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SEO: Die effektivsten Taktiken zum Linkaufbau

Wer in den organischen Google-Rankings weiter oben stehen will, muss vor allem viele und gute Links aufbauen. Die Frage dabei ist: Welche Möglichkeiten gibt es, wirkungsvolle Links zu bauen, und welche Methoden sind für welche Art von Website geeignet? Der folgende Artikel bietet einen Überblick über die verschiedenen Linkaufbau-Techniken und gibt Tipps, wie der ideale Linkmix aussehen kann.

(Bildnachweis: Allzweckjack / photocase)

Langsam hat es sich herumgesprochen, wie entscheidend der Aufbau von Links für das organische Google-Ranking ist. Das Problem dabei: Die Liste der Möglichkeiten ist umfangreich. Verzeichniseinträge, Teilnahme in Foren und Blogkommentare sind vermutlich die gängigsten, aber längst nicht die einzigen Wege. Und was für die eine Website passt, muss bei einer anderen nicht unbedingt zum Erfolg führen. Sicherlich sollte ein Onlineshop für Babysachen andere Taktiken anwenden als ein Nachrichten-Portal für Techies. Der folgende Artikel versucht, die Methoden der Linkbeschaffung bezüglich der Faktoren Zeit, Geld, Aufwand, Linkpower und Risiko zu kategorisieren. Auch die Frage nach Kauflinks wird gestellt. Alle genannten Einschätzungen basieren dabei auf den Erfahrungen des Autors und nicht auf  wissenschaftlichen Erhebungen.

Organischer Linkaufbau

Organischer oder natürlicher Linkaufbau meint in der Regel alle Techniken, die das natürliche Linkwachstum fördern, ohne gegen Webmaster-Richtlinien zu verstoßen. Idealistisch betrachtet besteht jede Kampagne ausschließlich aus organischen Maßnahmen.

Free-For-All

Unter die Bezeichnung „Free-For-All“ (FFA) fallen Links, die in Webkatalogen, Artikelverzeichnissen, Social Bookmarks, Social-Media-Profilen, RSS-Diensten und ähnlichen Medien veröffentlicht werden – eben in Verzeichnissen, in denen sich jeder eintragen kann und darf. FFA-Links sind in der Regel kostenlos und schnell aufgebaut. Viel Aufwand ist beim Ausfüllen von Adressdaten in Verzeichnissen oder Klicken auf Social-Sharing-Buttons nicht notwendig. So erklärt sich auch die geringe Power, die von dieser Linksorte ausgeht. FFA-Links sollten bestenfalls als Ergänzung dienen.

Eine Möglichkeit, wie die ideale Linkmix-Verteilung aussehen könnte. Letztlich hängt sie von vielen Faktoren ab.

Eine Möglichkeit, wie die ideale Linkmix-Verteilung aussehen könnte. Letztlich hängt sie von vielen Faktoren ab.

Kommentare in Blogs, Foren und anderen Wissensportalen

Redaktionell wertvolle Kommentare sind immer gerne gesehen. Das entscheidende dabei: Die eigene Community-Interaktion fügt der Gesamtdiskussion einen echten Mehrwert hinzu, der über „Hey, das haste
aber toll geschrieben. Gruss Peter Kreditvergleich“ hinausgeht. Richtige Community-Arbeit erfordert viel Know-how und eine gewisse Leidenschaft bei der Kommunikation mit den unterschiedlichsten Internetgestalten. Wer sich hier ehrlich bemüht, umgeht den Zorn der durch ständigen Spam geplagten Moderatoren und erarbeitet sich mit seinen qualifizierten Kommentaren nicht nur einen (leicht) rankingverbessernden Link, sondern erwirkt unter Umständen auch den Klick eines wertvollen Besuchers mit Kaufabsicht.

Tipp: Wer Kommentare in Blogs hinterlässt, betreibt idealerweise selbst einen. Verwenden Sie immer den Realnamen oder ein bekanntes Pseudonym.

