Software & Infrastruktur

Serviceorientierte Architektur – ein Paradigma in der IT: SOA kann man nicht kaufen

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Das führt zu den Begriffen Orchestrierung und Choreografie. Zu einer vollständigen SOA gehören Komponenten, die definieren, für welche Aufgabe welcher Dienst verwendet wird und die zudem die Prozesssteuerung übernehmen, damit die Dienste in der richtigen Abfolge und unter den richtigen Bedingungen aufgerufen werden.

Begriffe im SOA Umfeld

Vor diesem Hintergrund tauchen einige Begriffe auf, die im SOA-Umfeld immer wieder genannt werden und häufig eher zur Verwirrung als zur Klärung beitragen. Begriffe wie Enterprise Service Bus (ESB) und Enterprise Application Integration (EAI) beschreiben, wie der Aufruf von Services durchgeführt werden kann. Dabei ist EAI mehr technisch auf die Lösung der Fragestellung ausgerichtet, wie Anwendungen bzw. Dienste mit unterschiedlichen Schnittstellen aufgerufen werden können. ESB ist dagegen stärker auf die Abbildung von Prozessen durch Dienste ausgerichtet.

Web Services und die damit zusammenhängenden Begriffe SOAP, Universal Description, Discovery and Integration (UDDI) und Web Services Description Language (WSDL) sind dagegen eine spezifische Implementation, die für SOA verwendet werden kann. Die Begriffe sind keinesfalls gleichbedeutend mit SOA. Systeme, die Web Services verwenden, sind auch nicht unbedingt eine Implementierung einer serviceorientierten Architektur.

Dennoch zeigt die Implementierung von SOA durch Web Services, welche Elemente wichtig sind. SOAP ist die auf XML beruhende Schnittstelle zu den Diensten. Dabei wird per XML sowohl der Funktionsaufruf als auch die dazu gehörenden Daten übergeben und die Antwort des Dienstes zurückgegeben. UDDI und WSDL sind die Implementierung der Registrierung von Diensten im Sinne einer Bekanntmachung des Angebotes. Dabei wird zum einen die Plattform geschaffen, in der solche Angebote abgegeben werden können, zum anderen aber auch festgelegt, wie das Angebot beschrieben werden soll. Was fehlt ist die Komponente der Prozesssteuerung. In diesen Bereich gehören Begriffe wie Business Process Management (BPM), Business Process Execution Language (BPEL) oder Business Process Modeling Notation (BPMN). Während BPM ein allgemeiner Oberbegriff ist, stellen die beiden anderen Begriffe konkrete Möglichkeiten der grafischen (BPMN) bzw. XML-basierten (BPEL) Darstellung von Prozessen dar.

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Ein Kommentar
Jens Holze

Ein wirklich guter und auch mal deutscher Artikel. Ich möchte noch zwei interessante Links hinzufügen. Wir haben im Zuge eines Projektes intensiv mit zwei System probiert.

1. WSO2 Plattform (wso2.org)- ist eine sehr umfangreiche SOA Plattform basierend auf unterschiedlichsten OpenSource Tools und bietet mittlerweile sogar eine Eclipse basierendes Entwicklungsstudio

2. Apache Tuscany – tuscany.apache.org

Aktuell wird auch wieder das Thema SOA in einem neuen Projekt interessant. Insofern kann ich ggf. bals noch weiteres Feedback geben.

Beste Grüße

Jens Holze