Ratgeber

Verkaufen auf Social Media: So erreichen Händler ihre Kunden auf Facebook und Co.

(Shutterstock: ImYanis)

Erst haben die Kunden aufgehört, in Läden zu gehen, jetzt verschmähen sie die Onlineshops. Deshalb wollen Händler sie dort erreichen, wo sie ohnehin sind: auf Social Media. Ein Überblick der Einkaufsmöglichkeiten auf Facebook, Instagram und Pinterest.


Vor allem für die Jüngeren wird das mobile Shoppen immer selbstverständlicher. Dabei spielen soziale Kanäle wie Instagram und Pinterest als Verkaufsplattformen ­eine zunehmend ­größere Rolle. Jeder fünfte Onlinekunde, der über sein Mobilgerät einkauft, tut das über seine Social-Media-Kanäle.

Social Commerce nennt sich diese Art des Online-Vertriebs. Die großen Social-Media-Unternehmen bieten immer um­fangreichere Möglichkeiten, um den Einkauf auf ihren Plattformen zu ermöglichen. Im Idealfall verlassen die Nutzer die Plattformen zum Einkaufen gar nicht mehr, weil sie die für sie interessanten Produkte über die Produktempfehlungen ­ihrer ­Social-Media-Freunde vorgeschlagen bekommen. Nur das ­Bezahlen ist über die Kanäle noch nicht möglich. Für Facebook, Pinterest und Co. liegen die Vorteile auf der Hand: Sie halten die Nutzer so lange wie möglich auf ihren Seiten, können dadurch mehr Werbung anbieten, Daten zum Kaufverhalten erheben und eine Verkaufsprovision abschöpfen.

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Für Händler birgt Social Commerce die Chance, mehr Kunden zu erreichen. Gerade Produkte, die sich besonders gut über ­Bilder verkaufen lassen – Kleidung, Accessoires oder ­Möbelstücke –, eignen sich für den Verkauf auf den sozialen Medien. Eine Möglichkeit ist, die Produkte über Influencer zu vermarkten. ­Viele Onlineshop-Betreiber haben das Potenzial bereits erkannt.

85 Prozent ihrer Kunden erreichten sie mittlerweile über ­Instagram, sagt Marlena Wester vom Dekoshop Wild Daisy. „Die Plattform ist für unser Business extrem relevant.“ Sie setzt vor allem auf Instagram-Stories und ihre Features: 45 Prozent ihrer Kunden gelangten über Tags oder Swipe-Ups in ihren Onlineshop.

Auch der Versandhändler Otto ist von Social Commerce überzeugt und testet mit Pinterest die Implementierung seines Produkt­katalogs, der mit über einer Million Artikeln sehr umfangreich ist. „­Pinterest ist für uns ein sehr spannender Kanal“, sagt Marc Opelt, Bereichsvorstand Marketing bei Otto. „Wir erreichen unsere Zielgruppe in einem ganz neuen Umfeld. Dort, wo sich der Nutzer gerne inspirieren lässt und offen ist für neue Ideen.“

(Grafik: t3n)

Wer auf den Verkauf über Social Media setzt, sollte sich aber auch möglicher Nachteile bewusst sein: Viele Kundendaten ­gehen an die Plattform statt in den eigenen Shop. Onlinehändler ­verlieren die ­Gelegenheiten zum Brand-Marketing und auch den Überblick über den Traffic auf der eigenen Website.

Die Deutschen sind im internationalen Vergleich gegenüber den großen Plattformbetreibern zwar immer noch ­relativ ­skeptisch. Doch weil vor allem jüngere Nutzer ihre Finanz­informationen bereitwillig über die Kanäle teilen, ist Social­Commerce ein Handel mit Zukunft, mit dem sich Shopbetreiber auseinandersetzen müssen.

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4 Kommentare
Salih Eygi

supper artikel. ich mache auch selber viel werbe auf facebook und instegram.
vielen Dank für die Tips :)

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Bernd Philip
Bernd Philip

Cooler Artikel. Social Media wird für Händler immer wichtiger in der heutigen Zeit.

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Gesina Isolde

Shoppen auf Social Media wird immer beliebter und der Trend wir auch nicht aufzuhalten sein. Ich selbst shoppe nur noch auf Instagram. Es geht einfach so viel schneller, es ist super unkompliziert und die Ware ist innerhalb 1-2 Tagen schon zuhause. Besser geht es doch gar nicht. In den stationären Handel gehe ich sicher schon fast 8 Jahre nicht mehr. Man investiert einfach zu viel Zeit. Warum also nicht von dem Smartphone aus shoppen. Ich habe meine 3-4 Favoriten bei denen ich immer online einkaufen gehe, dennoch lohnt es sich wirklich vorher genau zu prüfen, ob diese auch seriös und vertrauenswürdig sind. Sonst ist man sein Geld schneller los, als man schauen kann.

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Alfons Privat

Ganz fraglos ist das die Zukunft des Shoppens, denn gerade die junge Generation wird mit Social Media Plattformen groß und kann sich andere Dinge oft gar nicht vorstellen. Die kaufkräftige Generation 50+ ist allerdings im Moment kaum auf diesen Plattformen unterwegs – zumindest nicht zum Einkaufen. Stationäre Händler und Shop-Betreiber ohne Social Media haben also weiterhin eine gute Existenzgrundlage, denn es hat doch auch was, mal durch ein Geschäft zu schlendern und sich inspirieren zu lassen.

Wie das Einkaufen in 20 Jahren aussieht, steht noch in den Sternen aber es dürfte weit mehr von Social Media abhängig sein, wie das im Artikel beschriebene Beispiel aus China schon heute zeigt. Ich selber bin deutlich älter, habe einen Facebook Account würde aber nie da drüber einkaufen, wenngleich ist Online-Shopping inzwischen zu schätzen weiß.

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