Software & Infrastruktur

Hip oder Hype?: Web 2.0

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Für den kommerziellen Erfolg einer Webanwendung ist eine ausreichende Anzahl von Benutzern notwendig, die einen Dienst sinnvoll anwenden kann. Mit den sinkenden Preisen haben immer mehr Benutzer mehr Zeit im Netz verbracht und das Web ist nach den „Early Adaptors“ auch bei der „Early Majority“ angekommen. Je mehr Zeit im Web verbracht wurde, desto mehr Erfahrungen wurden gesammelt, was wiederum dem Vertrauen in Webapplikationen zugutekam.

Viele werden sich noch an das Zögern erinnern, als das erste Mal eine Kreditkartennummer in ein Web-Formular einzugeben war.

Nicht nur die Benutzer wurden erwachsen, auch die Geschäftsmodelle veränderten sich. Neben den reinen Internetfirmen, die zum Teil große Gewinne erzielen konnten, entdeckten die Old-Economy-Firmen das Web für sich und eroberten neue Märkte oder konnten zumindest Einsparpotenziale durch das Web identifizieren. Das Web erlaubt ganz andere Vorgehensweisen, denn anstatt allein für die Masse zu produzieren und zu werben, können nun zusätzlich viele Nischen bedient werden. Für sich gesehen wären diese Nischen wenig attraktiv, doch zusammengenommen machen die Nischen einen bedeutenden Teil des Marktes aus, der noch nicht einmal vollständig erobert wurde. Dieser Markt wird als „Long Tail“ bezeichnet, und er wird von fast allen Größen der Web-Wirtschaft in irgendeiner Weise bedient [2].

Lohnte es sich vor einigen Jahren zum Beispiel für die Plattenfirmen nicht, alte Werke erneut auf CD herauszubringen, weil die Anzahl potenzieller Käufer zu klein gewesen wäre, kann heute ein digitaler Download angeboten werden, der weder eine Investition in CD-Produktion noch Platz im Händlerregal erfordert. Auch wenn dieses eine Werk nur wenige Male verkauft wird, gibt es Millionen von diesen Alt-Werken, die zusammen einen beachtlichen Erlös bringen, der zuvor nicht erzielt werden konnte. Googles AdWords- und AdSense-System funktioniert genau auf diese Weise: Lohnte sich die Bannerwerbung mit Streuverlusten für Anbieter von Nischenprodukten in der Vergangenheit nicht, kann Werbung heute gezielt auf Suchanfragen und Webseiteninhalte geschaltet werden. Für die Anbieter der Inhalte bedeutet dies gleichzeitig, dass sie einen einfachen Weg zur Monetarisierung gefunden haben, für den der Aufwand ansonsten zu hoch gewesen wäre [3].

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