Pressemeldungen mit und ohne Netzwerkeffekt

Meldungen an die Presse funktionieren immer dann gut, wenn die Nachricht wirklich Neues oder Besonderes beinhaltet. Zwar existieren weit über 100 solcher Portale, auf denen man Mitteilungen veröffentlichen kann; ein Link lohnt sich aber nur bei den wenigsten. Der Grund: Es handelt sich bei dieser Variante um eine Pressemeldung ohne Netzwerkeffekt. Wer auf entsprechenden Portalen dennoch verlinkt sein möchte, beauftragt am besten einen Experten damit. (Der Dienst ist heutzutage nicht mehr sonderlich teuer.) Der eigentliche Sinn von Pressemeldungen liegt in der automatischen Verbreitung der Nachricht über ein Netzwerk. Sobald eine Nachricht wirklich berichtenswert ist, wird sie auch ohne Nachhilfe von sämtlichen relevanten Portalen aufgegriffen und findet damit den Weg in ein größeres Netzwerk. Dabei  sollten PR-Spezialisten nicht vergessen, die veröffentlichten Nachrichten auch an weniger  reichweitenstarke Spezialoutlets zu verschicken. Angenommen, das Unternehmen hat ein neues
Plugin für TYPO3 entwickelt, dann kann diese News auf Nachfrage auch bei anderen Aggregatoren Anklang finden. Eine solche Liste findet sich in diesem Fall per Google-Suche nach [typo3 “links der woche”]. Der Einsatz von Kreativität steht im proportionalen Verhältnis zur Linkpower. Je besser die Nachricht, desto höher die Verbeitung in hochwertigen Portalen. Je hochwertiger die Portale, desto schneller bessere Rankings. Unterm Strich ist diese Technik eher als Promotion-Strategie für Linkbait-Aktionen mit Promotion (siehe unten) zu verstehen.

Sponsoring

Ein Sponsoring ist ein indirekt bezahlter Link. Vordergründig geht es um die Anzeige eines Banners oder Links auf einer Event-Website, wie zum Beispiel für eine Konferenz oder eine Spendenaktion. Häufig werden diese Werbeplätze auch wegen ihrer Rankingpower gebucht. Ein Linkprofil mit 100 Links, von denen 80 aus Event-Sponsorings bestehen, ist aus Sicht der Suchmaschinen sicherlich nicht wünschenswert. Ausnahme: Es handelt sich um einen Event-Organizer. Im Sinne von Google wäre es, einfach alle Links auf No-Follow zu setzen (also die Rankingpower abzuschalten). Dennoch bieten diese Links den Sponsoren – neben dem kommerziellen Werbeeffekt – ein Gefühl der Industriezugehörigkeit und sind daher zu empfehlen. Sponsoring-Links sind verhältnismäßig teuer, dafür aber schnell und ohne intellektuellen Aufwand gebucht. Gerade weil sie für Veranstalter Zusatzeinnahmen generieren, gibt es auf den Event-Websites meist sehr viele davon, was die Linkpower jedes einzelnen Links wiederum stark minimiert.

Tauschlinks

Links zu tauschen ist natürliches Linkverhalten. Fast alle Website-Betreiber tauschen Links. Entgegen vielerlei Annahmen funktioniert Linktausch auch aus Ranking-Sicht gut. Das liegt daran, dass meist
eine Seite stärker ist als die andere. Die schwächere Seite profitiert vom Link der stärkeren Seite. Wer es mit dem Linktausch nicht übertreibt, nimmt kein Risiko auf sich. Wenn die eigene Website bessere Werte bietet, ist der Linktausch relativ einfach. Ist die eigene Website schwächer, empfiehlt es sich bereits vor Kontaktaufnahme einen Link zur gewünschten Partnerseite zu setzen. Alleine mit Linktausch lässt sich in wirklich umkämpften Feldern jedoch nicht viel erreichen. Dafür ist der Linktausch aber ein relativ unkomplizierter Prozess.

Kauflinks? Besser nicht!
Der direkte Austausch von Geld gegen Link ausschließlich zwecks Manipulation der Suchergebnisse verstößt gegen die Richtlinien von Google und anderen Suchmaschinen. Wer erwischt wird, kann potenziell alle Rankings für die eigene(n) Website(s) verlieren.

