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Hip oder Hype?: Web 2.0

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Dass der Begriff „Web 2.0“ es überhaupt geschafft hat, so lange Gesprächsthema zu bleiben, spricht außerdem dafür, dass er nicht ganz falsch gewählt sein, selbst wenn O'Reillys Reputation sicherlich nicht ganz unschuldig an der Popularität ist. Letztlich steckt dahinter auch das Verlangen, einen Begriff für die Weiterentwicklung des Webs zu haben, um die Veränderungen „begreifen“ zu können.

We are the Media: Blogs & Co

Es ist nicht sofort zu begreifen, warum das Modell des Publizierens für jedermann in Form von kostenlosen Homepages inzwischen zum Friedhof für Katzenbilderseiten verkommen ist, während gleichzeitig das sehr ähnliche Modell der heutigen Blogs auf den Seiten traditioneller Medien eine hohe Qualität erreicht. Es gibt viele Gründe: Die einfach zu benutzende Technik mag einer sein [5]. Doch schon vor Jahren war es möglich, eine Homepage ohne jegliche HTML-Kenntnisse zu erstellen, wie die Millionen Leichen privater Homepages beweisen. Es haperte vor allem an der Weiterpflege. Die Autoren verloren irgendwann das Interesse, wohingegen fast jede Blog-Software zum kontinuierlichen Schreiben einlädt.

Hierfür ist die mitgelieferte Informationsarchitektur verantwortlich, die die Blogs von den damaligen Homepages unterscheidet: Eine Blogging-Software schreibt die chronologische Organisation der Inhalte vor. So kann sofort mit dem Schreiben begonnen werden, wohingegen das frühere Homepage-Modell erforderte, dass die neuen Inhalte logisch in die vorhandenen eingebettet wurden, was das spontane Niederschreiben behinderte. Die chronologische Organisation ist den meisten Menschen vertraut, wer selbst auch kein Tagebuch geführt hat, der kennt zumindest die Logik dahinter und für das gerade Erlebte ist diese Informationsarchitektur gut geeignet. So sehen viele Blogger ihre Blogs auch als Mittel zur Reflexion und setzen somit eine lange Tradition der Textverwendung fort [6].

Darüber hinaus bieten die meisten Blogging-Softwareprodukte Funktionen, die den Leser eines Blogs durch Kommentarfunktionen einbinden. Anstatt in einem Gästebuch einen allgemeinen Gruß an den Homepage-Autor zu richten, kann nun vereinfacht und direkt auf einen Beitrag Bezug genommen werden. Viele Blogs verwenden zudem die Trackback-Funktion, bei der ein eingehender Link von einem Blog zu einem anderen automatisch erkannt und in dem entsprechenden Beitrag angezeigt wird; dadurch wird die Vernetzung der Blogs vereinfacht. Jeder Blogeintrag hat zudem einen eigenen URL und ist somit einfach von einer anderen Seite aus zu verlinken. Was relativ primitiv klingt, hat in der Realität eine große Auswirkung:

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