Marketing

Erste Hilfe für Social Media Manager: Fünf praktische Tipps, die euch den Arbeitsalltag erleichtern

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Rezept Nr. 3: Der Prozess macht’s!

„So haben wir das noch nie gemacht“ – diesen Satz dürften frischgebackene Social Media Manager öfter zu hören bekommen. Schließlich führen sie jede Menge Neuerungen ein, die ihr Arbeitsumfeld erst einmal verdauen muss. Wie gefällt es beispielsweise dem altgedienten Marketing-Kollegen, wenn er mal eben bis morgen ein Visual für eine Facebook-Aktion liefern soll?

Das geeignete Rezept gegen Verwirrung, Ärger oder Dauerüberlastung in der Zusammenarbeit: Prozesse und Zuständigkeiten, die die Arbeitsabläufe ordnen. Mit anderen Worten: Was macht wer, wann und wie?

Je nach digitalem Reifegrad des Unternehmens gibt es mehr oder weniger Prozesse, die es zu bedenken gilt, etwa den Umgang mit externen Anfragen und Anliegen via Social Media, die Kundenkommunikation oder auch das Marketing inklusive Themenrecherche, Erstellung von Texten und der Vorproduktion geeigneter Bilder und Grafiken. Nicht alle sind gleich dringlich und wichtig.

Bei der Priorisierung der anstehenden Aufgaben kann sich der Social Media Manager an der Strategie orientieren, die er entwickelt hat. Dabei gilt insbesondere: Komplizierte Abstimmungsrunden sind Gift für die agile Arbeitsweise von Social Media Managern. Sie brauchen einen großen Freiheitsgrad innerhalb eines klaren strategischen Rahmens. Denn was bringt ein Tweet, der drei Tage zu spät rausgeht?

Rezept Nr. 4: Grenzen setzen und klar kommunizieren

Social Media Manager ist kein 9-to-5-Job. Deshalb ist ein weiteres Wehwehchen nur schwer zu heilen: das mit der Work-Life-Balance. Sicher ist: Wer alles selber machen will und sich dabei aufreibt, kann seine Ziele nicht erreichen und schadet auch der eigenen Karriere. Andererseits: Das Smartphone abends einfach mal ausmachen – das ist leichter gesagt als getan, schließlich schläft das Social Web nie.

Anett Gläsel-Maslov, Managerin für PR und Social Media bei Metaio, plädiert dafür, mehr auf sich selbst zu hören: „Ziehen Sie für sich selbst und vor allem Ihrem Vorgesetzten gegenüber eine Grenze und definieren Sie, wann das Handy tatsächlich mal ausgeschaltet bleibt“.

Dabei helfen können geteilte Zuständigkeiten und verbindliche Absprachen darüber, wer im Krisenfall bereit stehen muss. Viele Monitoring- oder Workflow-Tools bieten Teamfunktionen, so dass auch im Urlaubs- oder Krankheitsfall die Vertretung sichergestellt ist – auf dieser Grundlage lassen sich etwa auch rotierende Social-Media-Bereitschaftsdienste etablieren.

Abends und an den Wochenenden erreichbar sein? Diese Bürde muss der Social Media Manager nicht unbedingt alleine tragen. Er muss klar kommunizieren, wer etwa im Krisenfall bereit stehen muss. (Foto: Yuating / iStockphoto)

Abends und an den Wochenenden erreichbar sein? Diese Bürde muss der Social Media Manager nicht unbedingt alleine tragen. Er muss klar kommunizieren, wer etwa im Krisenfall bereit stehen muss. (Foto: Yuanting / iStockphoto)

Rezept Nr. 5: Delegieren

Auch ein Social Media Manager ist keine eierlegende Wollmilchsau. Wer strategisch arbeiten und nicht im reinen Community-Management stecken bleiben will, sollte diesem Vorurteil also möglichst schnell die Stirn bieten und sich entsprechende Unterstützung an Bord holen. Gerade wenn Social Media Manager häufig mit firmeninterner „Politik“ beschäftigt sind, können externes Feedback und Know-how sehr hilfreich sein. Zudem führt eine wachsende externe Community zwangsläufig zu mehr Aufwand, den Social Media Manager vor allem „managen“, nicht aber mit mehr Überstunden und dem Vernachlässigen ihrer Ziele kompensieren sollten. Damit Social Media Manager ein Traumjob bleibt, ist deshalb auch das Wachstum der eigenen Abteilung wichtig: nach einer kurzen initialen Phase, in der man auch mal den Allrounder spielt.

