Analyse

16 Jahre nach Paypal: Platziert sich Paydirekt jetzt mit P2P-Zahlungen als Alternative?

Paydirekt bietet jetzt Zahlungen zwischen Nutzern an: Die sogenannten P2P-Zahlungen können direkt auf dem Handy getätigt werden. (Foto: AnirutKhattirat/Shutterstock.com)

Paydirekt stattet jetzt seine Apps mit einer Funktion zum Senden und Empfangen von Geldbeträgen aus. Nutzer können über eine E-Mail-Adresse oder Mobilrufnummer anderen Geld auf’s Girokonto überweisen.

16 Jahre nachdem Paypal mit dem Slogan „The way to send and receive money online“ Werbung für seinen P2P-Service machte und sich 2001 mit sechs Millionen Nutzern brüstete, startet der Paypal-Konkurrent Paydirekt jetzt mit seinem eigenen P2P-Zahlungsdienst. Die neue Paydirekt-App unterstützt jetzt Peer2Peer, die direkte Zahlung zwischen zwei Nutzern. Im Gegensatz zu Paypal landet das Geld direkt auf dem Girokonto. Reicht das für Paydirekt, um sich als Paypal-Alternative zu platzieren?

Paydirekt lässt Nutzer jetzt untereinander zahlen

(Grafik: Paydirekt)

Die Paydirekt-App ist bisher ausschließlich zur Kontrolle der Transaktionen gut gewesen. Dort können Nutzer sehen, wie viel sie an welchen Onlineshop mit Paydirekt gezahlt haben – auf Wunsch auch als Benachrichtigung per Push-Nachricht. Für den Fall, dass der Nutzer der Targobank oder der Hypovereinsbank angehört, konnte er auch Tans mit der App erzeugen.

Ab sofort können Nutzer mit der Paydirekt-App auch Zahlungen an andere Nutzer tätigen. Die Zahlung kann, ähnlich wie bei Paypal, an eine E-Mail-Adresse oder an eine Telefonnummer gesandt werden. Eine Angabe von Iban oder Bic ist nicht notwendig. Der versandte Betrag wird dann dem Girokonto des Empfängers gutgeschrieben. Paydirekt garantiert die Zahlung zwar sofort, die Gutschrift per Überweisung auf das Girokonto erfolgt aber innerhalb der üblichen Banklaufzeit von ein bis zwei Tagen.

Kosten fallen weder für die Einrichtung noch für die Transaktionen an.

Falls Paydirekt-Nutzer Zahlungen an nicht registrierte Nutzer versenden, können diese sich die App herunterladen und die Zahlung direkt in der App entgegennehmen – eine Registrierung bei Paydirekt ist für den Empfang von Zahlungen nicht notwendig. Um Geld zu versenden ist eine Registrierung mit einer Bestätigung über das Onlinebanking des Nutzers allerdings immer noch notwendig.

Paydirekt-P2P-Zahlungen gehen nach ein bis zwei Tagen direkt auf dem Girokonto des Empfängers ein. (Grafik: Paydirekt)

Der Dienst startet jetzt in eine Beta-Phase und ist deshalb vorerst nur für Kunden von Commerzbank, Comdirect, Deutsche Bank, Hypovereinsbank, Oldenburgische Landesbank, Postbank und schrittweise in den Volksbanken und Raiffeisenbanken der genossenschaftlichen Finanzgruppe verfügbar – am Schluss für Kunden von rund 1.000 Instituten. Die Sparkassen sind zum Start der Beta-Phase noch nicht dabei.

Der Download der Paydirekt-App ist für iOS 9.0 oder Android 4.4 möglich:

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Preis: Kostenlos
 
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Prinzipiell vernünftig konzipiert, aber bisher keine wirklichen Alleinstellungsmerkmale

Kostenfrei auch außerhalb des Nutzerkreises Geld versenden, einfach und simpel in eine App verpackt – der Dienst ist vernünftig konzipiert. Die direkte Zahlung aufs Girokonto stellt gegenüber Paypal sogar ein kleines Alleinstellungsmerkmal dar.

Damit erschöpft es sich dann aber auch. Paydirekt-Geschäftsführer Bartelt lässt sich in der dazugehörigen Unternehmensmeldung zitieren, und vermerkt dass „Peer-to-Peer-Zahlungen in Deutschland noch am Anfang stehen.“

Der aus diesem Grund so wichtigen Gruppe der Early-Adopter, die aktuell alle bei Paypal zu finden sind, bietet Paydirekt bisher noch keine weiteren Features. Im Rahmen der Beta-Phase will Paydirekt aber Feedback von Nutzern einholen und weitere Funktionen einführen.

Schon 2001 bot Paypal auf seiner Website eine Funktion an, mit der Nutzer untereinander Geld versenden konnten. (Screenshot: Waybackmachine/Paypal)

P2P-Zahlungen bei Paydirekt waren unvermeidbar, wenn der Anbieter sich langfristig als Paypal-Alternative platzieren möchte. Damit Paydirekt aber ernsthaft als solche betrachtet werden kann, ist neben weiteren Features aber auch dringend ein starkes Nutzerwachstum nötig. Was bringt die beste P2P-Zahlungsfunktion, wenn niemand da ist, der damit bezahlt werden kann?

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Ein Kommentar
Thorben
Thorben

Paydireckt ist leider eine Totgeburt, Banken zukünftig (bei Micropayment etc.) schlicht überflüssig. Da wird jetzt noch verzweifelt versucht ein Bein zwischen Tür und Angel zu bekommen.

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