Content-Sponsoring oder Gastbeiträge

Mit Gastbeiträgen können Fachautoren ihr Know-how demonstrieren. Dies hat neben einer potenziellen Verlinkung oft einen positiven Effekt auf die Reputation. Dennoch ist der Gastbeitrag eine der denkbar
aufwändigsten Linkbuilding-Maßnahmen. Die Zeitinvestition für einen qualitativ hochwertigen Artikel ist extrem groß, resultiert jedoch nur in einem einzelnen Link. Dieser ist dann aber immerhin sehr stark, wobei man den direkten Zusammenhang zwischen der Qualität des Gastbeitrags und der Stärke des Links beachten sollte. Mit einem minderwertigen Artikel kommt niemand in den Spiegel. Wer gerne schreibt, braucht nur Zeit und kein Geld (sofern man den finanziellen Aspekt der eigenen Zeit außer Acht lässt). Sich in anderen Portalen und Publikationen zu profilieren ist ganz normale Marketingarbeit. Das Risiko geht hierbei gegen Null. Daher sollte das eigene Linkprofil auch einen großen Anteil an Gastbeiträgen enthalten.

Linkbait plus Promotion

Die Königsdisziplin im Linkaufbau ist der Linkbait (bait = Köder). Dies bedeutet: kontinuierlich exzellente Inhalte publizieren und einer interessierten Zielgruppe mitteilen, dass auf der eigenen Website etwas Neues erschienen ist. Ein Linkbait ist ein Beitrag (Text, Bild, Grafik, Audio, Video oder eine Mischung daraus), der so gut ist, dass andere ihn freiwillig verlinken. Dennoch gilt: Nur weil gerade ein Top-Inhalt
publiziert wurde, findet ihn nicht automatisch die ganze Welt. Daher ist in den meisten Fällen eine Anfragewelle notwendig. Je höher die virale Qualität des Contents und je besser die Promotion-Strategie,
desto höher die Wahrscheinlichkeit einer viralen Massenverlinkung. Linkbaiting erfordert einen hohen
Grad an Intellekt, redaktionellen Fähigkeiten, Ausdauer und jede Menge Organisationstalent – gerade die ersten Linkbaiting-Versuche funktionieren nicht immer. Wenn die Content-Erstellung nicht bezahlt werden
muss, kann der gesamte Prozess sehr günstig sein. Erfolgreiche Linkbait-Kampagnen bergen mehr Chancen als Risiken. Einzelne Aktionen können mit einem Schlag in einem echten Linkregen münden, der so mit keiner anderen Technik produziert werden kann.

Andere

Natürlich gibt es noch viele andere Methoden, um Links aufzubauen. In der Linkmix-Matrix (siehe Tabelle), die die persönlichen Erfahrungswerte des Autors widerspiegelt, bleibt daher noch Platz für weitere Maßnahmen als die genannten.

Taktik Zeit Geld IQ Power Risiko %
Free-For-All 1 1 1 2 1 3%
Kommentare 4 6 4 1 5%
Pressemeldung ohne Netzwerkeffekt 2 3 3 3 1 3%
Pressemeldung mit Netzwerkeffekt 6 7 8 6 1 15%
Sponsoring 2 8 1 3 3 2%
Gastbeitrag 8 1 9 8 1 20%
Linkbait plus Promotion 9 3 10 6 1 40%
Tauschlinks 3 2 2 1 2%
Andere 10%
Linkspam oder Blackhat-Linkbuilding 4 3 10 1 10 0%
Linkkauf oder Mietnetzwerke 1 7 1 3 10 0%
Links von Expired-Domains 4 7 2 3 10 0%
Presell-Pages 4 7 3 8 10 0%
Linkbrokering 7 10 5 9 10 0%

Bezahlte Links

Wer Links kauft, die nur den Zweck verfolgen, das Ranking für ein bestimmtes Keyword zu verbessern, verstößt gegen die Richtlinien. So viel zur Theorie. In der Praxis hält sich leider niemand daran. Letztlich muss jeder selbst entscheiden, wie hoch der Prozentsatz jeder Kauftechnik sein sollte. Welche Wege des Kaufs gibt es und wie effektiv sind die einzelnen Maßnahmen?