Fazit

Social Media Manager ist ein Traumjob – wenn er von Anfang an richtig angepackt wird. Wer als Social Media Manager auf seinen Exotenbonus setzt, wird im Unternehmen nicht sichtbar und der langfristige Erfolg bleibt aus. Strategen, Netzwerker und Organisationsprofis, die unternehmensweit agieren und sich gut vernetzen, können es dagegen weit bringen.

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5 Kommentare
Deborah

Zit. „Mit der Chefin oder dem Chef auf dem Smartphone einen Twitter-Account anzulegen kann bereits Wunder wirken.“

Die Anzahl der Führungskräfte, die selbst zu twittern beginnen, ist sicherlich überschaubar – wer ernsthaft arbeitet, hat schlicht keine Zeit, das auch noch twitternd zu kommentieren. Und das ist auch völlig ok so.

Und wenn das eigene Engagement als Social Media Manager nicht über steigende Follower-Zahlen / Fans etc. hinausgeht und bisschen Moderation, kann ich jeden Chef verstehen, der ihre Daseinsberechtigung in Frage stellt.

Im Mittelpunkt des Artikels sollte vielmehr diese Frage stehen:

„Wie kann die Social-Media-Strategie sinnvoll und NACHWEISLICH dazu beitragen, Ziele zu erreichen?“

Als Online Marketer betrachte ich erfolgreiches Social Media Management nicht als nettes Community Networking/Branding für nebenbei, sondern als strategisches Tool, um VORAB definierte Unternehmensziele zu erreichen.

Ohne Strategie kein ROI. Egal ob Social, Mobile oder offline…

VG, Deborah

Florian Blaschke

Stehen der Aussage „Wer ernsthaft arbeitet, hat schlicht keine Zeit, das auch noch twitternd zu kommentieren“ nicht einige Tausend, vielleicht sogar Zehntausend Twitterer entgegen, die durchaus ernsthaft arbeiten? Oder würdest du denen die Ernsthaftigkeit absprechen?

Edit: Streiche „Tausend, vielleicht sogar Zehntausend“. Hier mit Zahlen um sich zu schmeißen, kann nur unsauber sein. Aber alleine in meiner Timeline sind es viele. Sehr viele sogar. Mich mal eingeschlossen.

Deborah

Hi Florian,

ich gebe zu, das war bewusst etwas ketzerisch formuliert ;)
Denn ich habe den Eindruck, dass wir Webworker da schon ein Stück weit in einer selbst produzierten Blase leben.

Die große Masse der Führungskräfte/Chefs/Entscheider auf die ich mich hier bezogen habe, kann schlicht nicht im 1-2-Stunden-Turnus Tweets absetzen. Und erstaunlich viele in meiner Timeline kommen auf eine weit höhere Schlagzahl (nicht automatisiert). Da frage ich mich dann schon, wann die „ernsthafte“ Arbeit stattfindet.

Wie Du an meinem Twitter-Profil sehen kannst zähle ich mich genau wie Du zu den ernsthaft arbeitenden Menschen, die auch mal twittern. Die Sinnhaftigket und der Mehrwert der hier investierten Zeit hängt imo jedoch sehr von der Branche und Position ab, in der man tätig ist.

VG, Deborah

Héctor

Hallo

Dane für diesen Artikel, ich bin selbst auch im Social Media Bereich tätig und ich kann dem nur zustimmen was im Artikel beschrieben wird. Ich bin am Anfang auch oft nicht ernst genommen worden und musste mir die Autorität verdienen, Sitzungen abhalten und anderen Abteilung mal erklären was alleine der Bereich Social Media eigentlich bedeutet. denn Satz: so haben wir das aber noch nie gemacht, habe ich schon so oft gehört…so nach dem Motto, was der Bauer nicht kennt, dass isst er nicht… Diese Tipps können gut an gewendet werden.

Peter Fürsicht
Peter Fürsicht

Hallo Deborah, es ist schlichtweg falsch wenn man behauptet jemand arbeitet sooo viel dass er keine Tweets absetzen kann – so viel arbeitet niemand, denn diese „geschätzten“ 2 Minuten hat jeder in 3-4 Stunden – JEDER! Allerdings: Wissen viele gar nicht was es gringen könnte es zu tun – bzw. wissen sie nicht WAS sie twittern könnten bzw. aufgrund von Ängsten auch „dürfen“. Hier ist noch viel Aufklärungsarbeit notwendig!