Ratgeber

SEO für internationale Onlineshops: Darauf kommt es an

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Google ist nicht allein

In Deutschland hat Google einen Marktanteil von 82,6 Prozent und ist damit die beliebteste Suchmaschine. Global gesehen gibt es aber durchaus einige Märkte, in denen Google kein Marktführer oder gar nicht vertreten ist. So suchten tschechische Nutzer bis vor kurzem beispielsweise primär über seznam.cz. In Russland, Japan, China, Taiwan und in Südkorea spielt Google auch aktuell nicht die erste Geige. Wie in Tschechien schätzen auch die Nutzer in diesen Ländern einheimische Suchmaschinen.

In Russland hält Yandex einen Marktanteil von 60,6 Prozent, Googles Marktanteil liegt bei 25,5 Prozent [2]. In China ist Google aufgrund von gewollter Zensur der chinesischen Regierung gar nicht mehr vertreten, Suchende werden auf Google Hong Kong umgeleitet [3]. Die führende Suchmaschine in China ist Baidu, Shopbetreiber sollten ihre Website also darauf auslegen. Trotz gelegentlicher lokaler Konkurenz bleibt Google weltweit der größte Player unter den Suchmaschinen.

Google ist nicht in allen Ländern Marktführer. In Russland beispielsweise ist Yandex die beliebteste Suchmaschine.
Google ist nicht in allen Ländern Marktführer. In Russland beispielsweise ist Yandex die beliebteste Suchmaschine.

Unterschiede in der Keywordrecherche

Während sich das eigentliche Vorgehen bei der Keywordrecherche – Identifikation und Priorisierung relevanter Keywords anhand von Suchvolumen, Conversion-Nähe und Wettbewerb – auch bei internationalem Fokus nicht wesentlich verändert, müssen Seitenbetreiber den gesamte Prozess natürlich trotzdem auf das Zielland abstimmen. Eine bloße Übersetzung der deutschen Keywords kann nur ein Ausgangspunkt sein: Die Recherche sollte ein Mitarbeiter durchführen, dem die Ziele und Mechanismen von SEO bekannt sind und der eine ausgeprägte Kenntnis der Region und der Sprache mitbringt. Jedes Land verfügt über Besonderheiten und Dialekte, die man von außen oft nur ungenügend einschätzen kann. Eine Ausrichtung der SEO-Maßnahmen auf die falschen Begriffe ist daher keine Seltenheit und erschwert die eigenen Bemühungen.

Bei der Verwendung von Tools sollte man darauf achten, dass die Regions- und Spracheinstellungen stimmen und in welchem Kontext (Lokal vs. Global) man die Zahlen interpretieren muss. Um lokalisierte Suchergebnisse sehen zu können, sollte man in jedem Fall Proxies nutzen.

Technische Infrastruktur

Verfügt man über international ausgerichtete Websites, stellt sich die Frage nach dem Hosting: Soll es eine zentrale oder eine länderspezifische Lösung sein? Da der Standort der Server und die IP aus SEO-Sicht nur eine untergeordnete Rolle spielen, sollte die IT-Abteilung die Entscheidung unter Berücksichtigung der Anforderungen an die Wartung der Technik und das Umsetzen und Ausliefern der Website treffen.

Entscheidet man sich für die Umsetzung einer zentralen Lösung, ist der Einsatz eines Content Delivery Networks Pflicht, um Inhalte wie Bilder und Videos in optimaler Geschwindigkeit zur Verfügung stellen zu können.

Um sicherzustellen, dass Besucher die richtige Seite für ihren Einkauf oder andere Aktivitäten nutzen, setzen viele Seitenbetreiber auf die Nutzung einer Geotargeting-Lösung [4]. Anhand der IP oder vom Browser und dem Betriebssystem mitgelieferten Informationen erkennt das System, aus welchem Land der Nutzer höchstwahrscheinlich kommt und leitet daraus eine entsprechende Aktion ab:

  • Automatische Weiterleitung des Nutzers auf die passende länderspezifische Website – Besucht man beispielsweise in Deutschland google.com, wird man auf google.de weitergeleitet.
  • Notification Box mit Hinweis auf das länderspezifische Angebot – Besucher aus Deutschland sehen zum Beispiel auf Amazon.com eine gelbe Box, die auf Amazon.de hinweist.
  • Splitterpage, die erkennt, ob ein Benutzer aus einem anderen Land kommt und per Overlay auf die vermutlich relevantere Länder-Website verweist.