Es gibt keine Kauflinks!
Linkkäufer wollen keine Mieten. Linkverkäufer wollen aber am liebsten nur vermieten. Auf dem Markt wird potenziellen Käufern gerne der Kauflink angeboten. Ein Link kostet dann „einmalig“ 240 Euro. Auf genauere Nachfrage hin wird der Link für zwölf Monate garantiert. Wer den Link „kauft“, bezahlt somit monatlich 20 Euro Miete.

Linkspam oder Blackhat-Linkbuilding

Unter Blackhat-Linkbuilding fallen alle Aktivitäten, die meist drastisch gegen die Richtlinien der Suchmaschinen verstoßen. Das sind insbesondere Taktiken, mit denen sinnlose Texte auf Seiten platziert werden, nur um einen Link zu ergattern. Mittlerweile gibt es dafür sogar Dienste im Netz, die für wenig Geld täglich tausende Links „aufbauen“. Sie bestehen hauptsächlich aus Spam-Kommentaren in verlassenen Blogs oder Foren. Nicht selten werden für das Link-Spamming Sicherheitslücken
bestimmter Serverprogramme ausgenutzt. Dies ist dann nicht nur „Blackhat“, sondern auch illegal.

In der Branche ist gemeinhin bekannt, dass solche Taktiken auch zu Sabotagezwecken eingesetzt
werden. So werden Mitbewerber mit schlechten Links einfach „abgeschossen“. Einen Schutz davor gibt es nicht wirklich. Es existieren aber Monitoring-Tools, die solches Vorgehen erkennen, und technische Maßnahmen, die eine eventuelle Herabstufung durch Google wieder aufheben.

Fast alle Blackhat-Aktivitäten sind automatisiert. Da einzelne Spam-Aktionen kaum messbare Auswirkungen haben, müssen sie tausend- bis millionenfach innerhalb kürzester Zeit wiederholt werden. Aus Gründen der Verteidigung lohnt es sich, solche Taktiken zu kennen und zu verstehen. Vom praktischen Einsatz ist jedoch klar abzuraten. Dass die eigene Website permanent bei Google rausfliegen kann, ist dabei nebensächlich. Viel schlimmer wiegt die Reputationskatastrophe, falls solches Vorgehen auffliegt.

Blackhat-Linkbuilding bringt mit wenig Finanzmitteln viele Links in kurzer Zeit. Allerdings handelt es sich um verschwendete Zeit, da die Anwendung solcher Taktiken selten nachhaltig ist. Der Blackhat benötigt sehr viel intellektuelle Energie auf hohem Niveau, da er permanent neue Tricks erfinden muss, weil die alten bereits kurz nach ihrem Einsatz nicht mehr funktionieren.

Einbuchung in Linkkauf oder Mietnetzwerke

Der Klassiker für Linkkäufer ist die Einbuchung in Mietnetzwerke. Mittlerweile gibt es weltweit dutzende offene Netzwerke, bei denen sich jeder (auch Google) einfach anmelden kann, um Links zu buchen. Die Geschäfte dieser Netzwerke scheinen gut zu laufen. Jedoch wird selten berichtet, dass die Links aus solchen Netzwerken auf große Resonanz stoßen.

Links von Expired Domains

Die Expired Domain, also eine ehemals besetzte, aber nun wieder freie Domain, scheint im Trend zu  liegen. Der Grund ist, dass sich ein Link von einer Domain, die noch keine Werte hat (zum Beispiel PageRank), sehr schlecht verkaufen lässt. Schlaue SEOs registrieren gezielt abgelaufene Domains (Expireds) und bewirtschaften diese, auch um alte Links und den PageRank weiter aufrecht zu erhalten.
Einige Anbieter haben Netze mit Hunderten und Tausenden von Domains, von denen sie Links verkaufen.

