Entwicklung

Alles neu und vieles besser?: XHTML2

Als hätte uns der aktuelle Web-Standard-Hype nicht schon genug Arbeit beschert, steht bereits die nächste große Weiterentwicklung in den Startlöchern. Die kommende Version in der Ära der Hypertext-Markup-Sprachen birgt viele Neuerungen und massive Veränderungen. Uns steht der Abschied verdienter Freunde bevor, wir dürfen aber auch viele sinnvolle Entwicklungen begrüßen.

In diesem Artikel werden
aus Platzgründen nicht alle Veränderungen im
Detail vorgestellt. Vielmehr liegt das
Augenmerk auf den zentralen Umstrukturierungen und einigen
Kuriositäten.

Der Wechsel vom althergebrachten und
wenig ausdrucksstarken HTML4 hin zu XHTML gestaltete sich eher wie
eine große Aufräumaktion, brachte aber kaum neue
Funktionalität. Die Webdesigner wurden zur XML-konformen
Schreibweise der Tags, zu mehr Semantik, zu mehr Trennung von
Struktur und Layout und letztendlich zu mehr „Standardtreue“
erzogen. Das hat bislang recht gut funktioniert, auch wenn der Anteil
standardkonformer Websites heute noch eher ein Minderheitendasein fristet. Mit XHTML1 sollte HTML zu einer XML-Applikation
weiterentwickelt werden. XHTML2 tritt nun an um bekannte Probleme zu
beseitigen und die Basis für Weiterentwicklungen zu schaffen.

Zusammengefasst ergeben sich folgende
Ziele im Design des neuen Standards: Bereits in XML formulierte
Entwicklungen sollen sich nahtlos in XHTML2 integrieren lassen. Durch
die Aufteilung in einzelne Module wird die
Wiederverwendbarkeit bestehender Standards (z. B. XForms und XML
Events) ermöglicht. Die Funktionen und Eigenschaften dieser
neuen Entwicklungen müssen nicht für XHTML2 adaptiert
werden, sondern können direkt genutzt werden. Allein CSS soll
nun für die Präsentation verantwortlich sein. Elemente die
nicht im Sinne einer Strukturdefinition oder einer semantischen
Annotation verwendet werden, sollen CSS-Definitionen weichen. Durch dieses radikale Aufräumen soll das
Schreiben und letztendlich auch das Interpretieren von XHTML2-Dokumenten vereinfacht und eine größere Plattformunabhängigkeit
gewährleistet werden. Das Semantic Web soll sich nicht nur in
semantischem Markup und einigen Meta-Tags wiederfinden, sondern in der
Möglichkeit zur tatsächlichen Adaption und Integration seiner
Frameworks.

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