Entwicklung & Design

Erfolgsstrategien, Designprinzipien und Geschäftsphilosophie: Getting Real – Der Weg der 37signals

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Einschränkungen begrüßen

Weniger Zeit, Geld und Software werden in der Regel als negativ wahrgenommen. Getting Real behauptet das Gegenteil: Das Einzige, von dem wir „mehr“ haben sollten, sind Einschränkungen. Sie treiben Innovation, erzwingen Fokus und führen zu kreativen Lösungen. Man denke nur an MacGyver: Not macht erfinderisch.

Das heutige Geschäftsmodell der 37signals ist eigentlich nur durch eine Aneinanderreihung von Einschränkungen entstanden: Als das Unternehmen noch eine reine Designfirma war, wollte das Team eine kleine Webanwendung bauen, um die eigenen Kundenprojekte besser managen zu können. Auf einige PHP-Fragen hin hatte sich ein Däne namens David Heinemeier Hansson im 37signals-Blog gemeldet, den man schließlich anheuerte.

David Hansson studierte damals noch und konnte dem Projekt nur zehn Stunden pro Woche widmen. Außerdem galt es, die Zeitdifferenz von sieben Stunden zwischen Chicago und Kopenhagen zu überbrücken. Das Projekt war eigenfinanziert und wurde von nur drei Leuten entwickelt. Als es live ging, gab es noch nicht einmal eine Möglichkeit zur Abrechnung – schließlich hatte man ja noch einen ganzen Monat Zeit, bis die ersten Rechnungen gestellt werden mussten. Der Rest ist heute Geschichte: Das Projekt Basecamp war geboren, „nebenbei“ entstand Ruby on Rails.

Benutzerschnittstelle zuerst

Wenn eine gute User Experience das einzige ist, was für die Nutzer einer Software wirklich zählt, und die Benutzerschnittstelle das tatsächliche Produkt ist, warum soll man dann nicht mit dem Design des User Interface anfangen?

Viele Projekte beginnen mit der „Technik“ und machen die Usability zum reinen Nachgedanken. Getting Real dagegen startet im Epizentrum mit dem Entwurf der zentralen Informations- und Interaktionselemente. Kein Photoshop, sondern die wirklichen HTML-Seiten, wie sie später benutzt werden. Von der realen Benutzererfahrung ausgehend wird nach außen entwickelt. Dadurch können Fehler, Ungereimtheiten und Missverständnisse früher ausgeschlossen werden, noch bevor die schwerfällige und kostspielige Programmierung beginnt und die Software als Ganzes vielleicht den falschen Kurs einschlägt.

Wunderbar transparent: In ihrem Blog lassen sich 37signals über die Schulter schauen und diskutieren offen ihre Entwurfsentscheidungen.

Wunderbar transparent: In ihrem Blog lassen sich 37signals über die Schulter schauen und diskutieren offen ihre Entwurfsentscheidungen.

Viele Aspekte machen 37signals zu einer der interessantesten Firmen unserer Zeit. Nur einige dieser Aspekte konnten im Rahmen dieses Artikels vorgestellt werden. Empfohlen sei jedoch insbesondere noch der Vortrag [5] zum Thema Geschäftsmodell, gehalten von David Hansson auf der letztjährigen Startup School, sowie das Buch „Small Is The New Big“ [6] von Bo Burlingham.

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