Diese Netze werden in der Regel nicht öffentlich vermarktet. Wer sich hier einbuchen möchte, muss
auf Konferenzen und Stammtischen netzwerken. Wenn man jedoch ein paar Kontakte aufgebaut hat, kann man sehr schnell – genügend Kapital vorausgesetzt – sehr viele Links kaufen. Die Expired Domain verrät sich meist dadurch, dass ihr Besitzer seine Daten im Impressum als Bild statt als Text angibt. Auch Google erkennt dies und hat als Registrar darüber hinaus genügend Infos, um diese auch algorithmisch leicht zu identifizieren. Daher ist diese Variante riskant, in erster Linie aber in Bezug auf die getätigten Investitionen. Dass Google einen Riegel vorschiebt, kann gut und gerne Jahre dauern.

Wirklich starke Websites sind eher selten in solchen Netzwerken zu finden. Daher liegt die Qualität der Links im Schnitt auch im unteren Mittelfeld.

Die LinkResearchTools (www.linkresearchtools.com) ermöglichen es, die besten Unterseiten auf einer Domain zu recherchieren. Der Dienst bietet auch ein Monitoring an, um Sabotageaktionen von unliebsamen Mitbewerben zu entdecken.

Die LinkResearchTools (linkresearchtools.com) ermöglichen es, die besten Unterseiten auf einer Domain zu recherchieren. Der Dienst bietet auch ein Monitoring an, um Sabotageaktionen von unliebsamen Mitbewerben zu entdecken.

Presell-Pages

Die Presell-Page, zu deutsch Vorverkaufsseite, ist das Pendant zum Gastbeitrag, meist jedoch ohne redaktionellen Mehrwert. Sie ist die Unterseite auf einer Domain, die der Käufer exklusiv bucht. Daher gibt es von dieser Unterseite auch nur Links zum Käufer (nicht unbedingt nur zu einer Domain). Dies ist „sauberer“, als Links einfach auf der Startseite zu kaufen. Allerdings handelt es sich dabei eben nur um eine neue Seite, die zwar populär verlinkt ist, aber am Anfang noch keine eigenen Werte hat.

Über Google sind Anbieter für Presell-Pages leicht zu finden. Zur Beauftragung ist lediglich ein Textauftrag bei einem der bekannten Textkonserven-Anbieter einzureichen. Wobei der Anbieter das oft selbst
übernimmt. Die Linkpower von diesen Seiten ist im Schnitt gut. Das Risiko ist immer noch hoch, aber nicht ganz so hoch wie beim Einbuchen in (halb)öffentliche Netzwerke.

Linkbrokering

Der gezielter Linkkauf von starken Unterseiten oder Startseiten nennt sich Linkbrokering. Der Name erklärt sich damit, dass solche Deals meistens individuell verhandelt werden.

Ein Linkbroker sucht verschiedene Websites nach vorgegebenen Kriterien wie zum Beispiel „PR7 von Domains mit Alter 6+ Jahren“, ermittelt die Kontaktdaten und schreibt eine E-Mail, die ungefähr so lautet:

„Lieber Herr Schmitz,

mein Name ist Link Broker. Ich würde gerne einen Link auf Ihrer Unterseite XYZ kaufen und wäre bereit, dafür monatlich 100 Euro auszugeben …“

Bei erfolgreicher Kontaktaufnahme wird verhandelt. Der gesamte Prozess ist aufwändig, jedoch nicht so aufwändig wie im organischen Bereich. Schließlich muss hier niemand dazu überzeugt werden, freiwillig auf etwas zu verlinken – statt dessen wird einfach Geld geboten.

Nicht selten verhandeln Linkbroker alle möglichen Link-Typen: von Promolinks für Linkbait-Aktionen bis hin zu Presell-Pages. Große Kreativleistung ist nicht notwendig, dafür jedoch Verkäufer- beziehungsweise Kauftalent.

Die Besonderheit im Brokering liegt in der chirurgischen Präzision. Schließlich kann der Broker Links auf Seiten buchen, die exakten Werten entsprechen. Die Linkpower kann dementsprechend enorm sein. Im organischen Linkaufbau kann man so etwas per Definition nicht erreichen. Ein geschickter Broker wird, um das Gesamtrisiko zu minimieren, die Links so unterbringen, dass sie nicht als gekaufte Links auffallen.

