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Zwischen Agenturen und Freelancern steht das Recht: Über das Leben in offenen Beziehungen

    Zwischen Agenturen und Freelancern steht das Recht: Über das Leben in offenen Beziehungen

Für das Tagesgeschäft in Agenturen sind freie Mitarbeiter fast selbstverständlich. Die „Freien“ stellen ihnen sehr flexibel spezifisches Fachwissen zur Verfügung. Läuft dabei alles planmäßig, steht am Ende eine angemessene Entlohnung. Was muss dafür aber bedacht werden und was bedarf einer ausdrücklichen Regelung?

Ein neuer Kunde oder ein neuer Auftrag ist akquiriert, doch Kompetenzen fehlen im eigenen Haus oder alle eigenen Mitarbeiter sind ohne freie Ressourcen. Es folgt ein Blick auf das persönliche Netzwerk, Anrufe werden getätigt, Gelder versprochen, Briefings per Mail versendet und schon geht es los. Dass die auf diese Weise organisierten Projekte nicht zwingend scheitern müssen, zeigt die tägliche Praxis. Es kann aber nicht übersehen werden, dass oftmals auch unterschiedliche Auffassungen und Erwartungen zwischen den Beteiligten zu Missstimmungen führen, die eine Fortführung der Zusammenarbeit gefährden. Gerade bei größeren Projekten ist deshalb ein Vertrag oft sinnvoll.

Bei der Ausgestaltung möglicher Vertragswerke sind grundsätzlich zwei verschiedene Formen zu unterscheiden: Einzelverträge und Rahmenverträge. In sogenannten Einzelverträgen werden für jeden einzelnen Auftrag Art und Umfang der vom freien Mitarbeiter zu erbringenden Leistungen festgelegt und inhaltlich klar umrissen. Was sich hier wie selbstverständlich liest, ist in der Praxis eine wahre Herausforderung. Das grundlegende Problem liegt darin, dass oftmals erst im Verlauf eines Projekts die genauen Parameter dafür erkennbar werden, die die oft sehr flexibel zu gestaltenden Vereinbarungen nötig machen. Den flexibelen Lösungen steht dann das oft starre Konstrukt schematischer Musterverträge entgegen. Kommt es zur wiederholten Beauftragungen, werden regelmäßig in sogenannten Rahmenverträgen „übergeordnete“ Bedingungen festgeschrieben. Sie werden dann formularmäßig nach entsprechender Vereinbarung als gültige Vertragsbestandteile in alle noch abzuschließende zukünftige Einzelverträge einbezogen. Einer weiteren gesonderten Absprache bedarf es dann nicht. Den Rahmenverträgen gilt an dieser Stelle das Hauptaugenmerk.

Anspruchslos verbunden

Ein Rahmenvertrag mit einer Agentur stellt so etwas wie eine „gute Option“ dar. In aller Regel wird sich die Agentur für jedes neue Projekt ungeachtet geschlossener Vereinbarungen die Wahl der einzusetzenden freien Mitarbeiter offen halten wollen. Das findet sich vertraglich in Klauseln zur sog. Abschlussfreiheit manifestiert. Danach besteht bei entsprechender Formulierung kein Zwang für die Agentur, einem bestimmten Freelancer einen bestimmten Auftrag zu übertragen. Freie Mitarbeiter sollten daher darauf achten, dass ihnen wenn schon keine Exklusivität, so doch wenigstens gleiches Recht zugestanden wird. So können auch sie ohne Angaben von Gründen Anfragen der Agentur ablehnen, ohne die Rahmenvereinbarung als solche zu gefährden.

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