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Videomarketing: So setzt du IGTV und Facebook Watch richtig ein

(Foto: Shutterstock / Iryna Imago)

Facebook nimmt den Videomarkt mit Facebook Watch und IGTV erneut stärker ins Visier und will Youtube Konkurrenz machen. Wie können Unternehmen die beiden Portale für ihr Video-Marketing nutzen?

Youtube ist noch immer der unangefochtene Platzhirsch im Video­bereich. Um dieser Dominanz etwas entgegenzusetzen, versucht sich Facebook mit zwei neuen Video-Plattformen. Das Netzwerk startet nicht nur seinen neuen Bewegtbild-Dienst Facebook Watch, sondern schickt mit Instagram TV (kurz: IGTV) auch sein Tochterunternehmen Instagram ins Rennen.

Dabei hat das weltgrößte soziale Netzwerk einen entscheidenden Vorteil: Während Youtube von Nutzern gezielt ange­steuert werden muss, um Videos anzuschauen, laden Facebook Watch und Instagram TV eher nebenbei zum Anschauen ein. Nutzer müssen die Plattformen nicht verlassen, sondern können direkt dort erreicht werden, wo sie ohnehin schon sehr viel Zeit verbringen und andere Inhalte konsumieren. Ein Umstand, den auch Unternehmen in ihrer Video-Marketing­strategie berücksichtigen sollten.

Wie wichtig Videoinhalte im Marketingmix sind, zeigt eine ­aktuelle Hubspot-Studie zur Zukunft des Content­Marketings. Darin haben 54 Prozent der Befragten angegeben, sich mehr ­Video-Content von Unternehmen zu wünschen. Dabei ist ­Youtube noch immer der wichtigste Kanal für den Videokonsum (83 ­Prozent). Mit 67 Prozent ist Facebook jedoch nicht weit entfernt. Immerhin 24 Prozent der Befragten schauen Videos auf ­Instagram.

Facebook Watch

Der 2017 in den USA gestartete Video-Dienst ist seit August 2018 weltweit verfügbar und über die Menüleiste in der Facebook-App erreichbar. Facebook Watch bündelt Videoinhalte an einem Ort und soll Nutzer länger auf der Plattform halten. Nutzer erhalten dort einen Watch-Feed. Er basiert ähnlich wie der Newsfeed auf Interessen der Nutzer, bereits angesehenen Videos oder Inhalten, mit denen ­Freunde bereits interagiert haben. Oberhalb des Feeds befindet sich die Watchlist, in der die Seiten angezeigt werden, denen Nutzer folgen und die Videos bereitgestellt haben. Nutzer können hier weitere Seiten hinzufügen oder von der Liste entfernen. Alle Videos, die auf verifizierten Facebook-Seiten sowie nicht-verifizierten Seiten mit mehr als 5.000 Fans veröffentlicht wurden, können auf Watch angezeigt werden.

Facebook Watch ist der jüngste Player auf dem Markt der ­Video-­Plattformen und lockt vor allem mit neuen Monetarisierungsmöglichkeiten. (Screenshot: Facebook)

Gleichzeitig möchte Facebook aus dem Konsum von Video­inhalten ein soziales Erlebnis machen. Daher gibt es für ­Gruppen das Feature Watch-Party, bei dem Videos gleichzeitig angeschaut werden und sich Gruppenmitglieder in Echtzeit darüber austauschen können. Der Initiator der Watch-Party erstellt eine ­Video-Playlist für die Gruppe, die dann live abgespielt wird. So sieht jedes Gruppenmitglied zur selben Zeit die gleichen Inhalte. Die Playlist kann zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr angesehen werden. Wer die Party verpasst, hat also Pech. Bis zu drei weitere Gruppenmitglieder können als Co-Hosts ausgewählt werden und bei der Videoauswahl und Moderation der Watch-Party mitwirken. Facebook rollt diese Funktion Stück für Stück auch für Seiten aus und plant, diese auch für persönliche Profile zugänglich zu machen, sodass Unternehmen über ihre Facebook-Seite eigene Watch-Partys ausrichten können.

Aber schon jetzt bieten sich Marketern verschiedene Möglichkeiten, Facebook Watch im Marketingmix zu nutzen. Unternehmen können sich mit eigenen, regelmäßigen Videoformaten auf ­Facebook Watch präsentieren und beispielsweise häufig ein­gehende Kundenanfragen beantworten, Einblicke in die Produktion geben oder in unterhaltsamer Aufmachung ihr Expertenwissen teilen. Wer an reine Werbeverkaufsshows denkt, ist bei Facebook Watch definitiv an der falschen Stelle. Vielmehr geht es darum, ein Videoerlebnis zu schaffen, das die Nutzerinter­aktion fördert und den eigenen Expertenstatus festigt. Regel­mäßige Shows, die sich um gegenwärtige und potenzielle Kunden­anliegen drehen, haben das Potenzial, Leads zu generieren und den Traffic auf der Unternehmens-Website zu erhöhen. Dank seiner interaktiven Funktionen ist Facebook Watch auch bestens für ­Influencer-Marketing geeignet. ­Branded-Content-Formate sind bereits auf Youtube und Twitch ein bewährtes Marketingmittel. Besonders attraktiv ist diese Option für Unternehmen, die selbst keine professionellen Videoinhalte produzieren können oder ­wollen.

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