Tipp: Diversikation im Linkprofil
Für alle vorgestellten Techniken gilt:
  • Wenn
    das Linkprofil aus wenigen Techniken zusammengebaut ist,
    dann ist die eigene Rankingsituation tendenziell instabil. Setzt man zum
    Beispiel nur auf Forenlinks, kann es zu erheblichen Rankingverlusten
    kommen, wenn
    Google dem Forenlink plötzlich weniger Bedeutung zumisst. Das ist keine
    Abstrafung, sondern die ganz natürlich Evolution der Rankingrezeptur.
  • Daraus folgt: Jedes Linkprofil sollte aus so vielen passenden (!) Techniken wie möglich zusammengesetzt sein.
  • Das
    Linkprofil sollte im Idealfall einer manuellen Begutachtung durch einen
    Google-Mitarbeiter standhalten, also nicht gegen Google-Richtlinien
    verstoßen. Dabei ist nicht Google selbst das größte Problem; richtig
    unangenehm wird es,
    wenn Presse oder Mitbewerber die Situation „beleuchten“.
  • Der perfekte Link ist ein Link, den niemand anderes bekommen kann.

Die Idealverteilung

Die Idealverteilung der genannten Maßnahmen (siehe Grafik) beruht maßgeblich auf der Erfahrung des Autors. Letztlich verhält es sich mit der Idealverteilung wie mit einem Gemälde. Der Künstler bereitet seine Leinwand vor und wählt die Farben aus. Er plant ein Naturportrait am See bei blauem Himmel und mit vielen Bäumen und Sträuchern im Hintergrund. Aus Erfahrung weiß er, dass er im Verhältnis viel mehr
blaue (40%), grüne (20%) und braune (10%) Farbe benötigt als rosa, lila und gelbe Farbe. Demensprechend viel beziehungsweise wenig Farbe bringt er mit.

Die „Kunst“ liegt bei der Planung einer Linkaufbau-Kampagne darin, immer die richtigen Anteile an Maßnahmen zu berücksichtigen. Jeweils bezogen auf den Projekttyp, das Thema, die Mitbewerber, das Umfeld und nicht zuletzt die eigenen Umstände im Unternehmen. Von diesen Faktoren gibt es genau so viele, wie der Maler mögliche Motive für seine Leinwand findet. Dennoch lassen sich einige wichtige Situationen isolieren, bei denen die Empfehlungen stark variieren.

Praxisbeispiele: Linkaufbau-Kampagnen

Situation 1: Projekte mit einfacher Publikationsmöglichkeit

Projekte mit einfacher Publikationsmöglichkeit stellen sicherlich den Idealzustand dar. Je mehr und schneller eine Projektwebseite mit wirklich verlinkungswürdigen Inhalten angereichert wird, desto rasanter entwickelt sich das Ranking nach oben. Im Prinzip braucht es bei dieser Konstellation nur 80 Prozent Linkbait plus Promotion, 15 Prozent Gastbeiträge und 5 Prozent fokussierter Aufbau von passenden Links mit den richtigen Linktexten. In der Praxis wird dies oft über das Linkbrokering erreicht.

Situation 2: Projekte ohne die Möglichkeit einer ausgefeilten Publikationsstrategie

Unter diese Kategorie fallen Onlineshops oder Websites, die strikten Publikationsrichtlinien unterliegen. Onlineshop-Betreiber müssen sich meist stark auf die Produkt- und Kategorieseiten konzentrieren und haben weder Zeit noch Ressourcen, um auf den Linkaufbau spezialisierte Inhalte zu publizieren. Bei anderen Plattformen, zum Beispiel Seiten von großen Pharmakonzernen, darf grundsätzlich nichts ohne den Segen der Rechts- und PR-Abteilung sowie der Geschäftsleitung publiziert werden.

