die gar nicht mehr verfügbar waren zum Zeitpunkt der Bestellung. Wenn ein Händler also einigermassen aktiv ist, Bestellungen macht und Angebote regelmässig anpasst, bedeutet das u.U. ziemlichen Ärger.
Wir selbst hatten jedenfalls irgendwann zuviele Support-Anfragen dazu, um das ernsthaft weiterzuführen…

– Webapps = Schlechte Conversion Rate: Wir haben bei Shopgate vor ca. 2 Jahren ebenfalls mobile Webseiten per Java Skripts programmiert, die native Apps imitiert haben. Resultat: Die Conversion-Rate (Verhältnis von Besuchern vs. Bestellungen) war dramatisch schlechter als bei einer mobil optimierten Webseite ohne Java-basierte Imitationen nativer Apps. Konkret: Conversion Rate von Webapps: 0.3%, dagegen CR von mobilen Webseiten: Bis zu 1.5%.
Grund: Kunden, die auf mobilen Browsern surfen erwarten eben KEINE native App, sondern eine Webseite, die sich auch als solche verhält und vor allem schnell sein muss.
Wir fanden es übrigens sehr schade, denn unsere Webapps sahen echt total cool aus und man konnte per Java wirklich gute Effekte erzielen. Wie der Artikel auch zurecht sagt, ist die Programmierung auch aufwendig. Aber wenn das auf Kosten des Umsatzes geht, stimmt das für die Händler auf Dauer nicht. Technologie ist nie der Primärzweck.

– Preise Shopgate: Die Preise von Shopgate (meines Unternehmens) sind hier nur für das zweitteuerste Premium-Paket, inkl. mobile Webseite für Smartphone & Tablets, sowie native Apps für iPhone, iPad, Android aufgeführt. Es geht auch bei Shopgate günstiger. – Die Autoren (GF von Couch Commerce) wissen das auch…

– Leistungsumfang: Was an den Preisen für kaufmännisch orientierte Händler wichtiger ist: Der Leistungsumfang oben genannter Anbieter ist sehr verschieden. Man vergleiche einfach mal objektiv und emotionslos Themen wie fertige Shop-Schnittstellen, integrierte Payment-Module, integrierte Gutschein- und Bewertungssysteme, Barcode- und QR-Scanner, Push-Nachrichten u.v.m. – Mehr Leistung heisst letztlich auch hier: Mehr Umsatz.

– Native Apps: Es ist richtig, dass der Kunde eine native App zuerst installieren muss. Aber wenn er das mal tut, steigt sein Wert (Live-Time-Value) um bis zu 50%. Sprich: Man macht mit diesem Kunden bis zu 50% mehr Umsatz. Die Frage ist daher die: Wie kriegt man Kunden dazu, die App zu installieren? Dafür gibt es sehr viele Möglichkeiten: Gutscheine, Live-Shopping, Sonderpreise in den Apps etc. – Es geht nicht darum, ob eine native App besser oder schlechter ist als eine mobile Webseite, sondern darum dass die native App ein sehr starkes Kundenbindungsinstrument ist, das man über die mobile Webseite pushen kann…

– Gewinn ist das, was Händler wollen. Ein Händler lebt nicht von Kosteneinsparungen, sondern von Gewinnen. Und dafür ist eben auch der Umsatz relevant. Auch für Mobile Commerce muss daher die Frage eher lauten: Welche Lösung bringt mir am meisten Umsatz im Verhältnis zu den Kosten? – Es bringt nichts an einer Lösung zu sparen (z.B. mobile Templates), die dann letztlich keinen Umsatz schafft. – Insofern ist das Model mit Transaktionsgebühren bei Shopgate eben auch wieder von Vorteil: Man hat einen Anbieter, der ständig darum bemüht ist, mehr Umsatz über den mobilen Kanal zu schaffen und sich nicht verabschiedet, sobald man mal live ist…

– Zu letzterem gibt es noch einen Punkt: Mobile Commerce unterscheidet sich von PC eCommerce im Wesentlichen auch dadurch, dass der Markt mobiler Geräte extrem dynamisch ist. Insbesondere die Android-Geräte, aber auch die wachsende Zahl von iOS Gerätegrössen, Auflösungen und Technologien ändern sich sehr schnell. Es ist deshalb von zentraler Bedeutung nicht nur die Aufsetzungskosten, sondern vor allem auch die Unterhaltskosten und Anpassungen an die dynamischen Märkte im Auge zu haben. Wer ein einfaches Template oder einen Anbieter wählt, der sich nicht an diese Märkte dauern anpasst, muss hier sehr schnell wieder mit Umsatzeinbussen rechnen, weil der Mobile Shop nicht auf allen relevanten Geräten optimal funktioniert oder dargestellt wird…

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tragetaschen
tragetaschen

Vielleicht schaut Ihr euch ganz einfach auch einmal beim Contao CMS mit reponsive Design. Da kann man auch sehr gute shop-Lösungen für die unterschiedlichen Endgeräte holen. http://www.tragetaschenmarkt.de

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