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oder wie ein CMS Semantik lernt: Die Semantic Web Ernüchterung

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Die richtige Lösung wäre also einen Baum aufzubauen, in dem
„Grunge“ als Unterbegriff von „Rock“ eingeordnet ist. Die Baumstruktur
erlaubt dem CMS alle als „Grunge“ ausgezeichneten Artikel zu
präsentieren wenn
nach „Rock“ gesucht wurde. Diese baumartige Taxonomie ist schon eine
etwas
reichere Ontologie. Die Entitäten dieser Ontologie sind einzelne Genre
und die
Äste stellen eine Oberbegriffs-Unterbegriffs-Relation dar.

Der nächste Schritt ist ebenso logisch wie einfach: Aus dem
Baum wird ein Netz. Hat man, wie unsere Beispielmusikredaktion, ein sehr
differenziertes Verständnis von einem Themenbereich, empfindet man einen Baum
zur Strukturierung dieses Bereichs nach einiger Zeit nicht mehr als
angemessen. Zum einen kann es mitunter schwer sein einen neuen Begriff
eindeutig in dem Baum einzuhängen. Das Genre „Crossover“ verrät bereits im
Namen, dass es mehrere Ursprünge hat. Man kann „Crossover“ nicht einfach entweder
unter „Rock“ oder unter „Hip Hop“ einhängen. Zum anderen verbirgt die
Hierarchie andere, diffizilere Zusammenhänge, wie etwa die chronologische
Ordnung. Die Lösung in diesem Fall ist ein semantisches Netz mit
unterschiedlichen, getypten Relationen. Das Typen der Relationen sind wichtig
damit das System weiterhin Schlüsse ziehen kann, wie: Wer nach „Rock“ sucht
sollte auch „Crossover“ finden.

Wo Semantic Web drauf steht muss nicht immer XML drin sein

Verwendet man Semantic-Web-Konzepte in einem geschlossenen System,
spielt es kaum eine Rolle für welches Speicherformat man sich entscheidet. In
einem solchen Rahmen spricht in der Tat einiges für Datenbanklösungen: Das
generische Konzept des Semantic Web lässt sich sauber und deutlich performanter in eine
Datenbank bringen. Und da der Mehrwert semantischer Arbeit nur an den Besucher
und die Redakteure unseres Portals weitergegeben wird, entfällt der Bedarf die
Daten über XML zu syndizieren. So kann man Semantic-Web-Funktionalität in bestehende CMS-Architekturen
integrieren, die in der Regel auf relationalen Datenbanken aufbauen.

Content Management Systeme haben aber neben den eben
beschriebenen Metadatenkonzepten eine weitere „natürliche“ Verbindung zum Semantic Web.
Legt der Redakteur einer Musikredaktion eine neue Plattenkritik an, so wird er
sich in der Regel einem Formular gegenübersehen, das unter anderem Felder wie
„Interpret“, „Titel“ und „Plattenfirma“ enthält. Bei einem guten CMS sollte man
wenigstens bei den Feldern „Interpret“ und „Plattenfirma“ die bereits von
anderen Redakteuren eingetragenen Interpreten und Label zur Auswahl bekommen.
Der hier ursprüngliche Zweck – die Vermeidung von Redundanzen – führt dazu, dass die Daten bereits in Bezug
auf ihre Semantik im System gehalten werden. Content Management Systeme fangen
semantische Entitäten auf und verwalten diese in bestimmten Kontexten. In
unserem Beispielportal hätte so ein Besucher die Möglichkeit, durch alle
Artikel nach einem Interpreten zu suchen.

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