Bei diesen und ähnlichen Beispielen entfallen Maßnahmen zur Bereitstellung verlinkungswürdiger Inhalte auf der eigenen Domain. „Linkbait plus Promotion“ funktioniert hier nicht, in diesem Fall sollte eher der Einsatz solcher Maßnahmen maximiert werden, die darauf hinauslaufen, Content und Links
auf fremden Domains zu platzieren, sprich: mehr Content-Sponsoring (Gastbeiträge) sowie Pressearbeit und Community-Partizipation. Es passiert nicht selten, dass nach einer eingehenden Anfangsanalyse im Prinzip nur noch der Linkkauf übrig bleibt, weil zu viele politische Gründe eine saubere Vorgehensweise schlicht verhindern.

Fazit

Sicherlich gibt es viele weitere Situationen, die eine individuelle Vorgehensweise erfordern. Patentrezepte existieren in diesem Fall nicht. Letztendlich handelt es sich beim Linkaufbau immer um eine Auswahl, die maßgeblich von den Erfahrungen des Teams, den allgemeinen Möglichkeiten (Budget) und den besonderen Umständen (Umfang, Politik) abhängt.

Jedoch gibt es verschiedene Grundsätze und Erfahrungswerte, die man beim Linkaufbau berücksichtigen kann. Dazu zählt die Zurückhaltung bei Kauflinks, eine Diversifikation im Linkprofil und die Einschätzung, dass Linkbait plus Promotion eine besonders erfolgreiche Linkbuilding-Technik ist. Wenn sich Kunden bei ihren Projekten grob an diesen Fahrplan halten, beschreiten sie einen akzeptablen Weg zum Erfolg.

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Dein t3n-Team

7 Kommentare
Renè

Vielen Dank. Ein sehr kompakter Artikel zum Thema Linkaufbau. Für unsere Kunden ist es zuerst auch oft schwierig eine klare Struktur zufinden, was sich dann hoffentlich ändert…

Antworten
Olga

Aus diesem Artikel kann man viel schöpfen, was die SEO-Maßnahmen betrifft. Nach dem Geschmack lässt sich aber nicht streiten. Eines steht aber fest, man muss stets auf dem Laufenden zu sein, um Bescheid zu wissen, was für Google-Ranking immer noch von Bedeutung ist. Linkaufbau ist möglich, wenn eine Website mit einem sinnvollen Content gefüllt ist. Sonst weckt man kein Interesse bei den Usern.

Antworten
Meri

Ein hilfreicher Artikel um etwas Ordnung in die ganze Planung zu bringen. Ganze Planung nimmt mehr Zeit als das eigentliche „Machen“.

Antworten
Musiker gesucht

Hallo,

schöner Artikel. Bei meinem Projekt versuche ich Links von Usern zu gewinnen, indem ich regelmäßig unter allen Verlinkungen Freizugänge verlose. Dies ist meiner Meinung nach eine sehr gute Möglichkeit an qualitativ hochwertige Backlinks zu gelangen. Als Vorraussetzung für eine erfolgreiche Teilnahme an meiner Backlink-Aktion sind natürlich Dofollow-Links mit dem relevanten Ankertext.

Im internen Bereich meines Portals mache ich dies prominent.

Was haltet über diese Möglichkeit? Ist dies eine gute oder eher nicht zu empfehlende Möglichkeit an guten Backlinks zu gelangen?

Antworten
Leander

Hilfreicher Artikel, der mal etwas Ordnng ins gedankliche Linkchaos bringen kann. Besten Dank!

Antworten
alexunsoeld
alexunsoeld

Die Abhängigkeit von Politik und Umfeld ist ein gutes Stichwort, ich denke gerade bei größeren Firmen die sehr traditionell sind ist oft das Problem das diese sich durch lange Vorgaben beim Linkaufbau selber blockieren. Manche Unternehmen haben ja zig Seiten lange Leitfäden wie genau ein Text geschrieben werden soll der etwas mit dem Unternehmen zu tun hat. Bei so etwas werden schon simple Linkaufbau Aufgaben zu einem echten Kraftakt.

Antworten
linkbuildingberlin
linkbuildingberlin

Nicht zu schnell, viel unterschied, viele relevantie, do und nofollow und dann kommt gut :)

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