Karriere

Zwischen Agenturen und Freelancern steht das Recht: Über das Leben in offenen Beziehungen

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Eine weitere, in der Praxis wichtige Gestaltungsmöglichkeit bietet die Frage nach der „Höchstpersönlichkeit“ der Leistungserbringung. Wenn möglich, sollte in den Vereinbarungen niedergeschrieben werden, dass es freien Mitarbeitern gestattet ist, sich in ihrer Arbeit durch ebenso fachlich qualifizierte Dritte unterstützen zu lassen – im juristischen Jargon heißt das, sich entsprechend qualifizierter „Erfüllungsgehilfen zu bedienen“. Im Grundsatz ändert das aber nichts im Verhältnis zur Agentur in Bezug auf die Haftung für das Arbeitsergebnis sowie die sach- und termingerechte Auftragserfüllung. Hat der Freie sich in einem besonderen Feld bereits einen Namen gemacht und wird Ausführung durch „eigene Hand“ zugesichert, sollte sich das auch in der Honorargestaltung widerspiegeln.

Käuflichkeit im Stundentakt

Dass die erbrachte Arbeitsleistung zu vergüten ist und das zu einem regelmäßig zuvor festgesetzten Stundenhonorar, ist den Beteiligten zumeist klar. Fraglich sind die genauen Parameter der Honorargestaltung. Ist keine pauschale Vergütung vereinbart und wird wie üblich eine stundenbezogene Honorierung festgelegt, gibt es Herausforderungen in zwei Richtungen: Zum einen sollte die Rahmenvereinbarung möglichst klar umreißen, wann, wie oft und in welcher Form Leistungsnachweise etwa in Gestalt gegenzuzeichnender Stundenübersichten zu erbringen sind. Das ist vor allem immer dann angeraten, wenn kein Gesamtbudget für die zu leistenden Arbeiten spezifiziert wurde. Zum Ende der Zusammenarbeit drohen sonst regelmäßig Streitigkeiten um die Angemessenheit der „verbrauchten“ Zeitansätze bezogen auf das präsentierte Ergebnis. Zum anderen ist insbesondere bei größeren Projekten der Zeitpunkt der Rechnungsstellung sowie der Honorarzahlung – freilich auch die Zahlung von Teilbeträgen – verbindlich festzulegen (z. B. „Die vereinbarte Vergütung wird jeweils zum Monatsende fällig. Die Auszahlung erfolgt unbar.“). Fest umschriebene Abschlagszahlungen bieten eine probate Alternative für die Sicherstellung eines angemessenen Geldflusses respektive der gegebenenfalls aufzuschlagenden Mehrwertsteuer.

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