Den Googlebot sollte man von diesen Maßnahmen auf alle Fälle ausschließen. Dem Besucher einer Website kann ein Seitenbetreiber auf weiteren Wegen kommunizieren, dass Länderversionen zur Verfügung stehen: Länderflaggen sind eine eindeutige und platzsparende Möglichkeit und kommen oft im Header der Site zum Einsatz. Möchte man seitenweite Links vermeiden, sollte man die Länderversionen nur von der Startseite aus verlinken.

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3 Kommentare
Fritz

Zu „Das kann beim Erkennen der unterschiedlichen Sprachen zu großer Verwirrung führen. Sorgfältige Ausweisung der genutzten Sprache in einem Dokument und das Targeting der Subfolder auf ein Land mit Hilfe der Webmaster Tools sind daher notwendig.“

Hier scheint Google dann aber ganz gut auf Canonical Language Tags anzuspringen: die Definition einer jeweiligen Master Language Version und einer Country-Language Version lässt den Google Bot hier meist eine länderspezifisch korrekte Zuteilung machen :)

Antworten
Nullaussage
Nullaussage

Wenn man ins Ausland expandieren will, muss man also die Landessprache beherrschen und sollte das Projekt intern umsetzen. Österreich geht einfach, weil das keine andere Sprache ist. Aha. Was für ein sinnloser Artikel ohne jeglichen Nachrichtenwert.

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ralf.dreiundzwanzig
ralf.dreiundzwanzig

Schade, dass SEO – Autoren immer nur an Text denken. Ein Online Shop besteht auch aus Fotos und selbstverständlich auch aus anderen multimedialer Daten ( Video, PDF, Sound/Musik).

Bei Fotos muss man selbstverständlich rücksicht auf die kulturelle Aspekte nehmen. Und sollte dabei nicht den Ikea Fehler machen. (Ikea hat in diesem Jahr auf den Fotos für die arabische Welt alle Frauen wegretuschiert).

Gleichzeitg fehlt mir in diesem Artikel wirklich alles Rund um Lieferung. Der Zoll der Schweiz ist abentuerlich. Oder einfach sich mal Norwegen ansehen?

Norwegen gehört zu den Mitgliedstaaten der „European Free Trade Association“ (EFTA) und ist Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR). Aufgrund des EWR-Abkommens fallen beim Versand aus der EU nach Norwegen keine Zölle an.

Elektrische Produkte benötigen eine Genehmigung der Norwegischen Kontrollstelle für elektrisches Material (NEMKO).

Sie benötigen eine EORI-Nummer sowie eine Handelsrechnung in Englisch, Französisch oder Norwegisch.

Vor diesem Hintergrund kann ich den Server Standort doch nicht der EDV Abteilung überlassen.

Auch wie bekomme ich als Händler mein Geld vermeiden die SEO – Experten. Und unsere „Allgemeine Geschäftsbedingungen“ wollte der Rechtsanwalt auch nicht „nur“ übersetzen.

Sobald ich mit meinem Shop in die Schweiz gehe – stellt sich nicht nur die Frage, ob ich den Content nun auch in Englisch und Französisch- anbiete – ich verlasse damit auch den EU – Binnenmarkt. Hier muss man sich dann mit den Handelsabkommen beschäftigen… damit habe ich gelichzeitig auch noch eine andere Währung in meinem eCommerce Projekt und andere Payment-Lösungen. Meine Anbindung an – Google Merchant Center- ist in der Schweiz etwas anders… und die Kunden zahlen bevorzugt mit Kreditkarte – Weil Ihnen die Regierung diese Zahlungsart nicht versaut hat… wie bei uns…

Und einen Shop mal eben in Österreich starten – stelle ich mir schon wegen den unterscheidleichen Umsatzstersätzen als ein _grauhen_ vor.

Ein Online Shop benötigt kein SEO – sondern ein richtiges eCommerce Konzept. Mit einem Internetmarketing ohne Suchmaschinen Spam und selbsternannten Google Experten.

Und selbstverständlich MUT für den EU-Binnenmarkt. Hier hätte ich mir Informationen gewünscht… meintwegen auch aus SEO sicht….

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