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Hip oder Hype?: Web 2.0

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Auch für die Entwickler von Anwendungen wurde einiges einfacher: Der Sieg des Microsoft Internet Explorers im Browser-Krieg hat dazu geführt, dass die Entwicklung und das Testen für verschiedene Versionen von Netscapes Navigator und Microsofts Internet Explorer auf einen Browser reduziert wurden. Gleichzeitig sind die Einstiegskosten für Firmen dramatisch gesunken: Die Kosten für ein professionelles Content Management System und dessen Anpassungen lagen Ende der 90er Jahre noch im sechsstelligen Bereich, heute können Open-Source-Lösungen genutzt werden, deren Anpassung nur noch einen Bruchteil kostet.

Wie schlimm die Erfahrungen durch das Zerplatzen der Dotcom-Blase auch gewesen sein mögen, es ist nicht von der Hand zu weisen, dass das Umfeld des Webs heute ein anderes ist. Doch reichen diese Veränderungen aus, um von einem Web 2.0 zu sprechen?

Web 2.0, 1.5, 3.11 oder Web Social Edition?

Der im Umfeld des Verlegers Tim O'Reilly entstandene Begriff „Web 2.0“ sorgt seit seiner Popularisierung für Verwirrung. Mit einer Software-Versionsnummer wird in der Regel verbunden, dass ein Produktmanager oder ein Entwickler Funktionen und Fehlerbereinigungen für ein Release gebündelt hat und mit der Versionsnummer die Wichtigkeit dieser Funktionen kennzeichnet. Für das Web gibt es weder einen Produktmanager, noch kamen die Funktionalitäten, die dem Web 2.0 zugeordnet werden, alle gleichzeitig in einem Release daher. Zum Teil gab es sie schon zu Zeiten der New Economy – allein deswegen wollen sich viele Kritiker nicht mit dem Web-2.0-Gedanken anfreunden. Auch gibt es keine klare Definition, was nun Web 2.0 ist und was nicht, selbst wenn Tim O'Reilly einen ausführlichen Artikel dazu geschrieben hat [4]. Als Konsequenz daraus kann jeder den Begriff verwenden wie er will und diese Beliebigkeit hat dem Gedanken des Web 2.0 nicht gerade zum Vorteil gereicht. Nicht überall, wo Web 2.0 drauf steht, ist auch wirklich Web 2.0 drin.

Ganz abwegig ist die Verwendung einer Versionsnummer für das Web allerdings nicht. So wird die Version 2.0 einer Software nur dann entwickelt, wenn die erste Version einigermaßen erfolgreich war. Kaum jemand wird bestreiten, dass die erste Version des Webs erfolgreich war. Nur erforderte das Web 1.0 den Benutzer 2.0 und den Zugang 2.0, was nicht in ausreichendem Maß gewährleistet war, sodass nicht alle Features genutzt wurden. Auch ist eine Version 2.0 in der Regel durch Fehlerbereinigungen und wichtige neue Funktionalitäten gekennzeichnet. Das trifft ebenso auf die derzeitige Ausprägung des Webs zu, denn wenn auch zum Teil alte Konzepte aufgewärmt wurden, sind sie doch an die heutigen Gegebenheiten angepasst.

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