Reportage

Die neuen Social-Media-Stars und was Unternehmen von ihnen lernen können: Plötzlich berühmt

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Näher können Fans ihren Lieblings-Influencern kaum kommen – und das ist aus Marketing-Sicht pures Gold wert. Dieses Geschäft wollte sich auch Facebook nicht entgehen lassen. Nur wenige Monate nach dem Start von Periscope stellte Mark Zuckerberg die Videofunktion Facebook Live vor, das Prinzip ist genau das gleiche. Seitdem kämpfen die beiden digitalen Schwergewichte um die Vorherrschaft in diesem Bereich. „Facebook Live hat den Vorteil, dass es auf eine deutlich größere Nutzerbasis zurückgreifen kann als Twitter“, sagt Caspar Tajbakhsh von Tobesocial. Das macht die Plattform auch für Stars interessant, etwa für den philippinischen Profiboxer Manny Pacquiao. Der Sportler hat mehr als zehn Millionen Facebook-Fans. Vor dem letzten Kampf seiner Karriere im April stellte er ein Live-Video von sich beim Schattenboxen ins Netz und bekam dafür 70.000 Likes innerhalb von zehn Minuten.

Eine Million Likes für ein Pärchen-Bild: Nach seinem letzten Kampf postete der Boxer Manny Pacquiao ein Bild mit seiner Frau. Eine Million Likes für ein Pärchen-Bild: Nach seinem letzten Kampf postete der Boxer Manny Pacquiao ein Bild mit seiner Frau. Manchmal müssen sich Nutzer aber gar nicht zwischen dieser oder jener Plattform entscheiden, denn der Erfolg der Netzwerke lässt sich zum Teil auch kombinieren. Das zeigt die Geschichte von Lena und Lisa. Die 13-jährigen eineiigen Zwillinge, beide strohblond und bis auf eine Zahnspange nicht zu unterscheiden, sind über die App Musical.ly bekannt geworden. Der Sinn von Musical.ly besteht im Wesentlichen darin, in 15-sekündigen Kurzclips Choreographien zu bekannten Liedern zu entwickeln. Dazu wählen die Nutzer zuerst ein Lied aus, das dann während der Videoaufnahme abgespielt wird. Dabei können sie zwischen verschiedenen Wiedergabegeschwindigkeiten wählen. Während viele andere Musical.ly-Nutzer zu den immer gleichen herzschmerzgefüllten Gesten ausholen, überzeugen die tanzbegeisterten Zwillinge mit kreativen und gut eingespielten Darstellungen.

Das hat ihnen innerhalb kürzester Zeit gleich zwei Rekorde eingebracht. Bei Musical.ly gelten sie mit mehr als einer Million Follower bereits als zwei der erfolgreichsten Stars der Plattform, die vor allem bei jungen Teenagern beliebt ist. Der Altersdurchschnitt der Nutzer liegt deutlich unter dem bei Facebook oder Instagram. Lena und Lisa veröffentlichen ihre Videos allerdings zusätzlich auch bei Instagram und haben dort Rekord Nummer zwei aufgestellt. Ihr Account gilt als das bisher schnellstwachsende deutsche Instagram-Profil überhaupt. Inzwischen haben die beiden Mädchen sogar ein eigenes Modelabel. Unter dem Namen Compose verkaufen sie Sweatshirts, Basecaps und T-Shirts. Das Marketing dafür übernehmen sie gleich selbst: Bei ihren Videos tragen sie fast nur ihre eigenen Entwürfe.

„Flapsiger und weniger getragen“

Mode, Sport, Essen, kurz: Unterhaltung – das sind normalerweise die Themen, mit denen ganz normale Menschen auf sozialen Plattformen Karriere machen können. Nicht so Thomas Schwenke. Der 41-Jährige arbeitet als Rechtsanwalt mit Fokus auf Social-Media-Marketing und postet bei Snapchat regelmäßig Videos zu Rechtsfragen: Er erklärt, was es mit dem Urheberrecht auf sich hat oder ob ein Nutzer Markenrechte verletzt, wenn er ohne Erlaubnis ein Firmenlogo postet. Oft sitzt dabei ein kleiner, blau-weißer Stoffpinguin neben ihm, den Schwenke kritische Nachfragen stellen lässt – ähnlich wie ein Puppenspieler. „Mir hat die App von Anfang an Spaß gemacht, weil ich damit Themen ganz anders aufbereiten kann“, sagt Schwenke. Während er auf seinem Facebook-Profil weißes Hemd und schwarzes Sakko trägt, sitzt er auf Snapchat auch mal mit kurzer Hose auf dem Sofa. Und er redet dort anders: schneller, flapsiger, weniger getragen.

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3 Kommentare
Gandalf
Gandalf

Ich bin selbst Gründer, aber ich hoffe dass keiner von diesen „Stars“ „lernt“. Das Ergebnis ist nur noch mehr irrelevanter Bullshit in einer Welt, die echt andere Probleme hat.

Kein Unternehmer, der ein solides Produkt hat, das ein echtes Problem löst, braucht derartigen Marketing-Müll.

Eva
Eva

Hallo t3n Redaktion,

könntet ihr den Text bitte noch einmal lesen und die doppelten Sätze ab Seite 2 entfernen?
Man liest einige Sätze mehrmals und zweifelt dann am eigenen Verstand :-D

Sowas bin ich als Euer regelmäßiger Leser doch gar nicht gewöhnt :-)

Viele Grüße
Eva

Big Dislike
Big Dislike

Als Unternehmen sollte man sich immer zuerst fragen: Welche Informationen will ich vermitteln? Über welche Plattform erreiche ich meine Kunden am besten?“, rät Tajbakhsh. „Danach kann ich dann entscheiden, wo ich wie welche Inhalte publiziere.“

Wow, genius! Gut, dass es Menschen gibt die diesen Durchblick haben und es anderen gegen etwas Aufmerksamkeit mitteilen.

Zu den „Stars“: Was genau soll man aus diesem Artikel nun mitnehmen? Es ist doch nicht mehr als „Sex Sells“ in einer modernen Form. Getragen von einer Armee von gehirnlosen Konsumzombies. Immer schön auf heile Welt machen und die wirklichen Probleme die unsere Gesellschaft hat am besten auch garnicht erst ansprechen, sonst gibts Dislikes!