Interview

Weg mit Einweg: Das können Onlinehändler für mehr Nachhaltigkeit tun

(Foto: Shutterstock / Dr. Victor Wong)

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Die meisten ­Online­händler verschicken ihre ­Waren nach wie vor in Einwegkartons. ­Ressourcenschonend ist anders. Welche Alternativen es gibt, erklärt Verpackungsexperte Till Zimmermann im Interview.

t3n: Wir bestellen alle fleißig Waren online und lassen sie uns an die eigene Haustür liefern. Die Paketflut sorgt nicht nur für verstopfte Straßen, sondern auch für überquellende Mülltonnen. Wie lässt sich der Ressourcenverbrauch senken?

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Till Zimmermann: Indem man wie im Getränkehandel auf Mehrwegverpackungen setzt. Im Versandhandel bewegt sich das leider noch in der Nische. Mit unserem Projekt Praxpack, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird, wollen wir das ändern. Wir untersuchen zusammen mit unseren Projektpartnern, den Onlinehändlern Otto, Tchibo und Avocado Store, der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung und der Firma Cargoplast, wie solche Systeme aufgebaut sein müssen, damit sie praxistauglich und wirtschaftlich tragfähig sind.

t3n: Bei Paketversand denkt natürlich jeder unweigerlich an Amazon. Warum ist der größte Online-Player nicht dabei?

Vor zwei Jahren in der Antragsphase ­unseres Projekts war das Interesse am Thema Nachhaltigkeit in der Branche noch deutlich geringer. Inzwischen stellen wir aber ein größeres Interesse in der gesamten Branche fest.

t3n: Was sind die größten Hürden beim ­Einsatz von Mehrwegverpackungen?

Eine Mehrweglösung kostet bislang einfach mehr als eine Einweglösung. Anstelle von Insellösungen kann aber zum Beispiel ein vernünftiges Pooling-System, das heißt ein übergreifendes System, an dem viele beteiligt sind, die Kosten deutlich reduzieren. Insbesondere was die ­Rückführung angeht.

t3n: Mehrweg setzen viele Verbraucher auch mit „umständlich“ gleich.

Die Akzeptanz der Kunden ist eine zentrale Herausforderung. Wir wollen ein ökologischeres System schaffen, und das funktioniert nur, wenn die Verpackung vom Kunden auch zurückgeschickt wird. Das Beispiel „Flaschenpfand“ zeigt, dass Kunden bereit sind, für acht Cent pro Flasche ganze Säcke in den Supermarkt zu schleppen. Die Kunden haben einfach ­verinnerlicht, dass man das so macht. An anderer Stelle ist man noch nicht so weit. Jeglicher Eingriff in die täglichen ­Routinen braucht Zeit und muss vernünftig ­kommuniziert werden.

t3n: Was tun Sie für die Aufklärung der ­Kunden?

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